Reisebericht Vancouver - Seattle - Portland Juni 2014

Tag 1: Anreise / Vancouver Yaletown

 

Heute fliegen wir zum ersten Mal nach Kanada! Die Edelweiss Air fliegt in den Sommermonaten Vancouver direkt ab Zürich an, entsprechend gross ist der Andrang auf diesem Erstflug der Saison. Kanada ist offensichtlich ein äusserst beliebtes Reiseziel für Schweizer im fortgeschrittenen Alter - Mammutjacke, Trekkingschuhe und Käppi inklusive. Prompt werde ich um Mithilfe beim Ausfüllen der Einreiseformulare gebeten, sie verstünden nämlich weder englisch noch französisch. Mache ich doch gerne, Zeit bleibt auf dem 10stündigen Flug ja genug.

Vor den geöffneten Immigrationschaltern ist eine lange Schlange. Wie in den USA stellt der Beamte die üblichen Fragen nach Beruf, Aufenthaltsgrund und Reiseplänen bevor er uns passieren lässt. Wie sich das ältere Ehepaar ohne Fremdsprachenkenntnisse nun hier schlägt ist mir ein Rätsel.

 

Die praktische Canada Line fährt uns für CAD 7.75 direkt nach Yaletown-Roundhouse, wo wir im OPUS-Hotel herzlich empfangen werden. Wir erhalten ein free Upgrade zur Executive Suite! Das Zimmer ist der Knaller, ein MEGA-Merci für den Tip!

 

 

 

Unser erster Spaziergang in Kanada führt uns zur Marinaside und durch den sauberen David Lam Park. Wir bestaunen die zahlreichen Yachten und geniessen die Sonne und die frische Luft nach dem langen Flug.

 

Man kann sich kaum für ein Lokal entscheiden hier im wunderbaren Yaletown-Viertel. Restaurants, Bars, Cafes, eines ansprechender als das andere. Im Milestones Bar&Grill werden wir nicht enttäuscht. Hier lässt es sich wunderbar Leben!

 

Der Schlummertrunk an der Hotelbar überzeugt dann nicht so richtig, die Wahl Thymian-Grüntee-Sour war etwas wagemutig.

Tag 2: Vancouver Day

 

Im La Pentola können wir uns am Frühstücksbuffet sattessen. Die lauwarmen Muffins und Hefeschnecken sind ein Genuss, ebenso die Obstplatte und Cereals. Das Toastbrot kann man hier getrost liegen lassen.

 

Das Hotel stellt kostenlos Fahrräder zur Verfügung, davon machen wir gerne Gebrauch. Vancouver ist für Velofahrer ein Paradies - Fahrradwege wohin das Auge reicht. Wir sind sonst nicht die Biker, hier gibt es aber echt keine praktischere Möglichkeit, um den Stanley Park zu erkunden.

 

Wir starten im David Lam-Park und strampeln nördlich, vorbei an Granville Island, am Sunset Beach und schliesslich am English Bay Beach. Immer wieder stoppen wir kurz, um die schöne Aussicht festzuhalten. Als wir schliesslich den grossen Pool am Second Beach erreichen stehen wir plötzlich vor dem Schild: One way. Ab hier verläuft der Veloweg nur noch gegen den Uhrzeigersinn, wir müssen drehen und den Park von der anderen Seite her umrunden. Der Central Park in New York lässt grüssen, dort darf man teilweise auch nur in einer Richtung joggen.

 

Beim Eingang der Lost Lagoon stehen uniformierte Polizisten und befragen die Parkbesucher nach Beobachtungen in der letzten Woche. Wir können weiter, schliesslich waren wir zu diesem Zeitpunkt noch in der Schweiz. Natürlich spekulieren wir, was in dieser mystischen Umgebung hier wohl passiert ist. Bald erreichen wir Coal Harbour und geniessen einen Wahnsinnsblick auf die Skyline von Vancouver. Was hier an Yachten steht, unbezahlbar. Als wir die Deadman's Island passieren sehen wir auch schon die ersten bunten Totem Pfähle.

Der Hallelujah Point, das kleine Lighthouse am Brockton Point und das Girl im Wetsuit sind die nächsten Sehenswürdigkeiten. Kurz vor der Lions Gate Bridge parkieren wir die Velos und spazieren ins Parkinnere zum Beaver Lake.

 

Nach dem Siwash Rock und dem Third Beach erspähen wir in der Ferne bereits wieder den Pool am Second Beach, wir haben es geschafft - der Stanley Park ist umrundet.

 

Auf dem Rückweg in die Stadt begegnen uns nun zahlreiche Radler die nur erahnen lassen, wie voll die Radwege im Verlaufe des Tages werden. Geschafft geben wir schliesslich die Bikes im Hotel wieder ab.

Zu Fuss pilgern wir nun in Richtung Waterfront. Die als Sehenswürdigkeit bezeichnete Christ Church Cathedral finden wir eher unspektakulär, umso amüsanter aber die Tatsache, dass sie direkt neben der Adresse 666 Burrard Street steht.

Am Canada Place ist viel los, im Hafen steht der riesige Disney-Kahn parat für den Auslauf. Wir schlendern den Piers entlang und entscheiden uns für Lunch im Mahony & Sons. Bei sommerlichen Temperaturen geniessen wir leckere Quesadillas mit Blick aufs Wasser. Herrlich!

Nun erkunden wir das Gastown-Viertel, dessen Highlight die bekannte Steam Clock darstellt. Auch sonst hat die Gegend aber viel zu bieten, alternative Shops und Clubs bilden mit den schönen blumengeschmückten Strassenlampen eine coole Atmosphäre.

Je östlicher man aber geht, desto wilder werden die Gestalten - schliesslich landen wir wohl im Drogenviertel von Vancouver. Zügig marschieren wir weiter nach Chinatown um uns im wunderschönen Dr. Sun Yat-Sen Classical Chinese Garden herrlich zu entspannen.

 

Eine mit Gitarren bemalte Mauer weckt unser Interesse, es handelt sich um den Jimi Hendrix Shrine. Die kostenlose Anlage wird von einem grossen Hendrix-Fan gepflegt, sehr klein aber durchaus amüsant.

Am Hauptbahnhof klären wie kurz die Formalitäten für unseren anstehenden Trip in die USA, bevor wir mit dem Skytrain zurück an die Robson Street fahren. Wir schlendern durch die Shoppingstrassen zurück in Richtung Yaletown.

Spontan entscheiden wir uns gegen Abend für einen Besuch von Granville Island, ein Wassertaxi fährt uns hin. Mir wird unwohl, Bangkok-Erinnerungen werden wach. Auf Insel stöbern wir durch die bekannte Public Market-Halle und die vielen kleinen Handwerkershops, eine schöne Abwechslung zu den Ketten am Robson Square. Ein wenig erinnert es mich hier an Key West, mit viel Liebe und Überzeugung wird mehr oder weniger brauchbare Ware angeboten.

Den Abend lassen wir wieder in Yaletown ausklingen, im Blenz Cafe setzen wir uns auf die Terrasse und geniessen die Abendstimmung.

Tag 3: Vancouver Island

Ach wie habe ich ihn schon fast vermisst, den Jet Lag. Pünktlich zum dritten Tag ist er da - und wie. Um 3 Uhr bin ich hellwach und schleiche in der Lobby rum, um 4.30 lassen wir uns eine grosse Kanne Tee aufs Zimmer bringen und starten den Tag gemütlich. Nach einem schönen Morgenspaziergang kaufen wir uns bei Starbucks Frühstuck, bevor wir pünktlich um 7.10 von LandSea-Tours abgeholt werden.

Es sind gilt noch weitere Passagiere abzuholen, wir erhalten dabei eine kurze Vancouver-Führung. Im West End erhaschen wir einen Blick auf den faszinierenden Davie Village Community Garden, wo mitten in der Stadt Gemüse angebaut wird. Am liebsten würde ich nun aussteigen, die Einfahrt auf die BC Ferry behagt mir nicht. Nur all zu gerne bezahlen wir pro Person 12 CAD, um die Überfahrt in der ruhigen Seawest Lounge zu geniessen. Kaffee, Tee und Snacks soviel man will, superbequeme Sessel mit Fensterblick und Ruhezone. Die Aussicht ist wunderschön, trotzdem bin ich mehr als erleichtert, als wir nach 1.5h Vancouver Island erreichen.

In der Stadt Victoria haben wir nun 3.5h zur freien Verfügung - das könnte lange werden. Und tatsächlich, wir brauchen gerade mal 20 Minuten, um von der nördlichen Fan Tan Alley im Chinatown zum südlichen Inner Harbour zu gelangen.

 

Das Wetter ist etwas durchzogen - Grund genug, um eine Weile ins Irish Pub abzutauchen. Eine Weitere Stunde verbringen wir im Shoppingcenter bis sich schliesslich die Sonne endlich zeigt.

 

Wir tigern in der Hafengegend hin und her zwischen den Victoria Parliament Buildings, dem Empress Hotel, den Totem Poles und dem Royal British Museum.

 

Victoria ist eine schöne Stadt - keine Frage - für uns Europäer aber nichts aussergewöhnliches. Umso schöner ist dafür die Dallas Road Waterfront - hier geniessen wir eine herrliche Weitsicht bevor es weitergeht zu den Butchart Gardens.

 

Nach einer halben Stunde erreichen wir die Butchart Gardens.

 

Bereits der erste Blick ist der Wahnsinn, der Sunken Garden ist der Hammer. In einem riesigen Loch wurde hier mit viel Liebe und Talent eine Traumlandschaft geschaffen. Im Rose Garden öffnen sich die ersten Rosen und der Japanese Garden ist die Ruheoase schlechthin. So schön!

 

Dem Brentwood Bay entlang gehts zurück zum Swartz Bay-Fährterminal, wo wir uns gleich wieder Plätze in der Lounge sichern. Ich wage mich sogar kurz aufs Deck, um den wunderschönen Sonnenuntergang festzuhalten.

 

Den Weg zurück zum Hotel verschlafe ich, es war ein langer Tag.

 

Zurück in Yaletown kaufen wir noch etwas zum knabbern und decken uns ein mit Reiseproviant für die morgige Zugfahrt. Wir fahren nach Seattle!

Tag 4: Seattle

Um 6.40 geht unser Zug nach Seattle, davor heisst es Einreisekontrollen und Securitychecks hinter uns zu bringen. Formulare ausfüllen, Fingerabdrucke, Foto - alles bekannt. Als wir aber in einen Raum geführt werden sind wir etwas beunruhigt. Immerhin, das deutsche Paar folgt uns. Nachdem uns USD 12 abgeknöpft wurden werden wir zum Zug gelassen.

 

Mit den Shinkansen sind die Züge nicht zu vergleichen, trotzdem finde ich es eine angenehme Weise, zu reisen.

Die Sitze sind bequem, die Strecke superschön und vom Preis ganz zu schweigen: USD 29 haben wir als Frühbucher für die Tickets bezahlt.

 

Nach Seattle wollte ich schon seit Jahren, schuld daran sind die vielen Seattle-Bands, die mich vor über 20 Jahren voll abgeholt haben. Nirvana, Soundgarden, Pearl Jam, Alice in Chains...

 

Wir treffen einige Minuten zu früh an der King Street Station ein und werden deshalb aufs Abstellgleis gelotst. So haben wir gleich freie Sicht auf die beiden riesigen Stadien der Mariners und Seahawks.

 

Im Grand Hyatt ist unser Zimmer schon bezugsbereit und Ruth's Chris Steakhouse im selben Gebäude bietet sich zum Mittagessen geradezu an.

Zu Fuss geht's zur bekanntesten Sehenswürdigkeit von Seattle, zur Space Needle. Im EMP-Museum (Experience Music Project) wird unter anderem die Geschichte von Nirvana erzählt. Viele Originalgegenstände der Bandmitglieder sind ausgestellt, die Kleidungsstücke von Kurt lassen bei mir ein beklemmendes Gefühl aufkommen. Nur zu gut ist mir die Nirvana-Aera präsent, ich habe die Musik hoch und runter gehört.

 

Der riesige International Fountain auf dem Areal spielt passenderweise Come as you are.

 

Via Olympic Sculpture Park spazieren wir zu den Piers an der Waterfront. Viel ist hier nicht zu sehen, mit den schönen Wasserpromenaden von Vancouver kann Seattle nicht mithalten.

 

Am Miner's Landing Pier wenden wir, die steile Treppe hoch zum Public Market Place ruft. Hier ist so richtig viel los, frische Lebensmittel und allerlei Krimskrams werden tütenweise rausgetragen.

Die 1971 als allererste Starbucksfiliale eröffnete Location an der 1st/Pike Street kommt uns wie gerufen. Die Schlange hält sich in Grenzen, da haben wir wohl den optimalen Zeitpunkt erwischt.

Vor dem Nachtessen schlendern wir noch etwas durch die Strassen Pine/Pike und stellen Fest, dass in Seattle viele Obdachlose, Bettler und Drogensüchtige unterwegs sind. Unser Hotel könnte perfekter nicht liegen, alle grossen Kaufhäuser und unsere Lieblingsrestaurants sind nur wenige Schritte entfernt. So auch die Cheesecake Factory, wo wir uns nun Pasta, Cheesecake und Cocktails genehmigen.

Tag 5: Seattle

Nach dem obligaten Frühstück bei Starbucks machen wir uns auf zum Morgenspaziergang.

 

An der Ecke Pine/Broadway wurden zu Ehren von Jimi Hendrix eine Statue platziert, welche am frühen Morgen noch ziemlich einsam dasteht. Der Musiker wurde in Seattle geboren und hatte mit seiner experimentiellen Gitarren-Spielweise grossen Einfluss auf die Rockgeschichte.

 

Wir machen unsere Fotos und gehen weiter zu Fuss in Richtung Norden. Der Weg durch das Gay-Viertel Capitol Hill ist kurzweilig, es gibt es einige bunte Clubs, Shops und Restaurants zu sehen.

 

So stehen wir schneller als erwartet am Eingang zum Volunteer Park. Jogger, Gärtner und Hundehalter sind neben uns hier die einzigen Passanten. Die Ruhe und frische Luft ist herrlich - eine tolle Abwechslung zur intensiven Innenstadt.

 

Der Lakeview Cemetary, wo Bruce und Brandon Lee begraben sind, öffnet eigentlich um 09.00. Wir haben aber riesiges Glück, die Friedhofspforte steht offen, obwohl wir fast eine Stunde zu früh sind.

 

Auf dem Weg zum Lake Union passieren wir die I5-Colonnade, die originell begrünte Interstate-Unterführung. Der Park wird auch für Mountainbiketraining genutzt.

 

Im Film Sleepless in Seattle hat Tom Hanks in einem der Floating Homes am See gewohnt.

 

Dem Ufer entlang spazieren wir zurück in Richtung Stadt bis zum Center for Wooden Boats, wo wir schliesslich ein Taxi nach Fremont nehmen.

Unter der Aurora-Brücke sitzt der riesige Fremont Troll, eine Sehenswürdigkeit die wir uns nicht entgehen lassen wollen. Ich stehe total auf solche Kreaturen, mein Garten ist bevölkert mit Drachen, Gargoyles und Trollen. Zu gerne würde ich das lustige Kerlchen in die Schweiz verschiffen.

Nachdem wir auch die Rocket und die Skulpturen von Lenin und Waiting for the interurban gesehen haben legen wir eine Teepause ein.

 

Das Viertel ist echt gemütlich und sympathisch, man könnte hier leicht die Zeit vergessen.

Mit dem Bus fahren wir nun zurück zum Hotel um auszuchecken - es ist beinahe Mittagszeit.

Mittagessen gibt es heute im Lola, einem äusserst angesagtem Lokal. Wir haben den Tip von einer Seattle-Kennerin erhalten und danken an dieser Stelle herzlich. Das Essen war superlecker!

Wir bummeln nochmal über den Public Place Market und die Einkaufsstrassen, haben es aber so langsam gesehen. Zeit, um sich in Richtung Süden zu begeben. Downtown wollen wir noch aus der Nähe sehen.

 

 

Aufgrund des perfekten Wetters besuchen wir spontan das Skyview Observatory und werden nicht enttäuscht, die Sicht ist optimal.

 

Auf halber Höhe im 40. Stock befindet sich eine Starbucksfiliale, ein Frappuccino geht immer und Zeit bis zur Weiterfahrt nach Portland bleibt noch reichlich. Auch von hier ist die Sicht auf Stadt und Wasser super.

Auf den letzten Metern zum Bahnhof kommen wir nochmal gehörig ins Schwitzen, der Weg zum Kobe Tce Park und den Danny Woo International District Community Gardens ist steil.

 

Das Asienviertel haben wir schnell umrundet, Zeit haben wir immer noch etwas bis zur Abfahrt.

 

Plötzlich stehen wir vor dem japanischen Bookstore Kinokunyia und können nur erahnen, welch Paradies sich uns hier gleich eröffnet. Der Shop ist unglaublich gut sortiert! Morgen verpassen wir unsere Japanischstunde, dafür kaufen wir uns jetzt Lernkarten. Mein Freund findet zudem ein Lehrbuch für Schimpfwörter und hört schon im Laden nicht mehr auf zu kichern.

 

Im riesigen Uwajimaya-Store kaufen wir Reiseproviant, das Angebot ist gigantisch.

 

 

Um 17.30 geht unser Amtrakzug weiter in Richtung Süden. Wir sichern uns Fensterplätze, was sich auszahlt.

 

Wir fahren direkt in dem Sonnenuntergang und kommen in den Genuss einer wunderschönen Zugfahrt nach Portland.

Tag 6: Portland

Unser heutiger Morgenspaziergang führt uns nach einem Chai Tea zur Waterfront, wo schon sehr viele sportliche Portländer unterwegs sind.

 

Ein entgegenkommender Passant trägt eine pinkige Box, was uns wieder an den Tip von unserem Tourguide in Vancouver erinnert: Voodoo Donought!

 

Der freakige Shop ist DIE Adresse schlechthin in Portland.

 

Die Schlange hält sich am frühen Morgen in Grenzen, dafür stehen vor dem Shop viele Bettler, die die enorme Kundenfrequenz für sich nutzen wollen. Jegliche erdenkliche Geschmacksrichtung, Form und Ausführung kann hier bestellt werden - auch das Angebot für Veganer und Allergiker ist riesig. Zu speziellen Anlässen werden spezielle Donuts kreiert, so sind im Moment die Krönchen für die Rosenprinzessin der Hit.

 

Zurück im Paramount Hotel sündigen wir nun was das Zeug hält. Soo süss, aber soo lecker

 

Der Weg zum International Rose Test Garden sieht auf der Karte zu Fuss machbar aus, unterwegs merken wir aber schnell, dass bei den Distanzen auf der Karte ausserhalb vom Zentrum grosszügig weggelassen und abgerundet wurde. Wir marschieren, und marschieren, und die Steigung nimmt zu und zu. Die Gegend Goose Hollow ist elitär, schöne Häuser und Gärten reihen sich aneinander.

 

Das Eingangsschild zum Washington Park sorgt für Erleichterung, jetzt kann es nicht mehr weit sein. Und tatsächlich, nach fünf weiteren Minuten bergauf stehen wir mitten im Rosenparadies! WOW!

 

 

Etwas oberhalb liegt der Japanese Garden, für uns natürlich ein Muss. Die Anlage ist extrem schön gemacht und auch für weniger eingefleischte Japanfans unbedingt empfehlenswert.

 

Ein herrlicher Vormittag hier auf der Hill Side von Portland.

Im Porto Terra am Pioneer Place im Stadtzentrum machen wir eine ausgedehnte Mittagspause und erfrischen uns mit Blueberry Lemonade und Lavender Iced Teas.

Es kommen uns auffallend viele Navysoldaten entgegen, an der Waterfront sind nämlich zwei riesige Schiffe angekommen. Eine Riesensache, die halbe Gegend ist abgesperrt, Security, und Werbestände soweit das Auge reicht.

 

Am Nachmittag klappern wir die Stadtviertel, Shops und Restaurants ab und merken schnell, dass Portland vor allem durch die schöne Hillside und coole Restaurants besticht.

 

Mit der Strassenbahn fahren wir über die Brücke ins Lloydviertel, die Eisbahn im Lloyd Center wurde kurzerhand zur Rosenausstellung umfunktioniert. Das Shoppingcenter haben wir auch schnell gsehen, wir geniessen lieber noch weiter das wunderbare Wetter.

 


Im Rock Bottom geniessen wir den Abend bei Drinks und Nachos.

 

Hier in Portland macht people watching besonders viel Spass - so sehen wir zum Beispiel den einradfahrenden Darth Vader mit dem Dudelsack. Crazy Folks here - einige nehmen wohl definitiv zu viele Drogen.

Tag 7: Portland

Auf den heutigen Tag hat Portland ein Jahr gewartet, die Rosenprinzessin wird gekürt und die Grand Floral Parade findet statt. Schon am frühen Morgen säumen Zuschauer in Zelten und auf Campingstühlen die Strassen. Nach dem Spaziergang zur südlichen Waterfront entscheiden wir uns für ein ruhiges Frühstück im Zimmer. Waffeln, frische Beeren und Smoothies - immer wieder fein.

 

Jeden Samstag versammeln sich die Portländer am Portland Saturday Market. Rund um die Burnside Bridge werden Kunsthandwerk, Bekleidung, Food und allerlei Accessoires zum Kauf angeboten. Das bunte Spektakel wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. 


Auch die Parade ist mittlerweile in vollem Gang, die Navy, Marschmusikorchester, Rosenprinzessinnen und Tänzerinnen sorgen für Begeisterung in ganz Downtown - inkl. Radio-, TV- und Livestreamübertragung. Dafür muss man wohl Amerikaner sein.

 

Aus einem Zweitbesuch bei Voodoo Donought wird leider nichts, die Warteschlange ist gigantisch! Nach einem Stop in einer kleinen alternativen Bakery wird es nun Zeit, zurück zum Hotel zu gehen und auszuchecken.

 

Ziellos schlendern wir durch die Strassen auf der Suche nach einem Restaurant und landen schliesslich im Pearl-Viertel.

 

Deschutes Brewery & Public House entpuppt sich als absoluter Glücksgriff! Natürliche, lokale Zutaten werden zu unglaublich leckeren Gerichten verarbeitet. Das Lokal ist proppenvoll, auch das hausgebraute Bier muss wohl besonders sein hier - es wurde mit einem Award ausgezeichnet. Spitze!


Direkt um den Block befindet sich Powell's City of Books - ein Traum für jede Leseratte. Der weltgrösste Bücherladen bietet über 1'000'000 neue und gebrauchte Bücher an. Auch wer vergriffene Exemplare sucht, hat hier gute Chancen.

 

Mit neuem Lesestoff für die Zugfahrt verlassen wir die Gegend in Richtung Union Station.

 

 

Am Nachmittag boarden wir den Amtrak Cascades 516 zurück nach Vancouver und wieder kann ich mich kaum sattsehen an dem Wahnsinnsausblick. Die Fahrt ist lang, aber die Strecke könnte echt nicht schöner sein. An allen Stränden, Buchten und auf den Piers geniessen tummeln sich die Leute und winken unserem Zug fröhlich zu.

 

 

 

Erschöpft checken wir am späten Abend im Opus Hotel wieder ein und erhalten direkt Sparkling Wine in die Hand gedrückt. Man fühlt sich hier extrem wohl und willkommen, so auch im Zimmer, wo neben unserem Gepäck bereits hübsch eingepackte Schokolade und Chips mit einer handgeschriebenen Karte für uns parat liegen. Ein schönes persönliches Dankeschön für den erneuten Besuch. Da kehrt die Energie im Nu zurück!

 

Im Yaletown-Viertel herrscht am Samstagabend Hochbetrieb, schick angezogene Leute flanieren von Bar zu Bar und geniessen die laue Sommernacht.

Tag 8: Vancouver Rückreise

Der letzte Tag steht an, grosse Pläne haben wir noch nicht. Die Receptionistin legt uns an Herz, nach Capilano zu fahren. Also schnappen wir eines der Taxis vor dem Hotel und lassen uns für CAD 25 zur Capilano Suspension Bridge kutschieren. Ich bin gespannt, solche Dinge sind nicht gerade mein Fall.

 

Die Anlage ist als Erlebnispfad angelegt. Busweise werden Touristen angekarrt, der stolze Preis von CAD 35 scheint dem Erfolg nichts anzuhaben.

Nice to see, wenn man Höhe und Abenteuer mag. Ich musste mich sehr überwinden, um überhaupt auf die andere Seite zu gelangen. Die Brücke ist wackelig und schwankt ununterbrochen, von Spass war bei mir keine Rede. Mein Freund fand es superlustig, mein Gekreische hat da wohl auch seinen Teil dazu beigetragen.

 

Die kleinen Nebentrails waren aber auch für mich ein schönes Erlebnis.

Mitten auf dem Cliffwalk spricht uns eine Japanerin an und macht von uns Fotos was das Zeug hält. Wir nutzen die Gelegenheit und wenden unsere paar Brocken japanisch an - sie freut sich sehr darüber.

 

 

Für weitere CAD 10 fährt uns nun ein Taxi zur Talstation des Grouse Mountains. Auch hier ist der Preis gepfeffert, aber wenn man bedenkt wie viel die Bergbahnen bei uns in der Schweiz kosten, sind CAD 44 akzeptabel.

 

Die 6-minütige Fahrt bietet einen spektakulären Blick auf die Skyline und den Lake Capilano.

Vom Observatory aus können wir dann aber leider gerade noch zuschauen, wie sich dicke Wolken vor den Berg schieben. Nach einem Spaziergang und Kurzbesuch bei den Grizzlies fahren wir deshalb wieder talwärts. Beklagen wollen wir uns nicht, das Wetterglück stand bisher die ganze Woche zu 100% auf unserer Seite.

Ich musste mich auf der Hängebrücke überwinden, mein Freund sich in der Gondel, dafür haben wir aber schöne Aussichten genossen und den Sonntagvormittag optimal genutzt. Ein guter Tip von der Receptionistin Audrey.

 

Das Hotel hat uns freundlicherweise Late Check-Out gewährt. Wir schaffen es - dank dem Free Shuttle nach Downtown - pünktlich um 13.00 unsere Schlüssel abzugeben.

Im Flying Pig, einem trendigen Restaurant im Yaletown, machen wir Mittagspause und gönnen uns zum Essen einem Drink. Die im Körbchen gereichte Vorspeise entpuppt sich nicht als Brot, sondern leckeren Cake. Etwas aussergewöhnlich vor der Hauptspeise, aber sehr fein.

 

 

Den Nachmittag verbringen wir an der Robson Street und im Pacific Center, um noch letzte Einkäufe zu tätigen und ein letztes Mal durch die Läden zu streifen. Die grossen Ketten sind hier in Vancouver vertreten, zusätzlich gibt es viele kleine alternative Shops. Preislich und auch von der Vielfalt her ist Vancouver aber nicht vergleichbar mit New York oder Los Angeles.

 

Mit Bath & Bodyworks-Seifen im Gepäck spazieren wir langsam zurück ins Hotel und holen unseren Koffer. In der Opus-Lounge geniessen wir noch einen letzten Drink, bevor wir mit der Canada Line zum Flughafen fahren. Heute kosten die Tickets sogar nur CAD 2.75.

Am Flughafen wird es etwas mühselig, da wir vorgängig unsere Bording Pässe nicht ausdrucken konnten. Man denkt, dass dies am Schalter flugs erledigt wird, nicht so heute. Zwei Angestellte und 5 Versuche sind nötig, bis wir schliesslich zwei kopfüber ausgedruckte Pässe mit falschen Sitzreihen erhalten.

 

Die Begründung, es gebe noch einen anderen Passagier mit dem gleichen Vornamen sorgt nicht direkt für Beruhigung. Schliesslich können wir los zum Security Check. Auch hier sind die fähigsten der Fähigen im Dienst, die Absperrbänder lotsen die Warteschlange ins Dead End und ein Chaos entsteht.

Am Gate wird mein Freund aufgerufen, man wollte ihm nochmal persönlich mitteilen, dass es doch keinen zweiten Passagier gibt mit dem gleichen Vornamen auf dem Flug gibt!?

 

Das wars noch nicht, im Flugzeug werde ich als Mr. aufgerufen, mich beim Kabinenpersonal zu melden. Ich sei beim Boarding nicht erfasst worden, die Flight Attendant musste via Funk dem Bodenpersonal bestätigen, dass ich an Board bin. So viel Action und Unprofessionalität, das hatten wir jetzt auf all unseren zahlreichen Flügen noch nie.

 

Der Rückflug mit Edelweiss Air verläuft schlussendlich problemlos und angnehm. Nur bei der Landung sind wir nicht sicher, ob wir nicht doch in Singapur gelandet sind. 35 Grad und pralle Sonne erwarten uns in Zürich.

 

Eine wunderschöne Reise geht zu Ende, die wir so in dieser Kombination auf jeden Fall weiter-empfehlen würden. Dank dem phänomenalen Wetter konnten wir in der verfügbaren Zeit alles wie geplant besichtigen und eine erholsame und stressfreie Urlaubswoche geniessen. Kanada war uns auf Anhieb sympathisch, da waren wir mit Sicherheit nicht zum letzten Mal.