Reisebericht New York April 2001

Tag 1:


Wir schreiben das Jahr 2001, ich bin gerade mal 21 Jahre alt und ein grosser Traum von mir erfüllt sich. Ich reise zum ersten Mal in die USA! Am 17.4.2001 heben wir mit der Swissair ab in Richtung Newark. Schon der Flug bedeutet für mich ein Abenteuer, ist es doch das erste Mal, dass ich an Bord in Genuss des Unterhaltungssystems komme. In Newark holt mich die rasante Taxifahrt zum Hotel Wellington zurück auf den Boden der Tatsachen und meine Vorfreude ist grenzenlos. Das Hotel liegt in Manhattan sehr zentral an der 57th Street/7th Avenue. Ich steige aus dem Taxi, finde mich inmitten der riesigen Hochhäuser wieder und verliebe mich in dieser Sekunde in die Stadt.

Nach dem Check-In gibt es kein Halten mehr und wir erkunden zu Fuss die Gegend rund um unser Hotel. Wir spazieren los und gewöhnen uns langsam an die Dimensionen dieser riesigen Stadt. Selbst ganz alltägliche Dinge wie die Strassenüberquerung sind hier nicht ganz ohne...Im Sekundentakt erkennen wir aus Filmen und Serien bekannte Schauplätze wieder und knipsen bereits Fotos was das Zeug hält. Wir klappern unterwegs die Stores und Souvenirläden ab und erleben schliesslich ein weiteres Highlight, wir entdecken die Leuchtreklamen des Times Square! Wir suchen uns einen Platz im Café Europe, bestellen uns Quesadillas und beobachten das Treiben gemütlich sitzend.

 

Jetzt wollen wir uns Manhattan von oben ansehen, wir fahren zum Empire State Building und kaufen uns den New York Pass. So kommen wir in den Genuss vergünstigter Eintrittspreise bei diversen Sehenswürdigkeiten, unter anderem auch hier. Die Warteschlange ist beträchtlich, was uns aber nicht von unserem Vorhaben abbringen lässt. Wir stellen uns an und werden schliesslich mit rasend schnellen Liften zur Aussichtsplattform befördert - nichts für meinen schwachen Kreislauf. Die Aussicht ist gigantisch, die fahrenden Autos unbedeutend klein. Richtig wohl ist mir da oben nicht und ich bin froh, als wir nach Einbruch der Dämmerung schlussendlich wieder festen Boden unter den Füssen verspüren.

 

Bereits neigt sich der erste Urlaubstag dem Ende zu, wir spazieren zurück zum Hotel, geniessen den beleuchteten Times Square und fallen mit unzähligen Eindrücken müde ins Bett.

Tag 2:


Die Zimmer im Hotel Wellington sind sauber und zweckmässig, allerdings bezahlt man mit dem teuren Übernachtungspreis ordentlich die zentrale Lage mit. Die mag tagsüber zwar sicher toll sein, nachts ist der Lärm aber beträchtlich. Oder anders gesagt, wir Landeier kennen den Grossstadtlärm mit heulenden Sirenen in dieser Form wohl einfach nicht. Der Jetlag tut sein Übriges, so dass wir uns jetzt alles andere als erholt auf die Suche nach einem Frühstückslokal machen. Ein paar Blocks südlicher werden wir fündig und geniessen Bagels, Tee und Muffins.

 

Gestärkt spazieren wir zur Ablegestelle der Circle Line Sightseeing Cruises und kaufen Tickets für die dreistündige Fahrt rund um Manhattan. Gemächlich shippert das Boot auf dem Hudson und wir geniessen den tollen Blick auf die Skyline.

Die Südspitze von Manhattan haben wir nun passiert und fahren auf der Eastside wieder hoch, vorbei an der Brooklyn Bridge, dem Uno-Gebäude und dem Empire State Building. Bisher verflog die Zeit im Nu, es gab die ganze Zeit sehr viel Beeindruckendes zu sehen. Mittlerweile ist die Gegend nicht mehr ganz so dicht besiedelt und das nächste Highlight folgt erst einige Zeit später in Form des Yankee Stadiums. Meiner Meinung nach kann man sich diese Fahrt gestrost schenken, ab dem Yankee Stadium ist es nämlich nur noch langweilig und eintönig, und das noch für satte eineinhalb Stunden lang.

Zurück an Land besichtigen wir den direkt um die Ecke liegenden Flugzeugträger im USS Intrepid Museum.

 

Hungrig schlagen wir uns in einem indischen Restaurant die Bäuche voll, bevor wir zurück zum Times Square spazieren. Am Nachmittag besuchen wir den grossen Levi's Store, Bloomingdales und FAO Schwarz, den riesigen Spielzeugladen.

 

 

Wenige Blocks weiter erspähen wir den Tower vom Rockefeller Center und verbringen den Abend, indem wir den schlittschuhlaufenden New Yorkern zusehen und den diversen Musikläden in dieser Gegend einen Besuch abstatten. Auf die Schlittschuhe wagen wir uns nicht :-).

Tag 3:


Heute wirds für mich spannend. Zum Zeitpunkt der Reise arbeite ich in der Börsenabteilung einer Privatbank und die Begriffe Wall Street, Nasdaq und Dow Jones umgeben mich jeden Tag. So freue ich mich sehr, dass wir die New York Stock Exchange (NYSE) besichtigen und die Geschehnisse für einmal live verfolgen können. Frühmorgens fahren wir ins Financial District und verbringen da einen äusserst interessanten Vormittag.

Im Anschluss buchen wir eine Bootstour nach Ellis Island und zur Statue of Liberty. Den Hudson habe ich mir etwas klarer vorgestellt, die Statue um einiges grösser. Auf einen Besuch in der Krone verzichten wir, ein Rundgang auf den beiden kleinen Inseln reicht uns.

 

Weitere Programmpunkte für heute sind nicht mehr geplant, so dass wir den restlichen Tag mit Spazieren durch New Yorks Strassen und Shoppen verbringen.

Tag 4:


Den heutigen Tag starten wir mit einem Besuch im weltbekannten American Museum of Natural History. Das Museum ist riesig, so dass wir einige Zeit beschäftigt sind. Ausdauernd erkunden wir die in Zeitepochen aufgeteilten zahlreichen Stockwerke.

 

Etwas frische Luft kann nun nicht schaden, wir spazieren durch den Central Park und erfreuen uns an den wunderschönen Cherry Blossoms. Ich bin fasziniert, so viele schön blühende Kirschbäume auf einmal habe ich bis dato noch nirgendwo gesehen. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich 11 Jahre später in Japan eine regelrechten Kirschblüten-Traum erleben darf und die Blüte mich nicht mehr loslassen wird.

 

 

Auf dem Weg zum Guggenheim-Museum entdecken wir ein Schild, das Jogger darauf hinweist, nur im Uhrzeigersinn um das Jacqueline Kennedy Onassis-Reservoir zu rennen. Lachend spazieren wir zum Museum und statten diesem einen Besuch ab. Die Architektur ist beeindruckend, die Muffins im Entree superlecker.

 

Wir bummeln die 5th Avenue bis zur Public Library runter und lassen uns eine Videokamera andrehen, die im Elektronikfachmarkt zu Hause günstiger zu haben wäre. Als wir in Ruhe nachrechnen wird uns der schlechte Deal bewusst und wir ärgern uns über die verlorenen Dollar. Ein Kompliment an diesen Verkäufer, er hat es geschafft uns übers Ohr zu hauen.

 

Jetzt bleibt noch etwas Zeit für Frustkäufe im Macy's, bevor wir den Rückweg zum Hotel antreten.

Tag 5:


Heute haben wir uns einiges vorgenommen: Wir wollen zu Fuss bis zum World Trade Center spazieren, um so möglichst viel von den Strassen New Yorks mitzukriegen. Motiviert marschieren wir nach dem Frühstück zügig los und halten die Eindrücke fotografisch fest. Besonders das Flatiron Building beeindruckt uns mit seiner speziellen Form, die an ein Bügeleisen erinnert.

 

Eine halbe Stunde später erreichen wir bereits Littly Italy, welches aber bis auf zahlreiche kleine Espresso-Bars und Pizzerien nicht viel mit dem uns bestens bekannten Italien gemein hat. Zudem wird es immer mehr von dem direkt angrenzenden Chinatown verdrängt. Da marschieren wir in flottem Tempo durch, die in den Schaufenster hängenden gebratenen Enten laden nicht zum verweilen ein.

Wir sind bei der Brooklyn Bridge angelangt und machen uns auf den Weg zum Brückenpfeiler. Die Distanz haben wir ziemlich unterschätzt, aber wir geben nicht auf - schliesslich wollen wir das klassische Fotomotiv festhalten. Wir marschieren zurück und direkt weiter zum World Trade Center. Wir sind mittlerweile hungrig und entscheiden uns für eine kleine Pizzeria mit Blick auf die Twin Towers.

Erneut geht es in luftige Höhen, wir fahren mit dem Aufzug hoch zum Aussichtspunkt des einen Towers. Mir ist nicht ganz Wohl bei Sache, so richtig schwindelfrei bin ich nämlich nicht. Anders als beim Empire State Building mussten wir hier nicht lange anstehen. Der Blick über Manhatten ist gigantisch, auch die Freiheitsstatue ist gut sichtbar.

 

Via Soho, Greenwich Village und Midtown treten wir den Rückweg an und kaufen Salbe für die geschundenen Füsse. Nach einer Erfrischung im Hotel sorgen wir im Hard Rock Café dafür, dass die abgestrampelten Kalorien wieder angefuttert werden.

 

 

Tag 6:


Heute ist leider schon der letzte Tag in dieser faszinierenden Stadt. Ich könnte hier definitiv noch viel länger bleiben, die Stadt hat mich in ihren Bann gezogen. I'll be back!

 

Wir nutzen die verbleibenden Stunden aus, um noch letzte Souvenirs und Jeans zu kaufen und nochmal himmlische Muffins zu geniessen. Essenstechnisch kommt die Rückreise wohl gerade rechtzeitig, so dass die neuen Kleider dann auch noch passen sollten.

 

Wir holen unser Gepäck ab und lassen uns mit dem Taxi zum Newark Liberty International Airport fahren. Trotzt reichlich Zeitreserve steigt der Adrenalinspiegel noch einmal etwas an. Es gab einen schlimmen Unfall und der Holland Tunnel ist blockiert. Mit mehr als einer Stunde Verspätung erreichen wir nervös den Flughafen, springen aus dem Taxi, schnappen die Koffer und checken auf den letzten Drücker ein. Zum Glück hat alles noch rechtzeitig geklappt und wir heben planmässig ab in Richtung Schweiz.