Reisebericht Kalifornien (Los Angeles und San Francisco) Januar 2011

Hollywood B&B
Hollywood B&B

Tag 1: Hinflug


Am Samstag, 22. Januar 2011 ist es endlich wieder so weit. Wir fliegen nach Kalifornien! Ungeduldig warten wir in Zürich am Abflugsgate und erleben gleich das erste Highlight: Marilyn Manson ist auf dem selben Swiss-Flug! Er spaziert direkt auf uns zu und setzt sich zwei Plätze neben uns auf die Wartebank. Nervös krame ich in meiner kleinen Handgepäcktasche und suche mit zitternden Händen nach der Kamera. Ich bitte ihn um ein Erinnerungsfoto und er willigt nach einigen Überredungsversuchen ein. Aufgekratzt steigen wir in den Flieger und versuchen das Erlebnis zu verarbeiten. Seit dem Release von "Smells like Children" 1995 bin ich ein grosser Fan seiner Kunst. Einen Start, wie man ihn sich nicht besser wünschen kann. Wir können unser Glück kaum fassen und sind uns jetzt sicher, dass wir definitiv nie im Lotto den Haupttreffer landen werden.   

 

Am frühen Abend landen wir in LAX und holen direkt unseren Mietwagen ab. Dieser Prozess gestaltet sich etwas mühsam, wollen uns die Angestellten doch so einiges an Zusatzdiensten verkaufen. Die Investition in das Navigationsgerät stellt sich aber schon nach wenigen Metern als lohnenswert heraus. Im Hollywood B&B erwarten uns Nina und Will, es ist bereits unser zweiter Besuch bei den beiden. Das kleine B&B ist DER Geheimtip in der West Hollywood Area. Die Zimmer sind liebevoll dekoriert und eingerichtet, die Lage am Hollywood Boulevard zentral und das Frühstück phänomenal!

Walk of Fame
Walk of Fame

Wir spazieren zu Fuss dem Hollywood Boulevard entlang und sehen uns die Sterne auf dem Walk of Fame an. Im neueröffneten Hard Rock Cafe hauen wir die ersten Burger rein.  Müde schlendern wir durch das Hollywood&Highland-Center, bis wir uns dann in Richtung Bett begeben. Mittlerweile sind wir seit 24 Stunden auf den Beinen.

Tag 2: Premium Outlets, Malibu, Venice Beach, Farmers Market


Wir sind in Amerika, die Zeitverschiebung lässt uns mal wieder nicht schlafen. Mitten in der Nacht hellwach vertreiben wir uns die Zeit im Internet (IPhone und WLAN sei dank). Um 6.00 wagen wir uns in die Küche und tatsächlich steht das Frühstück schon bereit. Wir hauen ordentlich rein, Nina's Breakfast is the best!!

 

Wir sind schon aufgeregt, heute stehen die Premium Outlets auf dem Programm! Bereits eine halbe Stunde vor der Öffnung befinden wir uns auf dem riesigen Parkplatz und zählen die Minuten. Um Punkt 10.00 tauschen wir an der Info unseren Internetvoucher gegen das Gutschein-Booklet und jetzt geht's los! Als gäbe es kein Morgen, shoppen wir was das Zeug hält. Die Preise sind unglaublich, da MUSS man einfach zuschlagen. Ganz zum Schluss, wir sind schon etwas gerädert, finden wir per Zufall noch einen uns bis dahin unbekannten Store: Affliction. Das war die Neuentdeckung des Tages. Der Style der angebotenen Kollektion trifft unseren Geschmack, preislich sind die Klamotten allerdings an der oberen Grenze (zumindest für US-Verhältnisse).

 

Ein unschönes Erlebnis beschert uns Wetzel's Pretzels: Gut gelaunte Angestellte verteilen kostenlose Samples und selbstverständlich greifen auch wir beherzt zu. Das kleine Stück Brezel ist unter der gigantischen Zwiebelsalz-Schicht nur schwer zu erkennen und schmeckt einfach nur fürchterlich. Don't try this!!!

Malibu
Malibu

Mit gefülltem Kofferraum fahren wir dem Pacific Coast Highway 1 entlang via Malibu nach Santa Monica, Venice Beach und geniessen dabei den gigantischen Ausblick. Wir legen kurze Zwischenstops ein und halten die wunderschöne Landschaft fotografisch fest.

 

Es ist Sonntagnachmittag, am Venice Beach herrscht reger Betrieb so dass man stundenlang den Freaks zusehen könnte. Mit leckeren Smoothies bewaffnet geniessen wir einen traumhaften Sonnenuntergang.

Burrito Grande
Burrito Grande

Jetzt geht's weiter zum Farmer's Market in die Cheesecake Factory zum Nachtessen. Wir müssen noch eine Weile auf unseren Tisch warten, also vertreiben wir uns die Zeit mal wieder mit Window Shopping. Die Atmosphäre erinnert an einen Vergnügungspark, eine sehr angenehme autofreie Zone.

 

Das Essen ist dann auch wie immer hervorragend, den Burrito Grande schaffen wir allerdings selbst zu zweit nicht. Leider ist das Blueberry Cheesecake aus :-(. Gerädert machen wir uns auf den Weg zurück ins B&B, jetzt wollen wir nur noch schlafen!

Tag 3: Griffith Observatory, Santa Monica, West Hollywood


Heute machen wir uns schon vor dem Frühstück auf den Weg, wir fahren zum Griffith Observatory. Den nachfolgenden Sonnenaufgang werden wir so schnell nicht wieder vergessen. Ein Traum! Beeindruckt schauen wir der riesigen Stadt zu, wie sie langsam zum Leben erwacht. Dieses Spektakel empfehle ich jedem L.A.-Besucher, selbst Nachteulen werden mir zustimmen, dass sich dafür frühes Aufstehen mehr als lohnt.

 

Das Hollywood Sign kann man von diesem Punkt aus ebenfalls sehr gut ablichten. Nach diesem Highlight sind wir nun alle hungrig und freuen uns auf das leckere Frühstück im B&B.

Santa Monica
Santa Monica

Gestärkt fahren wir nach Santa Monica und spazieren dem Pier und dem Strand entlang. Terry Prince verzaubert uns mit seiner Musik, so dass wir ihm direkt eine CD abkaufen. Mittagspause machen wir bei Il Fornaio, bevor wir zur 3rd Street Promenade marschieren.

 

Auf dem Rückweg stoppen wir in Beverly Hills und schauen uns die zahlreichen Luxusautos und -läden an.

 

In West Hollywood lassen wir bei Off Broadway Shoes, Affliction an der Melrose Avenue und im Beverly Center noch ein paar Dollar liegen (endlich habe ich mir meinen langersehnten Desigual-Mantel gegönnt :-)) und stylen uns dann für den Abend in den Clubs.

Rodeo Drive Beverly Hills
Rodeo Drive Beverly Hills

1. Stop: Rainbow Bar&Grill. Das Kultlokal schlechthin enttäuscht auf der ganzen Linie. Die Fritten sind ungeniessbar, die Drinks viel zu stark und lieblos zubereitet ebenfalls. Das Lokal lebt definitiv nur noch von seinem Ruf der 80er Jahre.

 

2. Stop: House of Blues. Wir haben Karten für Steel Panther. Um 21.30 startet die Vorband mit coolem Rock und zum Schauen und Staunen tummelt sich da auch so einiges ;-). Gegen 23.00 erscheint dann eine zweite Vorband, die kann uns allerdings wenig begeistern. Der Jetlag hängt uns dermassen in den Knochen, dass wir schlussendlich ins Bett fallen ohne einen Ton von Steel Panther gehört zu haben.

Carmel-by-the-sea
Carmel-by-the-sea

Tag 4: Fahrt nach San Francisco


Bye bye, Hollywood Hills
I'm gonna miss you, where ever I go
I'm gonna come back to walk these streets again

(Sunrise Avenue)

 

Ohne Zwischenübernachtung wollen wir die Strecke bis San Francisco zurücklegen. Wir fahren so früh los, dass wir zur Rush Hour bereits in Santa Barbara sind. Eben volltanken, Beine kurz vertreten und weiter. Nun wird die Fahrt etwas eintönig. Um vorwärts zu kommen wählen wir die 101 und passieren Acker und Einöde. Angestrengt versuchen wir uns gegenseitig wach zu halten, bis wir gute 4 Stunden später schliesslich unser Zwischenziel Carmel-by-the-sea erreichen. Der Strand ist wunderschön, die kleinen Häuschen erinnen an ein Hexen- oder Hobbitdörfchen. Wir spazieren am Strand und legen eine längere Mittagspause ein.

Für den Rest der Strecke wählen wir den Pacific Coast Highway 1, um noch etwas von den Schönheiten der Küste mitzukriegen. Entsprechend langsam kommen wir dann auch weiter, werden dafür aber mit einem überwältigenden Blick aufs Meer entschädigt. Mittlerweile sind wir alle erschöpft und erwarten die Ankunft in San Francisco sehnsüchtig. Erschwerend kommt hinzu, dass die kurvige Strecke meinem Magen nicht gefällt. Mir wird immer übler, bis ich schlussendlich die Strecke so gar nicht mehr geniessen kann. Wir sind alle heilfroh, als sich uns nach dem nächsten Hügel das wunderschöne Panorama von San Francisco präsentiert. Zum Dessert noch durch den mehrspurigen Autobahndschungel, dann stehen wir endlich direkt vor der USA Hostel. Die Jungs bringen den Mietwagen zurück, wir Mädels checken ein und machen uns lang. Mir ist mittlerweile so schlecht, dass ich nur noch liegen mag.

 

Wir buchen für den nächsten Vormittag eine City-Tour und verabreden uns für später zum Nachtessen und einen ersten Streifzug durch die Stadt. Bereits nach einigen Blocks gebe ich Forfait, heute geht einfach nichts mehr. Ich fühle mich sterbenselend.

Tag 5: San Francisco


Die Zimmer in der am zentralen Union Square angesiedelten USA Hostel sind sehr klein, verfügen aber über ein eigenes Badezimmer und die Sauberkeit gibt auch zu keinen Beanstandungen Anlass. Wir bezahlen pro Übernachtung schlappe 36 USD und sind uns alle einig, dass man in den USA die Kohle lieber in Essen und Klamotten als in teure Unterkünfte investiert. Wir haben super geschlafen und freuen uns auf das Frühstück: Pancakes und Cereals, all you can eat. Die grosse Ernüchterung folgt direkt beim Betreten des Aufenthaltsraumes. Hier wurde offensichtlich zünftig gefeiert, lassen die zahlreichen leeren Flaschen und Chiptstüten zumindest darauf schliessen. Neben dem Billardtisch liegt sogar noch eine schlafende Schnapsleiche. Wir amüsieren uns köstlich und verziehen uns zu Starbucks.

Golden Gate Bridge
Golden Gate Bridge

Um 9.00 werden wir vom Minibus abgeholt und zum Tour-Terminal von guideyou.com am Fisherman's Wharf gefahren. Wir erhaschen einen ersten Blick auf Alcatraz und die Jungs freuen sich. Beim Ticketumtausch klappt leider so einiges nicht und wir sitzen erst nach hartnäckigen Verhandlungen im Bus. Unser Guide ist gutgelaunt und begrüsst uns mit den Worten "don't kill sharks". Wir fahren via Chinatown, Little Italy/North Beach über die Golden Gate Bridge und machen da bereits den ersten Fotohalt. Wir haben Traumwetter erwischt, weit und breit ist kein Nebel sichtbar. Ich grinse selig, war ein langgehegter Traum von mir doch die Golden Gate Bridge zu sehen. 

Unzählige Fotos später setzen wir die Tour fort und fahren aufgrund der ausserordentlich guten Wetterverhältnissen zu den Twin Peaks. Von dem windigen Aussichtspunkt aus ist der Blick auf San Francisco gigantisch. Ich spüre die Folgen der ständigen Temparaturwechsel und Klimaanlagen, mein Hals schmerzt und ich geniesse die Sehenswürdigkeiten weitgehend schweigend.

Japanese Garden
Japanese Garden

Weiter geht's zum Golden Gate Park. Wir haben Zeit zur freien Verfügung und nutzen diese für einen Besuch im wunderschönen japanischen Garten. Weit weg von zu Hause kriegen wir schon wieder Fernweh, schliesslich hatten wir im letzten Jahr in Japan einen Traumurlaub. 2012 wird es wieder soweit sein :-)

Painted Ladies
Painted Ladies

Nun fühlen wir uns zurückversetzt in die 60er Jahre; wir fahren durch das Gebiet rund um die Strassenecke Haight und Ashbury. Es ist der alte Hippie-Kiez. 1967, im “Summer of Love”, kamen tausende junger Leute hierhin. Einige Minuten später stoppen wir kurz, damit wir die Painted Ladies ablichten können. Einen letzten kurzen Halt machen wir unterhalb der Lombardstreet, zum Fotografieren ist die Lage aber zu ungünstig. Wir fahren zurück zum Fisherman's Wharf und erkunden das Pier 39. Zum Mittagessen teilen wir uns auf, ich will jetzt unbedingt Sushi – inspiriert durch den japanischen Garten. Direkt am Pier finde ich Hana Zen Sushi, erhalte einen Tisch mit Blick auf Alcatraz und geniesse das in einer Bento-Box hübsch angerichtete Essen in vollen Zügen.

Pier 39
Pier 39

Wir treffen uns eine Stunde später wieder bei den Seelöwen, immer der Nase nach. Wir erkunden Pier 39 und finden hübsche UGG-Modelle, die trotzt sommerlicher Temperaturen selbstverständlich mitkommen.

Mit dem Taxi lassen wir uns zum Union Square fahren und durchpflügen den mehrstöckigen Levi's Store, holen bei Walgreens Drugs für meine inzwischen horrenden Halsschmerzen und kaufen bei Macy's eine Reisetasche. Mit einem Koffer kommen wir nicht mehr hin. Wir gönnen uns ein Stück Cheesecake, einen Cocktail und geniessen dabei die Aussicht. Auf dem Weg zum Hotel verliere ich mich im Victoria's Secret.

 

Später spazieren wir zum Guitar Center und reservieren direkt daneben für nachher einen Tisch bei Ruth's Chris Steak House. Optimal gelaufen, so haben wir ein Zeitlimit für den riesigen Musikladen :-) Das Essen begeistert uns restlos. Wir kommen aus dem Schwärmen nicht mehr heraus und erfreuen uns an dem tollen Abend.

Golden Gate Bridge und Alcatraz
Golden Gate Bridge und Alcatraz

Tag 6: San Francisco


Wir schlafen erneut gut und entscheiden uns heute für American Breakfast. Den Frühstücksraum in der Hostel betreten wir gar nicht erst. Nach Pancakes, Waffles, Omelettes, Bagels und Cream Cheese bringt uns das Taxi zum Pier und wir nehmen die Early Bird-Fähre nach Alcatraz. Die grandiose Sicht lenkt mich ab, so dass ich die kurze Überfahrt ohne Schaden überstehe.  

Alcatraz
Alcatraz

Wir schnappen uns Audioguides und erforschen die Zellen und Räume des legendären Gefängnisses. The Rock ist wirklich sehenswert, allerdings reichen 2 Stunden locker aus. So stehen wir bereits um die Mittagszeit wieder am Pier und gönnen uns im Hard Rock Café einen Snack. Ich verzichte auf Vor- und Hauptspeise, ein Chocolate Fudge Brownie tut's auch :-).

Union Square
Union Square

Den Nachmittag verbringen wir in der Westfield Mall und am Union Square. So füllen wir auch noch die letzten Kofferzwischenräume aus.

 

Nachtessen gibts zum Abschluss in der Cheesecake Factory. Wie immer superlecker!

Lombard Street
Lombard Street

Tag 7: Letzer Tag


Jetzt ist es soweit, der letzte Tag unseres Urlaubs ist angebrochen. Wir sind aber alle sehr zufrieden mit den vergangenen Tagen und freuen uns auf die Heimat. Weitere Shoppingtage würde unser Budget nicht gutheissen, und gesehen haben wir von San Francisco eigentlich auch was wir wollten. Wir deponieren unser Gepäck, checken aus und machen uns auf den Weg zum Pier.

 

Jetzt sehen wir San Francisco so, wie es uns alle prophezeit haben. Die Golden Gate Bridge hängt im Nebel, es ist frisch und dunstig. Wir schlendern gemütlich dem Wasser entlang und entscheiden uns dann für eine Taxifahrt zur Lombard Street in der Hoffnung, doch noch ein brauchbares Foto zu erhaschen. Der Fahrer macht sich einen Spass daraus, mit uns Achterbahnfahrt durch die Hügel von San Francisco zu spielen. Tatsächlich knipsen wir noch einige Fotos und machen uns dann auf den Weg zur Mall zum Mittagessen. Bei einem leckeren Asiaten (Ajisen Ramen) gönnen wir uns flugverträgliche Kost und verschenken unsere Desigual-Tüten (ja, es gab dann doch nochmal etwas heute) an Mall-Angestellte. Es wird uns mal wieder vor Augen geführt, wie gut es uns geht und wie sehr sich Leute, die nichts besitzen, an Kleinigkeiten erfreuen können. Mit dieser Erkenntnis holen wir unser Gepäck in der Hostel und fahren mit dem Shuttle zum Airport. Kein Übergepäck, die Rucksäcke sind ebenfalls unter 8kg.

 

Bye bye San Francisco.....