Reisebericht Kalifornien (Los Angeles und Catalina Island) November 2009

Tag 1:


Es fühlt sich an wie ein halbes Leben, dabei sind seit meinem letzten Amerika-Besuch gerade mal 2.5 Jahre vergangen. Für meinen Freund bedeutet diese Reise den ersten Überseetrip und dementsprechend gross ist die Aufregung bei uns beiden. Fröhlich steigen wir ins Swiss-Flugzeug und lassen die neblig kalte Schweiz für eine Woche hinter uns. Die Filmauswahl ist riesig und sehr aktuell, so dass die lange Flugzeit gut auszuhalten ist. Am Immigrationschalter läuft auch alles wie am Schnürchen: Fingerabdrücke, Willkommensfoto, ein paar Fragen beantworten und schon stehen wir in der Ankunftshalle.

 

Wir schnappen unseren Koffer und gönnen uns ein Taxi für die Fahrt zum Hollywood Bed & Breakfast. Die tolle Location am Hollywood Boulevard hat uns eine Freundin wärmstens empfohlen und sie hat in keinster Weise übertrieben. Die Inhaberin Nina hat die Zimmer mit liebevoller Hingabe dekoriert und eingerichtet, das Haus selber bunt bemalt und ihrer Kreativität voll und ganz freien Lauf gelassen.

 

Zu Fuss machen wir uns auf den Weg zum Walk of Fame und freuen uns über etwas Bewegung nach dem langen Flug. Bereits nach 20 Minuten entdecken wir den ersten Stern und gleichzeitig zahlreiche Touristen. Seit meinem letzten Besuch vor 5 Jahren hat sich dieser Abschnitt des Hollywood Boulevards in eine Touristenattraktion verwandelt. Grelle Leuchtreklamen animieren die Besucher zu Show- und Museumsbesuchen, Einkäufen und Kaffeepausen. Auch wir sind jetzt hungrig und entscheiden uns für die Imbisskette Johnny Rocket.

Den restlichen Abend verbringen wir mit einem Besuch im Madame Tussaud's und werden enttäuscht. Die Wachsfiguren ähneln den Stars mit etwas Fantasie, auf keinen Fall ist es aber mit dem Originalmuseum in London vergleichbar.

Tag 2: Universal und Warner Bros.


Mit einem superleckeren Frühstück von Nina und Will starten wir den Tag energiegeladen. Während wir genüsslich Bagels, Cereals und Obst verspeisen, kommen wir mit dem Engländer Nick ins Gespräch.

 

Wir spazieren zur Metrostation Hollywood/Highland und fahren mit der Red Line bis Universal Studio City, von wo aus uns der Shuttle zum Eingang befördert. Aller Unkenrufen zum Trotz versuchen wir die Woche in Los Angeles ohne Mietwagen auszukommen. Wir entwerten die bereits online gekauften Tickets und stellen fest, dass der Terminator Ride geschlossen ist. Schade, darauf hat sich mein Freund gefreut. Los geht's mit dem neuen Simpson-Ride, früh morgens können wir ohne Schlange zu stehen einsteigen. Die Bahn ist tatsächlich ziemlich lustig :-). Jetzt nehmen wir an der Studio-Tour teil und passieren die Wisteria Line aus Desperate Housewifes, King Kong, den weissen Hai, das Flugzeugwrack aus War of the Worlds und sämtliche anderen Attraktionen, die ich auch schon im Jahr 2004 gesehen habe.

An der Sonne ist es glühend heiss und wir können eine Abkühlung gebrauchen. Bei einer Fahrt mit der Jurassic Park-Wasserbahn erhalten wir diese auch sofort.

Bereits kurz nach dem Mittag haben wir genug von den freizeitparkähnlichen Studios und der Hunger meldet sich. Das Hard Rock Café am Universal City Walk bietet sich geradezu an. Wir schlendern noch ein wenig durch den City Walk und besteigen schliesslich ein Taxi in Richtung Warner Bros. Studio.

Wir haben Tickets gebucht für eine behind the Scenes-Studio Tour und treffen pünktlich ein. In einer kleinen Gruppe (in der sich prompt ein Schweizer befindet)  werden wir an die Drehorte geführt und  wähnen uns als Teil vom Ganzen. Jetzt sehen wir Originalrequisiten aus Charlie and the Chocolatefactory, Last Samurai, Gran Torino, Batman und unzähligen anderen sehr bekannten Filmen. Die Schauplätze sind unglaublich, so kann man sich nur schwer vorstellen, dass die Anfangsszenen von Terminator 4 Salvation auf einem leeren Parkplatz gedreht wurden. Das Originalset von Two and a Half Men sieht ebenfalls sehr übersichtlich aus. Die Friends-Couch erkennen wir sofort wieder und setzen uns natürlich für ein Erinnerungsfoto hin. Hier hören wir zum ersten Mal von der Erfolgsserie The Big Bang Theory. Diese Tour hat echt riesigen Spass gemacht und war ihr Geld mehr als wert!

 

Wir lassen uns von einem Taxi zur Metrostation fahren und verbringen den Abend im Hollywood/Highland-Center, im Guitar Center und bei Off-Broadway-Shoes mit Shoppen.

Später machen wir einen Abstecher in den legendären Rock N'Roll-Club Rainbow und genehmigen uns einen Gute-Nacht-Drink. Die Distanzen sind in West Hollywood beträchtlich, so dass wir zu Fuss wieder einige Zeit unterwegs sind.

Tag 3: Venice Beach und Santa Monica


Bereits vor 7.00 sitzen wir versammelt am Frühstückstisch und tauschen unsere Erlebnisse aus. Nick hat einen Mietwagen und bietet uns an, uns nachher auf dem Weg nach Santa Monica mitzunehmen. Wir nehmen dankend an und stecken kurze Zeit später im Morgenverkehr fest. Vor Ort verabschieden wir uns von Nick und erkunden den Venice Beach auf eigene Faust. Frühmorgens ist nicht viel los und wir spazieren gemütlich den Strand entlang und geniessen die Ruhe. Dummerweise trage ich die gestern neugekauften Skechers und gehe schon bald Barfuss durch den warmen Sand.

Am Muscle Beach angelangt treten wir den Rückweg an und statten dem einen oder anderen Souvenirstore einen Besuch ab.

 

Von den üblicherweise am Venice Beach rumhängenden schrägen Vögel ist nicht allzu viel zu sehen. Wir sind wohl einfach zu früh unterwegs! So früh, dass sogar noch Obdachlose auf den Parkbänken schlafen und die öffentlichen Toiletten nicht zur Benutzung einladen.

 

Der Morgennebel erinnert uns an zu Hause und wir freuen uns darüber, dass die Temperaturen hier mindestens um 20 Grad höher liegen.

Wir spazieren hoch zur 3rd Street Promenade und freuen uns auf ein paar ausgedehnte Shoppingstunden. Leider ist die Santa Monica Place Mall vorübergehend wegen Umbau geschlossen, wir finden aber genug Alternativen in dieser angenehmen Fussgängerzone. Guess where ;-)? Zu allererst muss ich aber in den Crocs-Shop, denn meine Füsse tragen mich keinen Meter weiter in den neuen Schuhen.

Nach einem leckeren Shrimpsandwich bei Subway fahren wir mit dem Bus problemlos nach Beverly Hills. Wir spazieren zum Witch House und schiessen ein paar Fotos. Dieses Häuschen ist wie geschaffen für mich - wann kann ich einziehen? :-)

Wir besichtigen die Luxusläden und teuren Autos am Rodeo Drive und freuen uns auf das erste Cheesecake in diesem Urlaub: die Cheesecake Factory steht auf dem Programm! Wir schaffen das leckere Stück auch zu Zweit nicht, aber es MUSS einfach sein.

Mit dem Bus fahren wir zurück zum Hotel und ruhen uns etwas aus. Die Unterkunft ist so super, dass man sich richtig zu Hause fühlt. Es ist zwar für November ausserordentlich warm, zum Baden ist es aber leider doch etwas zu frisch. Schade, der B&B-eigene Pool lädt dazu ein.

 

Wir können uns in dieser aufregenden Stadt nicht lange stillhalten und brechen nur wenig später zu einem Abendspaziergang auf. Die Stimmung ist wunderschön, der Sonnenuntergang traumhaft. Unsere Route führt uns zum Tattoo-Studio von Kat van D. (L.A. Ink), allerdings müssen wir wegen Dreharbeiten einige Zeit vor der Tür ausharren. Schlussendlich werden wir eingelassen, dürfen aber keine Fotos schiessen. So spektakulär wie man es sich vorstellt ist es dann doch nicht.

 

Auf dem Rückweg kaufen wir im 7/11 Proviant für das Nachtessen ein und geniessen den Abend in unserem süssen Zimmer.

Tag 4: Catalina Island


Heute müssen wir leider auf das köstliche Frühstück verzichten, wir haben eine etwas längere Reise nach Catalina Island vor uns. Zu Fuss spazieren wir zur Metro-Station und fahren bis zur Endstation Long Beach. Die Fahrt dauert gut und gerne eine Stunde und führt uns oberirdisch durch etliche Viertel von L.A. Ein Linienbus befördert uns zur Anlegestelle des Catalina Express, wo wir früh genug ankommen um noch zu frühstücken. Am Schalter wollen wir eine Insel-Rundfahrt buchen, man teilt uns aber mit, dass aufgrund des stockdichten Nebels eine verspätete Ankunft zu erwarten sei und wir aller Wahrscheinlichkeit nach nicht pünktlich zum Tourstart die Insel erreichen werden. Vor Ort könnten wir aber noch spontan mitfahren, falls es doch reichen sollte. Ok, machen wir uns ohne Ticket auf den Weg. Mir ist nicht wohl, Schifffahren gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Kurz nach dem Start fahren wir an der berühmten Queen Mary vorbei.

Eine Stunde später erreichen wir Catalina Island und von Nebel ist keine Spur mehr zu sehen. Wir sind überwältigt, die Insel ist traumhaft! Schnell machen wir uns auf den Weg um für die Tour Tickets zu kaufen, werden aber enttäuscht. Mittlerweile ist alles ausgebucht :-( Wir zotteln davon und erkunden die Insel eine Weile lang auf eigene Faust.

Wir entdecken einen Linienbus und steigen spontan ein. Die Route führt zum Wrigley Botanical Garden, was uns gelegen kommt. Die Busfahrerin ist sehr lustig und erklärt uns laut die vorbeiziehenden Sehenswürdigkeiten. An einer schönen Strandstelle hält sie aprupt an und erklärt uns, dass es hier ein Toilettenhäuschen gäbe, falls jemand mal müsste. Sie steigt aus und kehrt nach einiger Zeit zurück um uns zu unserer Zieldestination zu fahren. Amüsant :-)

Der botanische Garten übertrifft dann auch sämtliche Erwartungen. Die Blumen und Kakteen sind wunderschön, die Anlage sehr gepflegt hergerichtet. Wir geniessen das sonnige Wetter und schlendern durch die traumhafte Anlage. Ich lasse hier die Bilder sprechen:

Mit dem nächsten Bus fahren wir zurück nach Avalon und geniessen das mediterrane Flair in vollen Zügen. Wir bummeln durch die kleinen Shops und ich kaufe mir ein luftiges Sommerkleid. Das Leben spielt sich hier Outdoor ab, so essen wir zur Mittagspause mit tollen Ausblick aufs Meer.

Den Nachmittag verbringen wir am Strand und geniessen einfach nur das Dolce far niente. Das Wasser ist glasklar und das Wetter traumhaft. Wir haben die Fähre bereits von zu Hause aus einige Zeit im Voraus gebucht und bereuen diesen Entscheid keine Sekunde lang. Dieser Tag ist ein wunderbarer Ausgleich zum hektischen Stadtleben in L.A., man kann sich kaum vorstellen dass wir nur gerade eine Bootsstunde entfernt sind.

 

Am frühen Abend legen wir wieder ab und fahren direkt in den Sonnenuntergang.

Nach einem wunderschönen Tag auf Catalina Island bringen uns Bus und Metro zurück in die Grossstadt und wir verbringen den Abend Downtown. Wir spazieren durch das Viertel und landen schlussendlich in Little Tokyo, die Vorfreude auf nächsten Mai steigert sich augenblicklich immens.

 

Zum Schluss gibt's am Hollywood Boulevard einen riesigen Milchshake bei Mel's Drive Inn. Die Kalorienanzahl will keiner wissen...

Tag 5:


Wie immer reservieren wir uns den letzten Tag zum Shoppen. Erstmal wird aber ein letztes Mal ausgiebig gefrühstückt und wir verabschieden uns bereits jetzt von Nick.

 

Bus und Füsse transportieren uns zum Beverly Center, wo wir unsere Shoppingtour beginnen. Vollbepackt mit Tüten spazieren wir zum Farmer's Market und klappern da ebenfalls die zahlreichen Shops ab. Die Mittagspause verbringen wir mal wieder in der Cheesecake Factory.

 

Gestärkt brechen wir auf in Richtung Melrose Avenue und hauen da noch die restlichen Dollar auf den Kopf.

 

Kurz nach 3 Uhr werden wir im B&B vom Taxi abgeholt und zum Flughafen gefahren. Man glaubt es nicht, da sind wir tausende von Kilometern weit von zu Hause entfernt und ausgerechnet unser Taxifahrer entpuppt sich als Modern Talking-Fan! Lautstark verkürzt er uns die Fahrt mit amüsanten Musikvideos.

 

Am Gate erleben wir den letzten traumhaften Sonnenuntergang und treten müde die Heimreise an.

 

Ohne Auto in L.A. / Fazit:

Wenn man sich gut vorbereitet und vor Ort Zeitreserve einplant ist es durchaus möglich, sich in L.A. ohne Auto zu bewegen. Um das Ganze etwas einfacher zu gestalten haben wir uns ab und zu ein Taxi geleistet, sind schlussendlich aber mit dieser Lösung wesentlich kostengünstiger weggekommen. Einziger Nachteil: Ausflüge wie z.B. Premium Outlets Camarillo sind nur schlecht realisierbar.