Reisebericht Japan April 2016 - Hanami in Tokyo und Kyoto

Tag 1: Anreise

 

Der Sakura-Forecast verspricht volle Blüte in Tokyo für dieses Wochenende, es sei mit vielen Besuchern von nah und fern zu rechnen. Auch wir wollen uns dieses Spektakel nicht entgehen lassen und machen uns voller Vorfreude auf den Weg zum Flughafen Zürich. Neben einer Freundin aus der Japanischklasse begleitet uns auf dieser Reise auch ein Freund aus Deutschland, welcher am Gate E34 nach seinem Anflug gut gelaunt die kleine Reisegruppe komplettiert.

 

12 Stunden Flugzeit liegen nun vor uns. Let's go!

Tag 2: Tokyo

 

Die Schlange vor den Immigrationschaltern ist dermassen lang, dass die Vorfreude und Ent-

spannung nach der Landung im nu verfliegt. Mir schwant, dass dies ein erster Vorgeschmack auf Full Bloom-Hanami sein könnte. Nach einer knappen Stunde sind wir endlich eingereist, der Koffer hat schon einige Runden abgespult auf dem Gepäckband. Nun folgt der Railpass-Tausch, wo wir - wenig überraschend - gleich die nächste Stunde liegen lassen.

 

Auf den letzten Drücker erreichen wir den wartenden Narita-Express in die Stadt, Zeit zum durchatmen und ankommen.

Im Asia Center of Japan verstauen wir unser Gepäck, bevor wir im Pintokuna eine erste Ladung Sushi verdrücken. Sooo fein, im Nu ist der Stress verflogen und alle strahlen am Tisch um die Wette.

 

 

Jetzt mischen wir uns unter die Hanamibesucher im Ueno-Park, ein Spektakel sondergleichen.

 

Kirschblüten und feiernde Japaner soweit das Auge reicht. Wir können noch so viele Fotos schiessen, auf Bildern ist die Stimmung einfach nicht einzufangen.

 

Wunderschön!!!

 

Glücklich ziehen wir am frühen Abend weiter nach Akihabara, wo wir uns erstmal mit einem Tee etwas aufwärmen. Erst bei Dämmerung wirkt Electric City richtig, nun ist also genau der richtige Moment, unseren Freunden diesen verrückten Teil von Japan zu zeigen.

 

Bei Yodobashi kriegt einfach jeder leuchtende Augen - immer wieder!

 

Der Rikugien Garten hat während der vollen Blüte abends länger geöffnet, damit man die beiden gigantischen Kirschblütenbäume auch illuminiert besichtigen kann. Genau das haben wir vor, werden aber an der Pforte mit einem diskreten Wink auf die Warteschlange um den Block abgewiesen.....wirklich schon wieder!? Wir schleichen mit hängenden Köpfen zum Ende, welches man motivierenderweise dank einer riesigen Tafel auch schon aus 500m Entfernung gut sehen kann.

 

Der Frust schlägt um in Freude, also sich der Rattenschwanz rasant bewegt und innert 10 Minuten unzählige Besucher an den Kassen ihr Ticket ergattert haben. Im Gänsemarsch tippeln wir zu den gigantischen Bäumen, aufs Foto passen wollen sie aber aus keinem Winkel so richtig.

 

Schön gemacht, aber es hat viel zu viele Leute, um in Ruhe alles geniessen zu können. Es ist vergleichbar mit Einsiedelei zu Hause am 24. Dezember.

 

Auch die Blüten am Chidorigafuchi Moat beim Imperial Palace wollen wir noch mit Beleuchtung sehen, werden auf dem Weg dahin aber leider vom Regen überrascht. Der Blick ist nicht wirklich gut.

 

Aus den Nightshots in Shinjuku wird nun leider auch nichts mehr, was - wie mir scheint - keinen so richtig enttäuscht. Nach über 30 Stunden ohne Schlaf ist die Aussicht auf das Bett nun gar verlockend. Oyasumi nasai - gute Nacht!

Tag 3: Tokyo / Tag mit Kudo-San

Ein Freund meines Vaters hat in Japan einen langjährigen Bekannten, welcher uns nun eine persönliche Führung durch Tokyo beschert.

 

Um 9.00 holt uns Kudo-San im Asia Center of Japan mit seinem Toyota Prius ab und los geht zum Shinjuku Park, wo uns abermals herrliche Kirschblüten erwarten.

Am Meiji Schrein erklärt er dem Pfortenmann, dass wir zum beten hier seien, was uns direkte Zufahrt und Gratisparking ermöglicht. Grinsend erzählt er uns, dass dieser Trick immer funktionere.

 

Heute wird hier geheiratet, wir werden Zeugen von mehreren Zeremonien.

 

Für 100Yen kann man aus einer Holzbox ein Stäbchen ziehen und sich die zugehörige Weisheit auf einem schönen Zettel abholen. Die genaue Übersetzung will er uns dann später geben.

 

Weiter geht es zur riesigen Kreuzung in Shibuya. Mit dem Auto sind wir hier noch nie durchgefahren, ein ganz neues Erlebnis. Direkt neben dem Fussgängerstreifen parkiert Kudo-San für ein paar Minuten sein Fahrzeug, so dass wir den Trubel festhalten können und die Strasse in der Menschenmenge überqueren können.

 

Es ist immer wieder amüsant und unglaublich, in wie kurzer Zeit, sich hier Menschentrauben ansammeln.

 

Nun fährt er uns zum Imperial Palace, wo wir wieder auf eine lange Warteschlange treffen.

 

Obwohl der grösste Teil abgesperrt ist und die Kirschbäume und Gartenanlagen an anderen Orten viel imposanter sind, ist es für die Japaner das Grösste, hier zu sein.

 

In Akihabara machen wir Mittagspause in einer Ramenbar. Die Portionen sind riesig, man wird mehr als satt für gerade mal 6 CHF.

 

Kudo-San klärt uns über die verschieden Suppen auf und wundert sich, dass wir das Fleisch weglassen. Durchzogenes Schweinefleisch in der Suppe brauche ich nicht, auch wenn es angeblich das Beste an der ganzen Mahlzeit ist.

 

Die Suppe ist superlecker - auch ohne Fleisch.

 

Am Asakusa Shrine herrscht Trubel sondergleichen, wir kämpfen uns durch und finden auch beim wiederholten Besuch hier immer wieder Sehenswertes.

 

In den schmalen Gängen der Nakamise-Streets gibt es kaum ein Durchkommen und ehe wir uns versehen, sind wir nicht mehr komplett. Nach zwei Telefonaten finden wir uns 15 Minuten später am Tor alle wieder.

 

Kudo-San übernimmt nun den Lead und führt uns zielstrebig zum Stäbchen-Stand, wo wir einkaufen wollen. Er erklärt uns, welche davon handgemacht sind.

 

Entlang des Sumida Rivers blühen links und rechts am Flussufer die Bäume, auch das wollen wir sehen. Zu Fuss lotst uns Kudo-San quer über die befahrene Strasse, wir folgen ihm schnellen Schrittes. Er nennt uns nun Zeit und Ort, wo wir uns spätestens wieder treffen, so ganz traut er uns nun wohl nicht mehr.

 

Auf dem Weg zum Auto landen wir im Matchaparadies und kaufen Schokolade, Baumkuchen und Eis.

 

Nun möchte er uns noch die Gelegenheit bieten, den Sky Tree aus nächster Nähe zu fotografieren. Er schmeisst uns direkt davor aus dem Auto und fährt in der Zwischenzeit eine Runde um den Block. Während ich immer noch versuche, uns und den ganzen Sky Tree auf ein Bild zu bringe. höre ich schon meinen Namen, Zeit um wieder einzusteigen.

 

 

 

 

In Nishiarai werden wir bereits erwartet, die Frau und die Tochter von Kudo-San haben Zuhause den Tisch schön hergerichtet und verwöhnen uns mit frischen Erdbeeren, Reiscracker und Sake - wunderbar.

 

 

Im typisch japanischen Restaurant Kosato ist ein Tisch reserviert für uns, wir sind gespannt. Ein langer Tisch mit zwei grossen eingebauten Grillplatten und jede Menge Gewürze und Saucen sehen interessant aus.

 

Die Familie Kudo bestellt munter Zutaten und sogleich folgt die erste Runde. Die Tochter und ihr Mann übernehmen gekonnt das braten, mischen und wenden für uns alle.

 

Nach gebratenem Gemüse und Pilzen folgt nun als dritte Runde Okonomiyaki. Fix werden in einer kleinen Schüssel die Zutaten gemixt und in der Form eines Pfannkuchens auf der Platte gebraten. Lecker!!

 

Runde vier ist ursprünglich Essen für arme Leute, Monjayaki - eine Art abgespeckte Variante mit flüssigerem Teig. Auch das schmeckt ganz lecker.

 

 

Zum Schluss folgt noch eine süsse Variante mit Azukibohnenfüllung. Dazu fliessen Umeshu, Sake und Yamazaki in Strömen. Matcha-Eis gibt es noch aufs Haus dazu.

 

Ein ganz genialer Abend geht zu Ende, wir hatten unglaublich viel Spass mit der lustigen Truppe und verabreden uns mit der Tochter für Montagabend in Kyoto.

 

Aufgekratzt fahren wir mit der Subway zurück ins Hotel.

Tag 4: Weiterreise nach Kyoto

 

Im Shinkansen nach Kyoto spricht uns eine ältere Dame an, sie war schon in Europa und ist interessiert an unseren Reiseplänen. Wir fackeln nicht lange und drücken ihr den Stadtplan von Kyoto in die Hand, wo sie munter ihre Lieblingsorte einkreist.

 

Auf der gut zweistündigen Fahrt vernichten wir einen Matcha-Baumkuchen.

 

 

Im Kyoto Garden Hotel lassen wir die Koffer, bevor wir in den hübschen Ort Arashiyama fahren.

 

Den Bambuswald wollen wir auch unseren Freunden zeigen, so viele andere Touristen haben wohl das gleiche Ziel. Sonntag und Kirschblüte sorgt für einen Menschenauflauf sondergleichen.

 

Schön ist es aber trotzdem hier, mir gefällt der kleine Shrine mit Moosgarten unterwegs am allerbesten - was für ein schöner Ort.

 

Direkt angrenzend ist die Tenryu-ji-Tempelanlage, welche uns mit einem wunderschön blühenden Garten beeindruckt.

 

Der buddhistische Tempel stammt aus dem Jahr 1339 und gehört seit 1994 zum Unesco Weltkulturerbe historisches Kyoto.

 

Etwas ruhiger wird es auf dem Affenberg, wo wir den putzigen Kerlchen stundenlang zusehen könnten.

 

Auch am Ufer des Oigawa-Flusses blühen die Kirschblüten, wir Frauen kriegen nicht genug davon.

 

Während die Jungs mit Drinks unter dem Kirschbaum verweilen, spazieren wir die Promenade auf und ab und können uns vor Begeisterung und Freude fast nicht einkriegen.

 

 

Beim Nachtessen im Restaurant Yoshimura lande ich wieder in der Realität, mein Nishinsoba schmeckt eher bescheiden (und schaut auch so aus, aber das Bild erspare ich euch). Da ist noch Luft nach oben.

 

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof geniesse ich mein Matcha-Eis. Mmmhhh...das enttäuscht nie.

Tag 5: Kyoto

 

Für 06:30 haben wir ein Taxi bestellt, welches uns im Regen zum Kyomizu-dera fährt. In Kyoto lohnt es sich, sich ab und zu ein Taxi zu leisten. Man spart sehr viel Zeit, die Busverbindungen sind oft etwas langsam und umständlich.

 

Fast menschenleer präsentiert sich uns der alte Tempel, was wir unglaublich zu schätzen wissen. In Ruhe geniessen und fotografieren wir die tolle Anlage. Eine wunderbare Ruhe breitet sich hier aus, den Regen blenden wir aus.

 

Auf dem Spaziergang in Richtung Norden bleiben wir automatisch alle paar Meter stehen, mann will einfach die vielen kleinen Details aufsaugen und geniessen.

 

Am Heian Shrine legen wir den nächsten Besichtigungsstop ein und geniessen dem hübschen Garten. In zwei Tagen findet hier im Garten ein Konzert statt, zu dieser Gelegenheit wird der älteste Kirschbaum beleuchtet. Ein magisches Spektakel, wie uns Maya verraten hat.

 

Entlang eines kleinen Bächleins verläuft der romantische Philosophenweg Tetsugaku no michi, eingerahmt von unzähligen blühenden Kirschbäumen links und rechts.

 

Es ist ein ganz besonderer Genuss, zur Hanamizeit diesen Weg zu beschreiten. Wer es wirklich meditativ ruhig haben möchte hier ist gut beraten, in den frühen Morgenstunden zu kommen. Wunderbar!

 

Am Ende der 1.8km wartet der silberne Pavillon Ginkaku-ji auf uns.

 

Wir entscheiden uns für frühen Lunch und stärken uns erstmal mit einer feinen Schüssel Reis und Grüntee.

Das Wetter klart langsam auf, so können wir nun die moosbedeckte Anlage ganz ohne Schirm und nasse Kameralinsen auf uns wirken lassen und geniessen. Trotzt vieler Leute kann man sich in den japanischen Tempelanlagen grossartig erholen. Hier kann ich alles ausblenden, der Garten vom Gingaku-Ji ist einer meiner Lieblingsorte in Kyoto.

Es zeigt sich sogar ein leichter Sonnenstrahl, was uns dazu bewegt, es direkt auch noch mit dem goldenen Pavillon zu versuchen. Auch jetzt entscheiden wir uns wieder für ein Taxi, man gewinnt dadurch sehr viel Zeit und wenn man zu viert ist, ist es auch nicht wirklich teuer.

 

Ein guter Entscheid, es hat nicht im Übermass Leute und tatsächlich haben wir hier das beste Wetter des ganzen Tages.

 

Auch beim zweiten Besuch sind wir schwer angetan von dem prunkvollen Gebäude.

 

Ryoani-Ji liegt 20 Gehminuten weiter westlich.

 

Nach dem Spaziergang durch die Grünanlage heisst am Eingang des Shrines Schuhe ausziehen, was manchmal einem ziemlichen Balanceakt gleicht, da die Schuhe gewisse Stellen nicht berühren dürfen. In Socken erkämpfen wir uns einen Platz am Steingarten und geniessen die Sicht.

 

Eine besondere Augenweide sind in dieser Tempelanlage die Räume mit den Tatamimatten und den bemalten Schiebewänden.

 

Der Tee-Raum Zoroku ist leider für die nicht zugänglich, einen schönen Einblick gewinnt man aber trotzdem.

 

 

Auch im Garten der Ninna-ji Anlage deponiert man am Anfang seine Schuhe und geht über einen Holzsteg durch die Gärten und Zimmer mit wunderschönen Wänden. Eine tolle Besichtigungsmöglichkeit - zumindest bei warmen Temperaturen.

 

Mit einem antiken Zug der Kyoto Railways passieren wir auf der Weiterfahrt überraschenderweise einen Tunnel aus Kirschblüten - was für ein unverhofftes Highlight.

 

 

 

Im Gion-Viertel sind wir heute zum Nachtessen verabredet, vorher schlendern wir durch die süssen Gassen und freuen uns jedes Mal, wenn eine perfekt zurechtgemachte Geisha unseren Weg kreuzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Restaurant Manzara-Toi hat die Tochter von Kudo-San für sich, ihre Freunde und uns einen Tisch reserviert - ganz japanisch in einem separaten Raum mit tiefem Tisch und Kissen auf dem Boden. Kurze Beine sind ein Vorteil, während die anderen von Seite zu Seite wechseln, strecke ich meine Füsse einfach aus.

 

 

Es werden viele verschiedene Schälchen geordert, woraus man sich dann die Gerichte schöpft. Normalerweise bin ich nicht die heikelste von Allen, aber heute tue ich mich echt schwer.

 

Kyotospezialitäten sind beispielsweise frittierte Fischknochen oder die Haut, die bei der Tofuproduktion entsteht. Eine weisse glibberartige Masse...Als eine Schüssel Reis serviert wird, bin ich erleichtert.

 

 

Am Ende folgt die Quittung, CHF 50 kostet der Spass für jeden, jetzt bin ich froh, dass ich wenigstens soviel Umeshu und Yuzushu getrunken habe.

 

 

 

Die lustige Gruppe spaziert mit uns zum Fluss und wir treffen auf eine fast surreal schöne Kulisse. Beleuchtete Kirschblüten, rote Laternen und eine Brücke. Einfach nur superschön!

Den Absacker gönnen wir uns alle zusammen in der Suntory Highball-Bar. Yamazaki und tolle Gespräche lassen uns schnell die Zeit vergessen...

Tag 6: Kyoto

 

Den heutigen Tag starten wir mit einer zweistündigen Wanderung durch die roten Tore des Inari-Schreins.

 

Wir sind den ganzen Rundweg bisher noch nie gegangen, würden es aber auch nicht empfehlen. So schön die Tore und die Anlage sind, nach einer gewissen Zeit wird es eintönig. Die Zeit würde ich persönlich anders einsetzen. Einen schönen Ausblick kann man aber geniessen, wenn man oben angekommen ist.

 

Die japanischen Frauen haben uns gestern Abend den Daigo-Ji ans Herz gelegt, eine alte Tempelanlage die zum Unesco-Welterbe gehört. Es hat wahnsinnig viele Leute, aber kaum Touristen. Hier stellen wir fest, wie fragil und kurzlebig die Kirschblüten sind. Der Regen von gestern hat die vielen Bäume hier ziemlich in Mitleidenschaft gezogen und der Kulisse etwas an Schönheit genommen.

 

Im Untertempel Sanboin beeindrucken vor allem die wunderschönen Wände und der Garten.

Im oberen Teil der grossen Anlage steht die fünfstöckige Pagode, das älteste erhaltene Bauwerk in Kyoto aus dem Jahre 952.

 

Im Reihokan-Teil sind faszinierende historische Dokumente und Kunstobjekte sowie  Skulpturen und Bilder aus dem 12. Jahrhundert ausgestellt.

 

 

 

 

 

In der U-Bahn zurück nach Kyoto weckt der Hanami-Map meiner Sitznachbarin mein Interesse. Ich spreche sie an und erfreut erklärt sie uns, wo die besten Spots sind. Beim Ausstieg drückt sie mir den Plan in die Hand. Darum fahren wir nach einer Lunchpause jetzt zum Imperial Palace, wo angeblich 1000 Bäume stehen.

 

Die Parkanlage ist schön, leider kann man vom Palace aber nichts besichtigen.

 

Wir entdecken unzählige Japanerinnen in tollen Kimonos und fragen, aus welchem Anlass sie heute hier sind. Die schönen Frauen führen uns zu einem wunderbaren Kirschbaum und erklären uns, dass sie heute dass Ende der Kirschblüte zelebrieren. Sie halten die letzten vollen Blüten auf Bildern fest und machen sich dafür richtig hübsch. Ein schönes Ritual, wie wir finden.

 

Nach dem Shoppen in einem riesigen Bücherladen und bei Yodobashi suchen wir ein schönes Lokal für das Abendessen.

 

Die Bedienung erzählt uns, dass ihre Schwester in Zürich Musik studiert hat und sie auch zweimal unser Land besucht hat. Sofort sind wir wieder in einem Gespräch und freuen uns ein Ohr ab, wie gut wir uns mittlerweile auf japanisch unterhalten können. Yatta!! Auch das Essen ist heute gut, Beefsteak mit Reis und Salat. Das japanische Sesamdressing ist echt lecker.

 

Im Nijo-Castle begutachten wir bei Nacht die letzten Kirschblüten von Kyoto, die Anlage ist wunderschön beleuchtet. Beim Teehaus wird es etwas gar kitschig, in blau und pink blinken die Bäume.

 

Die auf die Wände projizierten Kirschblüten finde ich aber süss.

Tag 7: Tokyo

 

Heute heisst es Abschied nehmen, an der Kyoto Station trennen sich die Wege unserer Gruppe nach der tollen gemeinsamen Zeit. Im Shinkansen lehnen wir uns zurück und freuen uns, Tokyo nochmal zu erleben heute Nachmittag.

Den ersten Stop legen wir bei Big Boss im Musikviertel Ochanomizu ein, bevor wir in Ikeburo leckeres Sushi geniessen.

 

Nun kaufen wir bei Tokyu Hands allerhand Kleinkram ein, das Gepäck wird schwerer.

 

Wir finden sogar kleine Fläschchen vom 12jährigen Yamazaki zu einem guten Preis. Leider sind die grossen Flaschen nicht mehr zu finden, seit er zum Whiskey of the year gekürt worden ist. Hätten wir nur damals 2014 mehr mitgenommen...

 

 

Weiter gehts zum Nakano Broadway, auch hier und im benachbarten 100yen-Shop schlagen wir zu, bevor wir nochmal Kirschblüten geniessen.

 

In Tokyo war es etwas kühler und trocken in den letzten Tagen, die Blüten sind noch fast voll.

 

Wir haben es mit dieser Woche absolut perfekt getroffen für Hanami - besser geht nicht. Wahnsinn!

 

Heute weht ein leichter Wind, es ist unglaublich schön, den tanzenden Blütenblättern zuzuschauen. Durch den Regen haben wir davor in Kyoto den leichten Fall leider verpasst. Umso schöner, dass wir jetzt in Tokyo nochmal in den Genuss kommen. Und wie!

 

Rund um den Chidorigafuchi Moat herrscht Ausnahmezustand. Ein absoluter Traum!

 

Absolut glücklich setzen wir uns in den Narita Express nach Narita, unser letzter Abend ist gekommen.

 

Da gestern das Beef Steak ausserordentlich gut schmeckte, reizt mich nun das spezielle japanische Rindfleisch, obwohl wir eigentlich nicht die grossen Fleischesser sind. Wir entscheiden uns für ein Restaurant, wo man direkt am Tisch die Fleischstücke auf dem Rost grilliert.

 

Danach bin ich mir ganz sicher, dass ich in Japan kein Fleisch mehr essen will - es kann noch so teuer und gleichmässig massiert durchzogen sein, es ist absolut nicht meins. Da ziehe ich eine Schüssel Reis vor.

 

Im Richmond Hotel stellen wir fest, dass unser Flieger noch in Zürich steht, statt längst in der Luft in Richtung Japan zu sein. Später folgt tatsächlich eine SMS der Swiss mit der Mitteilung, dass unser Flug sich morgen um sicher 60 Minuten verspäten wird. Eine optimistische Prognose, wie mir scheint.

 

Etwas beunruhigt gehen wir ins Bett.

Tag 8: Narita / Rückreise

 

Am Morgen ist klar, dass unser Flugzeug aus der Schweiz mit zwei Stunden Verspätung ankommen wird - also wird das in etwa auch für uns heissen, 120 Minuten warten.

 

Wir gehen etwas knapper zum Flughafen und bummeln von Flughafenshop zu Flughafenshop. Mit 90 Minuten Verspätung können wir schliesslich starten. Wir lassen mieses Regenwetter zurück.

 

Eine japanische Reisegruppe sitzt neben uns, ich frage sie wo sie hingehen und sofort sind wir im Gespräch. Sie drücken mir ihr japanisch geschriebenes Reiseprogramm in die Hand und helfen mir, beim Entschlüsseln der Route. Von allen Sitzreihen her reden sie auf mich ein.

 

Das war ein lustiger, lehrreicher und kurzweiliger Rückflug für mich.

Einmal mehr war der Urlaub in Japan grossartig, dieses Land wird mich wohl nicht mehr loslassen. Bei einer nächsten Gelegenheit würde ich mir gerne die Herbstfärbungen ansehen.