Reisebericht Ayia Napa Oktober 2002

Hotelanlage Pavlo Napa Beach
Hotelanlage Pavlo Napa Beach

Tag 1:


Im Jahr 2002 ist Ayia Napa bei Schweizer Touristen hoch im Kurs. Unzählige Bekannte liegen uns damit in den Ohren, wie toll man da Urlaub machen könnte.

 

Wieso nicht, denken wir uns, und buchen spottgünstig eine Woche Pauschalurlaub auf Zypern. Am Flughafen werden wir abgeholt und zu unserem Hotel Pavlo Napa Beach gefahren. Kurz darauf gibt's in der Lobby einen Welcome Drink und eine Info über mögliche Ausflüge. Mich interessiert der superteure Trip nach Ägypten zu den Pyramiden, welcher aber aufgrund mangelnder Nachfrage nicht zu Stande kommt. Dann eben nicht.

 

Nach einem Streifzug durch die Hotelanlage und ersten Runden im Pool, brauche ich am Abend bereits Abwechslung und wir spazieren in den 1km entfernten Dorfkern zum Nachtessen. Wir entscheiden uns für ein chinesisches Restaurant und werden nicht enttäuscht, das Essen ist köstlich und im Gegensatz zur Schweiz ein Schnäppchen.

 

Auf einen Besuch in einer der zahlreichen Bars verzichten wir heute, aufgrund der Reise sind wir bereits bettreif.

 

 

Blick aus unserem Zimmer
Blick aus unserem Zimmer

Tag 2:


Unser Arrangement beinhaltet Frühstück und Abendessen, also machen wir uns auf in den Frühstücksraum. Mit einem reichhaltigen Brunchbuffet kann man das Angebot zwar nicht vergleichen, mit Obst und griechischem Joghurt können wir uns aber zufriedenstellend verpflegen.

 

Wir geniessen die Aussicht aus unserem klimatisierten Zimmer, bis wir uns gegen Mittag zur benachbarten Autovermietungsstelle begeben. Für mich ist bereits am zweiten Tag klar, nur an diesem Ort halte ich es keine Woche aus.

Kap Greco
Kap Greco

In Zypern herrscht Linksverkehr, so dass schon die ersten Meter zu einer abenteuerlichen Fahrt werden. Unser Ziel heisst Kap Greco, die südöstlichste Spitze Europas. Die Gegend steht unter Naturschutz. Unsere Fahrt wird mit einer wunderschönen Aussicht auf das klare, blaue Wasser belohnt. Hier soll der Sage nach das mythische Seemonster "Ayia Napa Sea Monster" leben. Das kann man sich nicht so richtig vorstellen, die Gegend ist einfach zu idyllisch

Den Mietwagen lassen wir stehen und spazieren in Flip Flops (ja, als Touristen sind wir unverkennbar) der traumhaften Klippe entlang. Einziger Wehmutstropfen ist die ständige Militärpräsenz, ein Grossteil der Gegend gehört zu militärischem Sperrgebiet.

In Zypern wird es um diese Jahreszeit ziemlich früh dunkel, so dass wir gerade rechtzeitig zum traumhaften Sonnenuntergang zurück am Kap sind. Wir setzen uns auf die Felsen und geniessen den wunderschönen Ausblick aufs Meer.

 

Zurück im Hotel geben wir dem Abendbuffet eine Chance :-( No Way! Das Essen schmeckt schrecklich, so dass wir uns noch für einen Spaziergang ins Zentrum entscheiden. Bei Pizza Hut gibt's dann was in den Magen.

Tag 3:


Unsere heutige Tour führt uns zum anderen Ende der Insel in die Gegend von Paphos. Nach einer längeren Fahrt, zweispurige Kreisel im Linksverkehr inklusive, erreichen wir die Königsgräber. Diese Anlage, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört ist so weitläufig, dass wir eine Weile beschäftigt sind. 

Als Nächstes sehen wir uns die römischen Häuser in Kato Paphos an. Die Gebäude enthalten zahlreiche gut erhaltene Bodenmosaike aus dem 3. und 4. Jahrhundert nach Christus.

 

Genug an Kultur, jetzt ist eine Erfrischung im wunderschönen Mittelmeer an einer menschenleeren Küste in Paphos fällig.

Erfrischt fahren wir zurück nach Ayia Napa ins Hotel und geniessen am Strand die Sonne.

 

Zum Abendessen spazieren wir heute direkt ins Zentrum, die Wahl fällt auf ein mexikanisches Restaurant. Danach amüsieren wir uns am Karaokeabend im Flintstonesbau Bedrock.

Tag 4:


Heute lassen wir das Auto für einmal stehen, wir entscheiden uns für einen ruhigen Tag in der Hotelanlage. Mit einem Stapel Bücher, Sonnencreme und Handtüchern bewaffnet, begeben wir uns zu den Liegestühlen.

 

Dass ich das nicht lange aushalten würde, war mir schon am Vormittag klar. Energielos raffe ich mich auf und begebe mich ins hoteleigene Fitnessstudio. Bereits am späten Nachmittag will ich zu einem Spaziergang ins Zentrum aufbrechen.

So lassen wir unsere Liegestühle zurück und schlendern der Promenade entlang nach Ayia Napa. Wir klappern die Souvenirstores ab und geniessen ein Eis bei McDonalds.

 

Das leckerste Abendessen bisher gibt's in einem indischen Restaurant. Der Grundstein für meine Liebe zu indischem Essen und Chai Tea wurde hier in Ayia Napa gelegt. Die wichtigste Regel lerne ich auch direkt hier, wenn die Inder scharf sagen, dann meinen sie auch scharf!

Grenzübergang in die Türkei
Grenzübergang in die Türkei

Tag 5:


Heute ist wieder ein Tag ganz nach meinem Geschmack, wir machen einen weiteren Ausflug. Die Hauptstadt Nikosia liegt im Zentrum der Insel und ist zweigeteilt. Der nördliche Teil gehört den Türken, der südliche Teil den Griechen.

 

Mit rund 100'000 Einwohnern hat die Stadt eine ordentliche Fläche und ich fühle mich hier direkt wohl. Nach einigen Tagen Strand lechze ich förmlich nach Zivilisation und liebe es, durch die zahlreichen Gassen und Strassen zu bummeln. So verbringen wir auch den gesamten Tag hier in der Hauptstadt.

Erst am Abend sind wir zurück in Ayia Napa, wo wir uns zu Fuss auf den Weg ins Zentrum machen. Den Abend lassen wir im Heaven Rock Garden mit lauter Musik und leckeren Drinks ausklingen. Etwas irritiert sind wir, als der Barkeeper uns zum Drink eine flasche Schnaps reicht. Er klärt uns auf: "Buy one Drink, get 10 Shots for free". Ah ja, danke, aber das lassen wir lieber.

 

Als die ersten Töne von Smells like teen spirit (Nirvana) erklingen, wird die ganze Bar hell durch eine Pyroshow erleuchtet.

Tag 6:


Nach dem Frühstück bringen wir den Mietwagen zurück, weitere Ausflüge stehen nicht mehr auf dem Programm. Erleichtert, dass wir die Tage mit Linksverkehr ohne Unfall überstanden haben, legen wir uns im Hotel auf die Liegestühle.

 

Lesend verbringen wir die Zeit bis zum Mittagessen und machen uns dann auf nach Ayia Napa. Heute wollen wir uns die ganzen Clubs, Discotheken und Bars bei Tageslicht anschauen.

Am Hafen von Ayia Napa setzen wir uns in die Sonne und schauen dem friedlichen Treiben zu. Hier kann man gemütlich verweilen und Leute beobachten, was wir auch mit Spass tun.

Nach einem weiteren leckeren Abendessen im indischen Restaurant, haben wir Lust auf Discomusik. Wir entscheiden uns für den Car Wash Club und freuen uns über den Sound aus den 70er Jahren.

 

Ein würdiges Finale für unseren letzten Abend.

Tag 7:


Der letzte Tag ist angebrochen, wir werden frühmorgens im Hotel abgeholt und zum Flughafen nach Larnaca gefahren. Nach einer Woche Strandurlaub freue ich mich auf mein Zuhause in der Schweiz.

 

Fazit:

Zypern hat durchaus seine schönen Seiten, und mit einem Mietwagen kann man eine Woche auch recht abwechslungsreich gestalten. Trotzdem ist es eher für Partypeople oder Liegestuhltouristen geeignet. Mir persönlich sind meine Urlaubstage und -kosten zu wertvoll, um sie für eine Woche Sonnenbad und Dauerkater zu verbraten.