Reisebericht Warschau Mai/Juni 2018

Tag 1:

 

Manchmal kommt es vor, dass sich Destinationen uns aussuchen und nicht umgekehrt. Vor fast einem Jahr haben wir von einem Freund eine Einladung zum Hochzeitsfest erhalten, Ort der Feier: Wegrow in Polen.

 

Wir überlegen nicht lange, neue Ziele interessieren uns immer, also buchen wir sofort Flüge in die nächstgrössere Stadt Warschau. Bis auf das bekannte Bild, welches auf vielen Reiseführern zu finden ist, haben wir keine Ahnung, was uns erwartet.

 

Am Abend verlassen wir Zürich mit etwas Verspätung, glücklicherweise aber noch bevor ein heftiges Hagelgewitter den Flughafen lahm legt.

 

Nach knapp 2 Stunden Flugzeit erreichen wir den Chopin-Flughafen in Polen und suchen ein Taxi, nachdem der Uber-Versuch scheitert. Der lustige Taxi-Fahrer erzählt uns, was wir morgen an der Hochzeit so in etwa zu erwarten haben und meint, wir sollen auf jeden Fall gut mit Essen unterlegen vor der Feier.

 

Im Intercontinental Hotel werden wir herzlich empfangen und mit Stadtplan und Informationen eingedeckt.

 

Das Zimmer im 35. Stock ist riesig und bietet einen super Ausblick auf den Kulturpalast.

 

Gemütlich spazieren wir in der Abenddämmerung erstmal zum Königsschloss, wo Strassenkünstler für ausgelassene Stimmung sorgen.

 

 

Mit diesem Hammer-Ausblick aus unserem Hotelzimmer beenden wir den ersten Abend.

 

Wir sind zwar gerade erst angekommen, haben aber schon einen tollen ersten Eindruck erhalten.

 

Tag 2:

 

Um 5 Uhr morgens strahlt die Sonne mit voller Kraft in unser Zimmer und ich bin sofort wach.

 

Früh sind wir startbereit und spazieren zum Sächsischen Garten. Am Ausgang der Anlage befindet sich das Grab des unbekannten Soldaten, welches ständig bewacht wird. Gerade als wir ankommen, findet die Wachablösung statt.

 

 

 

Die Route führt uns weiter zum Präsidentenpalast und zum Königsschloss.

 

Beim Barbican machen wir kurz Pause bevor wir uns den Springbrunnen im Multimedia Fountain Park ansehen. Das Wetter ist sommerlich, ein paar Wasserspritzer sind eine Wohltat.

 

Am Legionsfort beenden wir unseren Morgenspaziergang und lassen uns von Uber zum Hauptbahnhof fahren.

 

Wir haben ein Auto reserviert, um nach Wegrow zu fahren, finden aber weit und breit keinen Schalter unserer Mietwagenfirma. Der einzige Schalter hat einen anderen Namen und ist natürlich nicht bedient. Die Kontaktnahme

mit der Firma bleibt erfolglos, auch die Rezensionen im Internet lassen auf ein Fail schliessen...nach einer Dreiviertelstunde geben wir auf und sind ratlos. Zeit, zum Flughafen zu fahren und da ein Auto zu mieten, bleibt nicht.

 

Wie wir von unseren Freunden wissen, gibt es eine Busverbindung, wir sind aber unsicher bezüglich Abfahrtsort und Platz, da die Internetseite nur in polnisch verfasst ist.

 

Der Concierge im Intercontinental checkt für uns alles ab und liefert uns die hilfreichen Informationen, die wir brauchen. Einen Mietwagen hat er auf die Schnelle leider auch nicht zur Verfügung, und uns läuft langsam die Zeit davon.

 

Abfahrt des Busses in 20 Minuten, das können wir schaffen.

 

Der Kleinbus ist bis auf den letzten Platz besetzt, irgendwie klappt es aber, dass wir mitkönnen. Das Gepäck haben wir wegen dem vollen Kofferraum auf dem Schoss platziert, komfortabel ist anders. Es sind knapp zwei Stunden Fahrt...Wählerisch können wir jetzt aber nicht sein, sonst verpassen wir die Hochzeit. Ein unfreiwilliges Abenteuer mehr, was wir auf unseren Reisen erleben. Immerhin fährt er mit nur einem Zwischenstop auf direktem Weg zum Ziel.

 

Erschöpft kommen wir in Wegrow an, an der Busstation holt uns der Bruder der Braut ab. Es bleibt sogar noch etwas Zeit zum Aufhübschen, bevor es losgeht mit der Feier.

 

Das Gastgeschenk lässt auf eine freuchtfröhliche Party schliessen.

Tag 3:

 

Am nächsten Tag haben wir Glück, Hochzeitsgäste haben noch Plätze im Auto frei und fahren uns direkt ins Zentrum von Warschau zurück.

 

Ein Bekannter aus Deutschland war ebenfalls auf der Feier und ist nun mit uns unterwegs. Zu dritt machen wir nochmal einen Abstecher in die Altstadt und verfolgen das rege Treiben am Samstagnachmittag.

 

 

Warschau hat viele grüne Flächen, der Park der Bäder (Lazienki Park) soll der Schönste sein hier.

 

Uber fährt uns hin und tatsächlich erwartet uns

eine schöne Erholungsoase. Der Komponist Chopin hat hier sein eigenes Denkmal.

 

Bei aktuell über 30 Grad ist es herrlich angenehm, hier im schattigen Park zu verweilen.

 

 

In der ausgefallenen Zloty Tarasy (goldene Terrasse) Mall bummeln wir etwas durch die Shops und stellen erstaunt fest, dass es hier sowohl Victoria's Secret wie auch Bath and Bodyworks gibt. Mit unseren Handgepäck können wir aber leider keine Seife transportieren. Es ist die erste europäische Filiale, die mir bisher begegnet ist.

 

Die Mall ist riesig, das Angebot gross und vielfältigt. Wer shoppen möchte, ist hier bestens bedient. Sie liegt direkt gegenüber vom Hauptbahnhof in der Nähe des Kulturpalastes.

 

Nach einem gemeinsamen Nachtessen verabschiedet sich unser Bekannter in Richtung Flughafen, während wir uns auf den Weg in die Hotel Bar machen.

 

Beim Check-In haben wir einen Gutschein erhalten für Drinks. Wir probieren damit einen polnischen Bisongras-Wodka und erhalten dazu Salzsnacks.

Tag 4:

 

In der Nacht regnet es, die Sonne weckt uns heute nicht. Bei etwas verhangenem Wetter, lassen wir uns zum weit ausserhalb liegenden Wilanow-Palast. fahren. Alles ist verriegelt, und es gibt nur polnische Schilder.

 

Das gewünschte Bild können wir aber trotzdem ohne Probleme machen.

 

 

Die andere Seite der Weichsel soll sich gerade im Aufstieg befinden, Praga wird als In-Viertel gehypt.

 

Vor Ort können wir davon wenig erkennen, die trübe Wetterlage ist ebenfalls nicht förderlich. Nach einer Weile beschliessen wir, doch lieber wieder in den modernen und belebteren Stadtteil zu wechseln.

 

Falsche Zeit? Falscher Ort? Der Plattenladen, den ich im Internet gefunden habe, ist dauerhaft geschlossen...

 

Wir schlendern noch etwas durch die Läden, bevor es langsam Zeit zum auschecken wird.

 

Als wir zurück zum Hotel kommen, steigt wohl gerade Sam Smith in ein Fahrzeug. Zumindest lassen die aufgeregten Girls in Sam Smith-Shirts und die Tatsache, dass er gestern ein Konzert in Warschau hatte, darauf schliessen. Mir ist sein Gesicht bis dato unbekannt...

 

Zum Abschied erhalten wir hübsch verpackte Pralinen, bei der Ankunft lag eine Packung Salz auf dem Bett. Das Intercontinental Hotel hier in Warschau ist wirklich toll mit besten Service! Für Schwimmer gibt es ganz oben ein Hallenbad mit phänomenaler Aussicht.

Der Securitycheck am Chopin Airport zeigt mal wieder, weshalb es immer gut ist, Zeitreserve am Flughafen zu haben. Jedes Stück Handgepäck wird genaustens unter die Lupe genommen und viele davon sogar geöffnet. Es dauert. Immerhin piepst es nicht. Beim Hinflug wurden wir nämlich wieder auserwählt für eine fundiertere Kontrolle, und dies ganz bewusst. Ein Passagier hat uns bestätigt was wir längst ahnten, das Sicherheitspersonal hat sich über uns unterhalten, uns ausgewählt und auf den Alarmauslöser gedrückt als wir die Schranke passiert haben.

 

Mit etwas Verspätung geht es zurück in die Heimat nach einem tollen verlängerten Weekend!