Ein Tag in Strassburg - Juli 2012

Strassburg ist von unserem Wohnort in der Schweiz aus in 2.5 Stunden erreichbar. Die prächtigen Wetterprognosen verleiten uns zu einem spontanen Ausflug in die französische Stadt. Mein letzter Besuch liegt einige Jahre zurück, mein Freund kennt die Stadt noch nicht.

 

Kurz nach zehn Uhr erreichen wir den Hauptbahnhof Gare de Strasbourg und starten unsere Besichtigungstour. Verführerische Düfte von allen Seiten locken uns schon bald in die erste Bäckerei, ein Pain au Chocolat versüsst uns den sonnigen Morgen. Die nächste Sünde folgt sogleich, in einer kleinen Gasse können wir dem Laugengebäck nicht widerstehen. Meine Brezel flambée ist nicht die beste Wahl, viel zu mächtig landet sie im nächsten Mülleimer - flau ist mir bereits nach wenigen Bissen.

 

Nun stehen wir direkt vor dem Maison Kammerzell, dem 1427 errichteten Fachwerkhaus. Die reiche Schnitzfassade ist beeindruckend.

Das grosse Münster (Cathedrale) ist unser erstes Ziel. Die Dreharbeiten für den Hollywood-Film "Sherlock Holmes 2" fanden hier auf dem Münsterplatz statt, die entsprechenden Szenen aus dem Film sind uns sehr präsent. Die Kathedrale, das Wahrzeichen vom Elsass, ist ein architektonisches Meisterwerk. Erwähnenswert ist die asymmetrische Form (kein Südturm) des Sandsteinbaus.

 

Auf dem Münsterplatz herrscht ein buntes Treiben, viele Touristen und Reisegruppen versuchen das Bauwerk mit der Kamera zu verewigen.

 

In den zahlreichen Cafés sind die meisten Stühle besetzt, ein toller Ort um etwas zu sitzen und dem Treiben zuzuschauen.

Wir spazieren zum Fluss von Strassburg, dem Ill. Auf dem Weg dorthin bleiben wir immer wieder stehen, die vielen Fachwerkhäuser sind unglaublich schön anzuschauen.

 

Unsere Idee wäre, eine Fahrt mit dem Flussschiff Batorama zu unternehmen. So spontan, wie die Idee nach Strassburg zu reisen, ist jetzt auch die Idee, das Boot zu besteigen. Dass das so aber leider nicht funktioniert, merken wir rasch. Die Schlange vor dem Ticketschalter ist unglaublich lang, Boot um Boot fährt ohne uns los. Wir verzichten darauf, uns in der brütenden Hitze in die Schlange zu stellen und ziehen weiter.

Die nächste Schlange folgt sogleich, im Office de Tourisme ist ebenfalls Warten angesagt. Wir wollen zum Europäischen Parlamentsgebäude, kennen aber den Weg nicht genau. Die nette Dame erklärt uns, welche Tramlinie uns direkt hin bringt und verkauft uns auch gleich das 24h pour 3 personnes-Ticket für günstige EUR 5.70. Mit dem ÖV-Plan meinen wir auszukommen. Typischerweise finden wir aber schon die Abfahrtsstation République nicht, mit Hilfe von Passanten und etwas Glück gelangen wir aber via der Zubringerstation Broglie doch zu unserem Wunschziel. 

 

Das Glasgebäude liegt direkt am Wasser, der Rhein und der Ill treffen hier aufeinander.

Direkt gegenüber befindet sich das Menschenrechtsgebäude Palais de droits de l'Homme. Hier befindet sich der Europäische Gerichtshof der Menschenrechte.

 

Zurück gibt es nur einen Weg, den finden wir auch auf Anhieb. Wir fahren bis zur Station Républiqe und schauen uns den Place de la République kurz an. Weiter gehts bis zur Station Homme de Fer, von da aus spazieren wir in den Stadtteil Petite France, was soviel heiss wie "das kleine Frankreich".

Weitere schöne Fachwerkhäuser erwarten uns. Zusammen mit dem Ill bieten sie eine wunderschöne Kulisse - hier kann man gut verweilen. Wir schlendern durch die Gässchen, über die kleine Brücke und schiessen einige schöne Bilder von dieser hübschen Gegend.

 

So langsam halten auch die Schleckereien von heut früh nicht mehr hin, wir halten Ausschau nach einem schönen Plätzchen. Leider sind hier die Tische besetzt, beim Münster finden wir aber einen freien Platz.

Natürlich wollen wir die Spezialität vom Elsass essen - wir bestellen uns einen Flammkuchen. Der Kellner ist äusserst unfreundlich und will uns unbedingt mehr verkaufen. Wir bleiben standhaft und beharren auf dem einen Kuchen, was sich auch als goldrichtig erweist. Selbst zu zweit schaffen wir die Tarte flambée nicht. Pappsatt bummeln wir noch etwas durch die Läden, bevor wir uns im Einkaufszentrum Les Halles etwas abkühlen und noch einige Dinge einkaufen.

 

Müde und zufrieden treten wir nach dem herrlichen Sommertag gegen Abend die Rückfahrt in die Schweiz an. Ein Besuch, der schon längst überfällig war.