Reisebericht Stockholm September 2014

Tag 1:

 

Im Jahr 2011 waren wir zum ersten Mal in Stockholm und haben uns direkt verliebt. Es war damals bitterkalt und schon seit längerem hatten wir im Hinterkopf, Stockholm nochmal im Sommer zu besuchen. So kommt es uns direkt entgegen, als unsere Freundin die schwedische Metropole für den nächsten Weekendtrip vorschlägt.

 

Am Freitagabend machen wir uns auf den Weg zum Flughafen Zürich.


Als wir abheben wollen entscheidet sich ein Passagier kurzerhand für den Ausstieg und nun heisst es erstmal warten bis sein Gepäckstück im Laderaum gefunden ist. Eine Dreiviertelstunde später geht es doch noch los. Etwas überrascht sind wir, dass uns ein SAS-Flieger nach Stockholm bringt, haben wir doch bei Swiss gebucht und eingecheckt. Als Konsequenz gibt es keine Mahlzeit und wir starten das Wochenende direkt mit Junk Food.


Im Hotel Birger Jarl beziehen wir unsere Zimmer, bevor wir direkt ins nahgelegene Pub Anchor weiterziehen. Ein Bekannter unserer Freundin erwartet uns bereits, zusammen sehen wir uns die Hardrockcoverband Bläästers an. Das Publikum ist ziemlich angetrunken, eigentlich unverständlich bei den Alkoholpreisen hier in Schweden. Wir belassen es bei einem leckeren Somersby Cider Birne. Laut, lauter, schwedische Metalpubs. Mit pfeiffenden Ohren fallen wir mitten in der Nacht in die Federn.

Tag 2:


Obwohl die Nacht nicht wirklich lang war, starten wir nach einem ausgiebigen Frühstück erholt in den Tag. Die Zimmer im Birger Jarl sind toll, die Betten superbequem.


Erste Sonnenstrahlen am Himmel verheissen einen guten Tag. Zu Fuss gehen wir in Richtung Süden, um das Altstadtviertel und Södermalm zu besuchen. Gamla Stan ist noch recht leer, bis schließlich erste Reisegruppen am Königsschloss eintreffen.



Wir schlendern durch die schmalen Gässchen von Gamla Stan und entdecken die alten Bekannten Totoro und Moomins in den Schaufenstern. Auch den Runenstein an einer Hausfassade entdecken wir auf Anhieb.


Süssigkeiten passen auch nach dem ausgiebigen Frühstück, so gönnen wir uns am frühen Morgen im bekannten Chokladkoppen bereits Blaubeerkuchen, Chocolate Balls und Heissgetränke.

Mit vollem Magen und ordentlich Zucker im Blut flanieren wir in Södermalm auf der Götagatan, selbstverständlich besuchen wir auch wieder den kultigen Musikladen Hellstone.

 

Unser Ziel ist die Fjällgatan, wir erklimmen die Treppenstufen und werden dafür mit einem tollen Blick auf Stockholm belohnt.

 

Im Hermans legen wir einen Kurzstop ein, haben aber nach dem Chokladkoppen momentan alles andere im Kopf als Nahrungsaufnahme. Jammerschade, das vegetarische Buffet riecht phänomenal.

Am Skeppsbrokajen, wo verschiedene Fähren und Schiffe zu Über- und Rundfahrten starten ist richtig viel los. Die Terassen der Bars und Restaurants sind hier gut gefüllt.


Für den Rückweg wählen wir die grösste Shopping-strasse Stockholms, die Drottninggatan. Souvenirshops, nordische und internationale Ketten wechseln sich hier ab. Während dem Shoppingnach-mittag meldet sich nun doch langsam der Hunger, also spazieren wir direkt weiter nördlich zum Hardrock Cafe. Ein Teller Nachos ist jetzt genau das Richtige.

Mit unserer Reservation für das Nachtessen im Restaurant Nalen hat es erfreulicherweise geklappt, wie uns die Receptionistin im Hotel soeben bestätigt.

 

Es bleibt noch Zeit bis dahin, also bummeln wir wieder in Richtung Süden und wählen jetzt eine andere Strasse. Stockholm unterscheidet sich von den übrigen Grosstädten in einem Punkt, wie in der Schweiz schliessen hier mit wenigen Ausnahmen am Samstag die meisten Shops um 17.00.

 

Nach dem Shoppingendspurt heisst es nun also Nachtessen im hochgelobten Restaurant Nalen. Eine Reservation ist hier zwingend notwendig, bis auf den letzten Tisch ist alles ausgebucht. Nach einem undefinierbaren aber leckeren Appetizer folgt der Hauptgang, Meatballs mit Kartoffelpüree, Gurken und Cranberries. Eine super Wahl, wie sich herausstellt. Das Essen ist unglaublich lecker und ansprechend. Ein echt lohneswerter Tip - danke dafür.

Der Verdauungsspaziergang führt uns ans Wasser zum Nybrokajen, wo sich Stockholm schön in der Dämmerung präsentiert. Boote legen ab zu Nachtrundfahrten und auch im Vergnügungspark Gröna Lund herrscht noch Betrieb.

 

Im Harry B. James läuft heute leider mehr Fussball als Rockmusik. Wir gönnen uns dennoch einen Drink und philosophieren über die Bands, deren Plattencovers zahllreich als Deko an der Wand hängen.

 

Den Schlummertrunk gibts an der schönen Hotelbar im Birger Jarl.


Tag 3:


Auch heute sieht das Wetter gut aus, wir starten deshalb wieder zu Fuss in Richtung Skeppsholmen. Am Geländer der Brücke sind die oft fotografierten goldenen Kronen angebracht und auch das alte Segelschiff ist durchaus sehenswert.



Weiter geht's nach Djurgarden, wo wir für 10.00 Tickets im neueröffneten ABBA-Museum reserviert haben. In der interaktiven Ausstellung kann man mit ABBA singen, tanzen oder deren Songs abmischen.


Im Museum befindet sich auch die Swedish Music Hall of Fame. Selbst wenn man nicht der grösste ABBA-Fan ist ein Besuch lohnenswert, wir hatten grossen Spass.

Jeden Sonntag findet im westlichen Teil von Södermalm der Hornstullsmarkt statt. Mit der Tunnel-Bana fahren wir hin und treffen auf einen Mix aus Flohmarkt, Essensständen und Handwerk.

 

Dass sich das RED-Ticket nicht auf die rote Linie bezieht, sondern Reduced Fare heisst, merken wir zu spät. Der Kontrolleur zeigt sich aber kulant und lässt uns mit den Kindertickets passieren.

 

Das gesparte Geld geben wir natürlich gleich wieder aus. Im Café Vurma probiere ich die für Schweden so berühmten Hefeschnecken mit Kardamon und einen leckeren Apfel-Lemon-Minze-Drink. Auch die Chocolate Cookies und der Basil-Strawberry-Drink sind sehr lecker. Touristen findet man hier fast keine, dafür sind wohl sämtliche Einheimischen von nah und fern heute hier unterwegs.

Nun fahren wir zurück in die Innenstadt und steigen beim Zentralbahnhof aus, um noch etwas durch die Strassen zu schlendern. Der Gang wird langsamer, die Beine schwerer, gesehen haben wir auch schon längst alles was wir uns vorgenommen habe - so kommt uns die Muffin Bakery gerade recht. Als hätten wir nicht schon genug Süssigkeiten geschlemmt, finden wir einen Muffin eine super Idee um die Restkronen loszuwerden. Wir setzen uns ins Café und geniessen Rhabarber-Weisse Schokolade, Zitrone und Brownie-Cheesecake. Dazu probieren wird das gross beworbene Coke life in der grünen Dose.

 

 

Im Hotel Birger Jarl holen wir nun das Gepäck und stellen fest, dass der Regen heute nicht wartet, bis wir im Flieger sitzen. Aus dem Taxi kriegen wir nun noch Stockholm im Regen zu Gesicht.

 

Auch zurück bringt uns ein Flieger der SAS, und ebenfalls wieder mit Verspätung. Heute müssen wir sowohl beim Auftanken wie auch auf der Startbahn anstehen. Wir nutzen die Zeit für ein Nickerchen und freuen uns nach dem tollen Wochenende auf unser Zuhause. Das es nichts zu essen gibt ist nicht weiter schlimm, an Nahrung hat es uns in Stockholm definitiv nicht gemangelt. Beim Landeanflug ist ein nicht all zu voller Magen ein Vorteil, wegen dem miesen Wetter in der Schweiz kreisen wir ewig und holprig über Zürich, bevor wir endlich landen können.

Stockholm hat uns auch beim zweiten Besuch überzeugt, eine wirklich symphatische Stadt. Wir hatten einmal mehr ein super Reisewochenende, und das ohne einen einzigen Ferientag dafür zu opfern oder das Ferienbudget all zu sehr zu strapazieren.