Reisebericht Paris 2013 - März

Tag 1:

 

Paris ruft, le Mondial du Tatouage (Tattoo-Convention) findet vom 22. bis 24. März statt. Horikitsune nimmt teil, mein Freund will die Gelegenheit nutzen um sein Kunstwerk weiter zu vervollständigen. Genau 3 Monate vorher stehe ich mitten in der Nacht auf, um limitierte Zugtickets zum Spezialpreis zu ergattern. Das Hotel buchen wir auf eine Empfehlung hin, auf das Golden Tulip Opéra de Noailles fällt die Wahl.

 

Es ist soweit, nachdem ich vor 3 Tagen noch in Hamburg war, erreichen wir nun den Gare de Lyon.

Paris gehört nicht zu meinen Lieblingsstädten, auch heute empfängt die Stadt uns mit dem bekannten Geruch, der in die Jahre gekommenen Infrastruktur und verschmutzten Strassen.

 

Das ändert sich schlagartig, als wir im Opéra-Viertel ankommen. Rund um die Luxusshops und Käufhäuser wird Wert auf eine saubere Umgebung gelegt. Unser Zimmer im Golden Tulip Opéra de Noailles ist bereits bezugsbereit, sowohl der Empfangsbereich wie auch das Zimmer sind modern und sauber. Eine gute Wahl, danke an dieser Stelle für den Tip :-).

Es geht gleich weiter zum Centquatre 104, dem Austragungsort der Mondial du Tatouage. Hier heisst es erstmal Schlange stehen, unzählige Interessierte haben das gleiche Ziel. Wir verkürzen uns die 20 Minuten mit kleinen Tartelettes de Pommes und geniessen das sonnige Wetter. An der Convention ist der Teufel los, eine Menschenmenge wie auf grossen Konzerten erwartet uns. Wir begrüssen Horikitsune und begutachten dann die zahlreichen Werke der anwesenden Künstler. Viele Superstars der Szene haben den Weg nach Paris gefunden.

Man sieht hier Kunstwerke der unterschiedlichsten Art, natürlich ist es auch ein Schauplatz für viele Freaks. Um 16.00 ist es soweit, mein Freund hat seinen Termin.

 

Ich verabschiede mich in Richtung Innenstadt, ins Opéra-Viertel zu den grossen Kaufhäusern. Die frische Luft ist nach der ganzen Tätowierfarbe eine angenehme Abwechslung, zudem ist es sonnig und angenehm warm hier in Paris. Der Boulevard Haussmann ist unglaublich voll, das schöne Wetter und die Sonderangebote ziehen viele Leute an. Ich reihe mich ein und begutachte die neusten Modetrends.

 

Das wunderschöne Kaufhaus Galeries Lafayette ist ein Muss, die Terrasse im 7. Stock bietet einen tollen Ausblick über Paris. Und das Ganze umsonst! 

Hoch über den Dächern gefällt mir Paris gut, man könnte hier die Zeit vergessen.

 

Seit gut 2 Stunden bin ich mittlerweile unterwegs, so langsam wird es Zeit, wieder in Richtung Tattoo-Convention zu fahren. Auf dem Weg zur Metrostation Chausse d'Antin La Fayette erblicke ich durch eine Seitengasse die schöne Kirche La Basilique du Sacré Coeur

 

Das Tattoo-Kunstwerk ist fast fertig, bis zur Vollendung stehen nur noch zwei weitere Stunden in London an. Wir verabschieden uns und freuen uns auf den nächsten Kurztrip im September. Nun heisst es erstmal den Hunger zu stillen und Energie zu tanken. Im Hippopotamus geniessen wir einen leckeren Mango-Mojito und die erste richtige Mahlzeit des heutigen Tages. Später spazieren wir gemütlichen durch das japanische Viertel, bevor wir uns auf den Weg zurück zu unserem schönen Hotel machen.

 

 

Tag 2:

 

Wir sind früh wach und geniessen bereits kurz nach 7.00 das tolle Frühstücksbuffet. Neben Baguettes, Cereals, Fleisch und Käse findet man hier erstklassige Süssigkeiten. Apfelmus, Apfelkuchen, Donuts, Schoko-Croissants....sämtliche Sünden kann man hier bereits am frühen Morgen zu sich nehmen. Wir hauen ordentlich rein und checken bereits um 08.00 aus. Den Weg zurück zum Gare de Lyon wollen wir zu Fuss zurücklegen. Es ist zwar nicht mehr so schön sonnig, dafür aber angenehm warm.

Die Stadt ist herrlich ruhig, um diese Uhrzeit sind kaum Touristen unterwegs. Wir kommen gut voran, über den Place Vendôme, dem Schauplatz der Superreichen, vorbei am Jardin de Tuileries spazieren wir zum Place de la Concorde. Der grösste Platz von Paris gehört - wie auch der Place Vendôme - zu den fünf königlichen Plätzen von Paris. Von hier aus hat man einen schönen Rundblick, sowohl der Eiffelturm wie auch die Champs-Elysées mit dem Arc de Triomphe liegen im Blickfeld. Leider ist die Aussicht getrübt, zusätzlich zum üblichen Smog ist es heute noch neblig dazu.

Der Seine entlang marschieren wir weiter, wo wir von einer Dame mit den Worten "isn't Paris wonderful" aufgehalten werden. Sie sucht das Gespräch, ich bin erstmal verunsichert und halte meine Wertgegenstände etwas fester. Nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass sie in Genf wohnhaft ist, mehrere Jahre in den USA gelebt hat, aber eigentlich Französin ist. Was sie genau von uns wollte, ist mir nach wie vor nicht klar - wohl einfach ihre Leidenschaft zu Paris verkünden? Zumindest sind wir nicht mehr die einzigen auf der Strasse. Beim Louvre ist die Schlange vor dem Eingang ebenfalls bereits beträchtlich.

Wir ziehen weiter, die Ile de la Cite ist unser nächstes Ziel. Sie beherbergt die Cathedrale Notre Dame, welche in diesem Jahr ihren 850. Geburtstag feiert. Für ihr stolzes Alter hat sie sich gut gehalten, für mich stellt sie eines der schönsten Bauwerke von Paris dar. Über die kleine Brücke gehts weiter auf die Ile Saint Louis. Wir nähern uns bereits dem Gare de Lyon, nach dem gut zweistündigen Spaziergang gönnen wir uns einen teuren Chai Masala im Le Train Bleu. Ohne auch nur eine einzige Sehenswürdigkeit gezielt gesucht zu haben, sind wir an den wesentlichen Bauwerken auf unserem Spaziergang vorbei-gekommen.

 

Die Zugfahrt zurück endet für mich mit einem Erfolgserlebnis. Ich nutze die Zeit, um ein vor langer Zeit angefangenes Buch zu Ende zu bringen. Alle Vielleser werden diese Situation kennen, eigentlich möchte man aufgeben, der Kopf lässt es aber nicht zu. So komme ich nach den zwei Tagen Paris richtig relaxt zu Hause an. Auch die Gewissheit, dass mein Fuss wieder stundenlange Spaziergänge zulässt, macht mich richtig happy.

 

Fazit: Paris ist und bleibt nicht meine Lieblingsstadt, für ein Weekend mit einem schönen Hotel und günstigen Zugtickets aber allemal ab und zu einen Kurztrip wert.