Reisebericht Malta Mai 2017

Tag 1:

 

Das Auffahrtswochenende bringt uns an eine weitere neue Destination in diesem Jahr, wir fliegen heute nach Malta. Nach Meldungen von Stromausfällen und Extremschlangen am Flughafen machen wir uns mit einem Zeitpolster auf den Weg nach Zürich. Alles klappt aber reibungslos, die Taxifahrerin kann uns pünktlich zum Sonnenuntergang in Empfang nehmen in der Ankunftshalle in Luqa.

 

Wir sind zu dritt unterwegs und haben uns letztendlich für ein Apartment mit tollen Reviews entschieden. Eine gute Wahl, wie es sich zeigt. Simon's Apartment ist gross, gut eingerichtet und sauber. Wir kaufen noch etwas Proviant ein, bevor wir losziehen. Direkt um die Ecke gibt es einen kleinen Lebensmittelladen.

 

Am St. Julian's Bay probieren wir die lokale Kräuterlimonade Kinnie, in der Vodka Kinnie und Negroni Kinnie-Variante. Lecker!

 

 

 

Bei Peppi's gibts mit hervorragendem Blick aufs Bay etwas in den Magen und den Schlummertrunk.

 

Mutige Teenies hüpfen zu später Stunde ins kühle

Nass - ich Frostbeule sitze mit langen Ärmeln und einer eiskalten Nase am Tisch.

 

Tag 2:

 

Gemütlich starten wir mit einem ausgiebigen Frühstück, bevor uns Julian's Cab Service abholt. Schon nach wenigen Metern sind wir alle mehr als froh, dass wir keinen Mietwagen gebucht haben. Crazy island Driving kommt der Sache ziemlich nah, dazu noch Linksverkehr und superschmale Strassen.

 

Malta hat ein Verkehrsproblem, auf 400'000 Einwohner kommen 360'000 immatrikulierte Fahrzeuge.

 

Einen Zug sucht man auf der Insel vergebens. Chaos und Stau sind an der Tagesordnung, wir haben angeblich einen ruhigen Moment erwischt. Na dann...

 

 

Unsere Fahrt geht quer über die Insel an die andere Küstenseite. Dabei fällt uns neben der kargen Landschaft auf, dass fast alle Gebäude in

der gleichen Farbe erstellt wurden. Sie sind nämlich allesamt aus gelbem Kalkstein.

 

Als wir die Insel Filfla entdecken ist das Ziel nicht mehr weit. Der unbewohnte Felsen ist ein Vogelschutz-reservat und kann nur zu Forschungszwecken betreten werden.

 

In Wied-Iz-Zurrieq steigen wir aus und ehe ich gross darüber nachdenken kann, sitzen wir in einem kleinen Boot zu den Grotten.

 

Neben der berühmten blauen Grotte hält der Fahrer zusätzlich an diversen weiteren kleinen Felsausbuchtungen und wir können das kristallklare Wasser auf uns wirken lassen und aus nächster Nähe bestaunen.

 

 

Nach 30 Minuten sind wir zurück und ich froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben.

 

Die Warteschlange ist nun erheblich, es empfiehlt sich, diese Sehenswürdigkeit als erste Station am Tag einzuplanen.

 

Eigentlich hatten wir vor, zu Fuss nach Hagar Qim weiterzuziehen. Mangels passablem Fussweg verzichten wir auf den Spaziergang und nehmen stattdessen das einzige Taxi was auf dem Parkplatz steht - und werden natürlich entsprechend abgezockt. Die Visitenkarte lehnen wir dankend ab.

 

Nach einer kurzen 4D-Show besichtigen wir den Tempelkomplex.

 

 

Jetzt haben wir Glück bei der Wahl der Taxifahrers, unterhaltsam erklärt er uns die Umgebung auf der Fahrt nach Marsaxlokk.

 

Das kleine Fischerstädtchen ist ein Farbtupfer, viele kleine Böötchen shippern auf dem Wasser und sorgen für eine idyllische Kulisse - wäre da nicht die grosse Kraftwerkanlage im Hintergrund. Wir blenden sie aus und geniessen ein Kinnie.

Ein Taxi suchen wir hier vergebens, der Kellner empfiehlt uns stattdessen den Bus. Als wir an der Bushaltestelle stehen, fährt zufälligerweise ein leeres Taxi vorbei, welches wir gleich schnappen. Geht doch.

 

So sitzen wir schon kurz darauf in Valletta an der Hafen-promenade in der Hard Rock Bar und warten auf unser Essen. Zuerst wurden unsere Drinks vergessen, dann falsch geliefert. Dass Essen war teilweise ebenfalls nicht geniessbar, ein Menü für die Katz. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der Kater freut sich! Ich fülle die Zufriedenheits-umfrage aus und erhalte dafür einen Gutschein für eine Gratis-Vorspeise. Ha, dann gehen wir halt morgen doch wieder ;-). Es hat ja noch 2 weitere Hard Rock Cafes auf der Insel.

 

 

Mit dem Fahrstuhl überwinden wir die Höhenmeter zu den Upper Barracca Gardens und geniessen einen super Ausblick. Der Garten ist sehr schön angelegt.

 

Beim Stadtbummeln besuchen wir mit D'Amato Records einen Plattenladen mit einer guten Auswahl. Seit 1885 sorgt der Shop für Musik in Malta. Ansonsten gibt es einige internationale Ketten hier in der Hauptstadt. So richtig nach shoppen ist uns aber nicht, und wahnsinnig gross ist das Städtchen ebenfalls nicht.

 

Nach einem Eis nehmen wir die Fähre, sie bringt uns in nur 5 Minuten zur Sliema Ferry Station in Sliema zurück. Während der Fahrt zeigt sich Valletta in ganzer Pracht.

 

Nun haben wir die Gelegenheit, Sliema etwas näher zu erkunden.

 

An der Promenade reihen sich Bars aneinander und buhlen um Happy Hour-Kundschaft. Here we are! Sitzen, Cocktails schlürfen, dabei aufs Meer blicken - herrlich.

 

Auf dem Spaziergang am Wasser entdecken wir einen interessanten Felsstrand, wo sich die Malteser in der Abendsonne aalen.

 

 

Für den Schlummertrunk wählen wir heute Simon's Pub. Simon ist der Besitzer unseres Apartments hier in Malta und freut sich, dass wir ihn besuchen. Wir sprechen ihn auf die Krokus-Fotos und CDs an den Wänden an und er erzählt uns, dass der Sänger Marc Storace aus Sliema stammt und ein Freund von ihm ist. Der Rest der Band ist aus Solothurn, unserer Heimatstadt.

 

 

Simon tischt uns eine maltesische Spezialität (Brot mit Meersalz, Olivenöl und Tomaten) auf, schenkt uns T-Shirts vom Simon's Musicfestival und als wir langsam ins Bett wollen, giesst er uns noch einen Absacker-Shot ein.

 

Gastfreundschaft pur!

Tag 3:

 

In Malta wurden einige Szenen der ersten Game of Thrones Staffel gedreht, ein paar Schauplätze davon wollen wir uns heute ansehen.

 

Wir starten mit den San Anton Gardens und Palace und finden eine wunderschöne Anlage rund um die Präsidentenresidenz.

 

 

 

 

 

In einem nahen Bookshop stöbern wir etwas und bleiben angeekelt an einem Buch mit maltesischen Rezepten hängen. Hirn in Scheiben geschnitten und in Butter gebraten ist ein Beispiel daraus. Guten Appetit.

 

Die zweite Game of Thrones-Location ist Mdina, die ehemalige Hauptstadt von Malta. Umgeben von Festungsmauern liegen die engen Gässchen auf einem Felsplateau mitten auf der Insel.

 

Sobald man durch das berühmte Tor ist, wähnt man sich in einer anderen Welt. Es sieht hier wirklich so aus, als würde gerade ein Mittelalterfilm gedreht.

 

Das Städtchen ist megasüss, viele schöne kleine Balkone, Laternen und Blumenschmuck sorgen für eine romantische Atmosphäre. Ganz toll!

 

 

Im überall lobenswert erwähnten Fontanella Tea Garden machen wir Pause, es sieht aber mehr nach Touristenfalle aus hier. Nach einem Tee ziehen wir deshalb weiter.

 

In St. Julians haben wir Hunger, da verlassen wir uns heute auf einen Tip aus der Heimat und gehen mit dem New York Best Burger-Laden auf Nummer sicher.

 

Im Bay Street-Complex schlendern wir durch die Etagen und erleben ansatzweise Kalifornienfeeling. Der offene Shoppingkomplex unter strahlender Sonne erinnert mich an Santa Monica. Die Shops leider nicht.

 

Nach der durchzogenen Erfahrung im Hard Rock Cafe in Valletta lösen wir hier etwas verdreht zur Nachspeise unsere Gratis-Vorspeise ein und beschränken uns ansonsten auf ein Dessert und Drinks. Der Hot Fudge Brownie ist einfach immer eine Sünde wert - und gute Musik läuft hier auch.

 

Auf dem Malta Walk of Fame im Eingangsbereich des Centers ist Marc Storace mit seinem Handabdruck verewigt.

 

 

In der Abendsonne nehmen wir den Rückweg nach Sliema in Angriff und verbringen den letzten Abend nach einem Apero am St. Julian's Bay schlussendlich wieder zufrieden bei Simon im Pub.

Tag 4:

 

Nach dem Frühstück holt uns Julian's Cab Service wieder ab um uns zum Flughafen zu fahren.

 

Vor dem Mittag verlassen wir Malta in Richtung Heimat mit einem letzten schönen Blick aufs Meer.

 

 

Mein Eindruck:

Malta ist ganz hübsch und interessant, allerdings wirklich sehr klein. Die Zeitspanne war super um die für uns interessanten Orte ganz gemütlich anzuschauen. Etwas suboptimal ist die Verkehrssituation, die Taxis waren aber kostengünstig und schlussendlich immer da, wenn wir sie brauchten.

 

Für Sonnenliebhaber, Meerfans und Game of Thrones-Freaks ist ein Besuch auf der Insel auf jeden Fall empfehlenswert.