Reisebericht Madrid, Toledo und Valencia - Dezember 2019

Tag 1: Madrid und Toledo

 

Nach den Weihnachtsfeiertagen in Deutschland nutzen wir die freien Tage, um etwas Sonne zu tanken.

Direkt nach der Landung in Madrid besuchen wir die riesige Game of Thrones-Ausstellung mit vielen Originalrequisiten.

 

Danach geht es mit der U-Bahn weiter in die Stadt zum Hotel und wir sind nach den prunkvollen Metrostationen auf unserer Sommerreise in Moskau wieder in der Realität der Städtereisen angekommen.

Wir wollen direkt weiter nach Toledo, aber am Bahnhof Atocha folgt die grosse Ernüchterung: alle Züge bis Abends sind ausgebucht. Uber will 96 Euro pro Weg, das Taxi 70 Euro. Beides erscheint überrissen, also gehen wir zurück zum Hotel und hoffen da auf einen Tip. 

 

Der Concierge bemüht sich, noch etwas zu finden, die Touren haben aber alle bereits gestartet. Zugtickets kann auch er keine mehr herzaubern. Er zückt dafür einen Stadtplan von Madrid und versucht uns von einem Plan B vor Ort zu überzeugen. Wir ziehen los und vertrauen auf seine Tipps.

In meinem Kopf rotiert es, ich will unbedingt nach Toledo und überlege rauf und runter, wo es noch klappen könnte. In der Molahostel sehe ich ein kleines Tourbüro und gerate mit Nina an die genau richtige Person. Ich erkläre ihr das Anliegen, worauf sie uns die Möglichkeit anbietet, um 15:00 Uhr für 25 Euro mit einem Tourbus hinzufahren. Zwar sei davon sehr abzuraten, aufgrund der kurzen Zeit vor Ort. Zack, gebucht. Das Einzige was ich in Toledo will, ist die Witchcraft-Ausstellung sehen. Und zwar UNBEDINGT.

Bis zur Abfahrt haben wir genügend Zeit, uns Madrid etwas anzuschauen und die Sonne bei einem Aperol Spritz zu geniessen.

Der Tourbus ist bereits rappelvoll, als er ankommt. Die allerletzten Plätze sind für uns, also auch das war riesiges Glück, dass es noch geklappt hat. Die Fahrt dauert eine Stunde, die Aussicht ist bis auf die vielen Olivenbäume eher fad entlang der Autostrasse. Überflüssigerweise machen wir kurz vor Toledo noch einen Stop in einem Verkaufsladen mit kitschigen Souvenirs...eine klassische Kaffeefahrt.

 

Um 16:30 sind wir da und setzen uns schnellen Schrittes von der geführten Gruppentour ab. Die hügelige Stadt mit den verwinkelten Gassen hat Charme, es gefällt uns hier sofort.

Wir lassen uns etwas treiben und besuchen schliesslich die Brujeria-Ausstellung. Ich bim fasziniert - Gifte, Halluzinogene und Aphrodisiaka werden sehr schön und authentisch dargestellt. Ansonsten gibt es einige ausgestopfte Tiere und Informationen. Mir hats sehr gefallen, wer sich aber nicht mit dem Thema auskennt oder sich zumindest dafür interessiert, ist hier definitiv im falschen Film.

 

Das Foltermuseum ist nicht so spektakulär, in Amsterdam fand ich es besser inszeniert. Lieber schlendern wir noch durch das hübsche Toledo und geniessen die Abendsonne. Man verliert hier leicht den Überblick, entdeckt dafür auch immer wieder neue spannende Ecken. Um 19:00 fährt unser Bus zurück, jetzt zum Glück direkt.

 

Im Restaurant Trotamundos in unserem Hotel Only You gönnen wir uns einen  Wagyu-Burger und die Candybar an der Reception liefert den Nachtisch. Ich bin todmüde, aber zufrieden. Ich habe mich so auf die Brujeria-Ausstellung gefreut und bin glückselig, das es geklappt hat.

Tag 2: Valencia

Heute wollen wir nach Valencia. Diese Züge haben wir glücklicherweise schon lange gebucht, dem Ausflug steht also nichts im Wege. Nach 1h50 Fahrt begrüsst uns die Stadt mit Prachtswetter. Rund um die Plaza del Ayuntamiento ist für den Verkehr abgesperrt, was den Bummel richtig angenehm macht.

Wie gestern in Toledo, gehen wir auch hier kreuz und quer durch die Gassen der Altstadt. Am Plaza de la Reina werden vehement um uns geworben, alle wollen uns Touristen in die Essensfalle locken.

 

Beim Torres de Serranos steigen wir die Treppen zum stillgelegten Flussbett hinab. Vor fast vierzig Jahren wurde der Jardin del Turia angelegt. Wir gehen einen Teil der 9km langen Strecke und begegnen dabei verschiedenen Abschnitten und Menschen. Während auf dem oberen Teil vor allem einheimische Sportler und Hunde-Spaziergänger unterwegs sind, häufen sich in Richtung Süden die Familien, Touristen und Attraktionen.

Der Endpunkt bildet die Stadt der Künste, la ciutat de les arts y les ciéncies.

 

Eine sehr faszinierende Anlage. Wir schnappen uns eine Lounge mit bestem Blick und stellen fest, dass hier nicht um Kundschaft gebuhlt werden muss. Im Gegensatz zu Madrid, wo wir bisher ausnahmslos superfreundlich bedient und behandelt wurden, läuft hier in Valencia eher das Gegenteil ab. 

Vor dem Aquarium warten viele Taxifahrer auf Kundschaft, was wir nutzen, um zum Strand zu gelangen. 


Hier reihen sich die Bars und Restaurants aneinander - kein Wunder bei dieser Aussicht. Jetzt haben wir Bedienungen erwischt, die mehr mit Optik als mit Service glänzen. Aber im Sessel hängen und aufs Meer blicken ist auch ohne Drink perfekt.

Vor der Rückreise gehen wir nochmal etwas durch die Altstadt und setzen uns schliesslich gemütlich in ein Strassencafé. Und zum Abschluss erwischen wir tatsächlich noch einen freundlichen Kellner.

Pünktlich fährt der bequeme Hochgeschwindigkeits -zug zurück in Richtung Madrid Atocha. 

Tag 3: Madrid

 

Nach dem tollen Frühstücksbuffet im Hotel checken wir aus und arbeiten uns zu Fuss in Richtung Flughafen vor. Unsere Route führt uns zuerst am grossen Stadtpark vorbei zum Museo del Prado und Fuente de Neptuno. Auch die Banco de Espana wollen wir sehen, auch wenn La Casa de Papel nicht wirklich hier gedreht wurde.

 

Aber den Times Square von Madrid, den Plaza del Callao erkennen wir aus der Serie wieder.

Das Gebäude der Forschungseinrichtung CSIC bildet die Hauptfassade der Notendruckerei in der Serie. Das ist allerdings nicht zugänglich für die Öffentlichkeit.

 

Während unserem fast dreistündigen Morgenspaziergang haben wir nochmal einiges von Madrid gesehen.

 

Wir erreichen geschafft und zufrieden die Station Nuevos Ministerios, wo wir in den direkten Metrozug zum Flughafen einsteigen können.