Reisebericht London Juli 2009

Tag 1:


Zu meinem 30. Geburtstag gönne ich mir einen Besuch in London. Seit 11 Jahren bin ich nicht mehr in dieser tollen Stadt gewesen und meine Vorfreude ist gross. Mit Easy Jet fliegen wir spottgünstig nach London Luton, die Anbindung in die City mit dem Zug funktioniert problemlos. Zu Fuss spazieren wir in Richtung Northumberland House und machen unterwegs einen Mittagshalt im La Porchetta. Das Essen schmeckt hervorragend und die Besitzer haben Verwandte an der Grenze zum Tessin, kennen also die Schweiz bestens.

 

Verpflegt schlendern wir weiter und erreichen bald das Studentenwohnheim Northumberland House. Die Zimmer sind ein Schnäppchen, der Komfort minimal. Das Badezimmer ähnelt einer Schiffskoje, mehr als eine 180°-Umdrehung ist unmöglich. Meine bisherigen Erfahrungen mit Hotels in London haben gezeigt, dass es egal ist, wie viel man ausgibt. Die Zimmer sind immer desaströs! Mit dieser Wahl bleibt wenigstens das Budget absolut im Rahmen. Wer einen Geheimtipp hat, her damit!

 

Unsere Tour starten wir mit einem Blick auf den Piccadilly Circus. Die Menschenmenge und der Verkehr laden nicht zum verweilen ein, also entscheiden wir uns für einen Spaziergang an der Themse.

Nach 20 Minuten erreichen wir den Big Ben, Westminster Abbey und die Houses of Parliament. Wir schiessen einige Fotos und geniessen das sonnige Wetter. Von der gegenüberliegenden Themsenseite aus ist die Perspektive optimal.

 

Dem schönen Uferweg entlang spazieren wir weiter und passieren dabei das London Film Museum. Für einen Besuch ist das Wetter allerdings zu schön.

 

Auch das London Eye, auch bekannt unter dem Namen Millennium Wheel, lassen wir links liegen, schwindelfrei sind wir beide nicht so ganz. Das grösste Riesenrad Europas misst stolze 135 Meter!

 

Gut gefällt uns die Dali-Skulptur, die "The Dali Univsere" bewirbt. Diese Ausstellung könnte uns schon eher interessieren, bietet sich aber bei schlechterem Wetter besser an. Die Sonne ist einfach zu schön! Wir merken uns das vor für den Fall, dass Regen eintreten sollte in den nächsten Tagen.

 

Nach weiteren 20 Minuten Fussmarsch stehen wir vor dem Oxo-Tower und erspähen die Millenium Bridge. Die futuristische Brücke spielt offensichtlich in den Harry Potter-Filmen eine wichtige Rolle. Den Shakespeare's Globe habe ich im Jahr 1998 schon besichtigt. Das Anchor Pub ist schön mit Blumen geschmückt und lädt zu einem Besuch mit Blick auf das Kriegsschiff HMS Belfast ein. Das Themsenufer stellt an diesem sonnigen Tag einen super angenehmen Aufenthaltsort dar.

Wir erreichen die weltberühmte Tower Bridge und überqueren diese, um auf die andere Flussseite zu gelangen. Hier befindet sich der nächste Touristenmagnet, der Tower of London. Er verwahrt die britischen Kronjuwelen sicher seit vielen Jahren.

Frying Pan
Frying Pan

Jack the Ripper, der mutmassliche Serienmörder ermordete im Londoner East End 1888 auf grausame Art und Weise fünf Prostituierte. Wir buchen eine Tour auf der uns die Geschehnisse an den Originalschauplätzen näher gebracht werden. Besser bekannt sind uns die Szenen aus From Hell, diese wurden aber in Filmstudios abgedreht.

 

Den Abend lassen wir im Pub gegenüber unserer Unterkunft ausklingen.

Tag 2: Windsor, Stonehenge und Oxford


Heute machen wir einen Ausflug mit dem Reisebus. Mit der U-Bahn fahren wir zum Busterminal und stellen fest, dass es gar nicht so einfach ist, den richtigen Bus zu finden. Schliesslich sitzen wir auf unseren Plätzen und lernen Rich, unseren Guide kennen. Er entpuppt sich als äussert lustigen Typen und wir freuen uns auf einen spassigen Tag.

 

Die erste Destination heisst Windsor. Wir besichtigen das Windsor Castle und die Stadt auf eigene Faust und merken, dass es hier um einiges frischer ist als in London. Wir kaufen uns einen Sweater und legen bevor wir uns wieder zum Bus begeben einen Stop bei Subway ein.

 

 

Jetzt freuen wir uns auf die Steine von Stonehenge. Unterwegs ziehen Mammutbäume an uns vorbei, wie schon die Millennium Bridge in London kennt man auch diese angeblich aus den Harry Potter-Filmen.

 

Wir schnappen uns Audioguides und lassen uns so einiges über das Bauwerk erzählen, merken aber nichts von dem angeblichen Spirit. Wie auch, bei diesem Anblick denken wir lachend an die Szenen aus Spinal Tap. Einigen spirituellen Anhängern geht das offenbar anders. Der Wind ist so heftig, dass wir uns rasch wieder in den Bus verkriechen und uns darüber freuen, dieses Monument einmal in unserem Leben live gesehen zu haben.

Den letzten Stop für den heutigen Tag machen wir in Oxford. Wir schauen uns die alten Gebäudeteile des Universitätskomplexes an und erfreuen uns an den schönen Bauwerken:

Am Abend erreichen wir London und Rich lässt uns beim Hard Rock Café aussteigen. Das kann kein Zufall sein :-). Leider sind im Moment alle Tische besetzt, also vertreiben wir uns die Wartezeit an der Bar mit Long Island Ice Teas.

 

Wir spazieren zurück zum Studentenwohnheim am Piccadilly Circus vorbei. So erleben wir diesen auch bei Nacht mit seiner bunten Beleuchtung.

 

Tag 3: Mein 30. Geburtstag


Heute feiere ich meinen 30. Geburtstag :-) Wir haben uns online Tickets für Madame Tussaud's Wachsfigurenkabinett gekauft und stehen jetzt vor den noch geschlossenen Türen. Das Schlangestehen können wir uns ersparen, als Ticketbesitzer geniessen wir Priority Entry. Wir trinken Kaffee mit George Clooney, kneifen Michael Jackson in den Po, schauen Barack Obama über die Schulter und halten ein Schwätzchen mit Steven Spielberg. Die Figuren wirken grösstenteils täuschend echt und wir albern mit ihnen rum.

Nach dem grossen Spass im Museum spazieren wir jetzt zu den Abbey Road Studios. Selbstverständlich  betreten wir auch den durch die Beatles legendär gewordenen Fussgängerstreifen.

 

Nach einer kurzen Pause bei Starbucks spazieren wir durch den grossen Regent Park in das Camden Town-Viertel.

Wir schlendern durch die speziellen Shops und ich lasse mich dazu hinreissen, einen ausgefallenen Gothic-Mantel - den ich zu Hause genau einmal trage und anschliessend bei Ricardo mit Verlust weiterverkaufe - zu kaufen. Auf weitere Souvenirs verzichten wir, wir haben zu zweit nur einen kleinen Rucksack als Handgepäck dabei. Die Vorschriften von Easy Jet lassen keinen Spielraum für Shoppingexzesse.

Wir fahren mit der U-Bahn zurück ins Zentrum und besuchen kurz einen Bekannten. Er empfiehlt uns ein leckeres Sushi-Restaurant für das Birthday Dinner heute Abend. Zuerst wollen wir jetzt aber noch die Oxford Street heimsuchen. Etliche Stores später kriegen wir Lust auf einen Drink und wir verlassen die überfüllte Shoppingmeile in Richtung Themsenufer. Im Oxo Tower befindet sich eine stylische Bar und wir bestellen uns einen leckeren Aperitif. Wir entsprechen nicht dem gehobenen Stammpublikum und werden entsprechend beäugt von den Besuchern. Whatever!

 

Bis zum leckeren Nachtessen bleibt uns noch genügend Zeit für einen Abendspaziergang an der Themse.

 

Tag 4:


Der Abreisetag ist angebrochen. Wir schnappen unseren Rucksack und verlassen das Northumberland House in Richtung Starbucks.

 

Am letzten Vormittag besuchen wir den Hyde Park und den Buckingham Palace in der Hoffnung, trocken zu bleiben. Am Himmel ziehen dunkle Wolken auf, so wie man es von London eigentlich gewohnt ist. Wir haben aber Glück und können die pedantisch gepflegte Parkanlage bei schönem Wetter geniessen.

 

 

Wir schlendern ein letztes Mal durch die Streets of London und fliegen am Nachmittag planmässig nach Hause.

 

What a nice Birthday-Trip!