Reisebericht Lissabon Februar 2015


Tag 1:


Lissabon ist eine Stadt, die mich schon sehr lange reizt. Unser Miles & More-Konto weist in der Zwischenzeit wieder einen stattlichen Wert auf, was uns eine perfekte Gelegenheit bietet, um endlich hinzufliegen.


Wegen der eisigen Kälte und der starken Bise sind die meisten Flüge ab Zürich verspätet, bei unserem sieht es aber gut aus.

Turbulenzen gibt es keine, trotzdem kippe ich während des Fluges einen Becher heissen Tee über unsere Sitze. Applegeräte waren glücklicherweise bei diesem Mal keine in der Nähe...


Es kann nur noch besser werden - wir freuen uns auf ein sonniges Wochenende!

Am Aeroporto da Portela nehmen wir ein Taxi und lassen uns direkt zum schönen Torre de Belem fahren. Dieses berühmte Bauwerk steht direkt am Fluss Tejo und erinnert an die Glanzzeit des portugiesischen See- und Handelsimperiums.


Von hier aus hat man auch einen tollen Blick auf die Brücke Ponte 25 de Abril. Die lange rote Brücke führt von Alcantara über den Tejo nach Almada. Klar, dass ich bei diesem Anblick an die Golden Gate Bridge denke.

 


Am Ufer entlang spazieren wir weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit Padrao dos Descobrimentos (Denkmal der Entdeckungen). Das Denkmal zeigt 33 wichtige Seefahrer und soll an das Zeitalter der Entdeckungen erinnern.

 

Der Platz ist in einem tollen Muster gepflastert, das erste der vielen schönen Bodenmosaiken.


Das Wetter könnte besser nicht sein, der Wind ist mild und der Himmel könnte blauer nicht sein. Hier in Belem gefällt es uns schon mal richtig gut.


Auf der anderen Strassenseite erblicken wir bereits das Kloster Mosteiro dos Jeromimos. Das gothische Bauwerk mit der reich dekorierten weissen Kalksteinfassade ist wohl Lissabons bekannteste Sehenswürdigkeit - zumindest ist es auf jedem Reiseführer auf dem Titelbild.


Wir bezahlen 10 EUR Eintritt, um das schöne Gebäude auch von Innen sehen zu können. Ich freue mich, auch hier einige Gargoyles zu entdecken.


An der Bushaltestelle nutzt ein Taxifahrer unsere fragenden Blicke beim Studium der Fahrpläne zu seinen Gunsten und bietet uns eine Fahrt in die Stadt für 10 EUR an. Wir nehmen das Angebot an und lassen uns direkt zum Intercontinental fahren um einzuchecken. Wir werden äusserst zuvorkommend empfangen, unser tolles Zimmer im 15. Stock ist bezugsbereit.


In der Lounge erfrischen wir uns mit Getränken und ich probiere die angebotenen berühmten Pastéis de Belem. Fazit: Naja...



Bei unserem ersten Spaziergang in die Stadt passieren wir den grössten Park von Lissabon, den Parque Eduardo VII oberhalb des Marqués de Pombal.


Wir wählen die exklusive Einkaufsstrasse Avenida da Liberdade um zum Ascensor de Glória zu gelangen.


Etwas Enttäuschung kommt auf, als das erste gelbe Bähnchen neben uns vorbeirattert, es ist flächendeckend mit Graffitis vollgesprüht. Nach dem Aufstieg folgt die Belohnung, der Ausblick vom Miradouro de Glória ist toll!

Weiter gehts durch die engen unebenen Gassen von Bairro Alto, hier ist allerdings noch nicht viel los. Schnell merken wir, dass die Distanzen zwar überschaubar sind, die enormen Höhenunterschiede aber recht anstrengend sind.


Auffallend sind die verschiedenen Fliesen, Kacheln und Wäscheleinen an den Hausfassaden. Ebenfalls Bodenmosaike gibt es Zuhauf, letztere gefallen mir echt gut.



Vor dem Palaçio de São Bento lachen und sprechen die beiden Wachmänner lautstark miteinander. Die Regeln hier im portugiesischen Parlamentsgebäude sind wohl nicht ganz so streng wie in anderen Ländern.


Wir entdecken eine weitere Strassenbahn, diese ist zwar nicht besprayt, dafür aber mit Werbeplakaten vollgepflastert.




Etwas weiter nördlich steht die Barockkirche Basilica da Estrela. Wie das Kloster in Belem hat sie sie eine schöne weisse Kalksteinfassade. Gegenüber im Jardin de Estrela besuchen wir den Handwerkermarkt.


Ab 17.30 Uhr gibt es im Hotel Portwein, Cocktails und Häppchen, das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Die Snacks sind fad, bei den Getränken langen wir aber gerne zu.



Wir machen uns nun auf den Weg zum Restaurant Rosa da Rua im Bairro Alto-Viertel. Hier gibt es für 13.50 EUR ein tolles Buffet mit Fisch-, Fleisch- und vegetarischen Gerichten.


Das Essen schmeckt vorzüglich, herzlichenDank für den tollen Tip!

Zurück beim Miradouro da Glória schiessen wir einige Nachtaufnahmen, bevor wir auf den nächsten Tip setzen.


In der Wine Lover Bar wollen wir den Abend ausklingen lassen. Wir werden sehr herzlich empfangen und erhalten direkt verschiedene Portweine zur Degustation angeboten. So lernen wir auch den weissen Portwein kennen, welcher mir aber zu wenig süss ist und zu stark nach Wein schmeckt. Ich bleibe für den Abend bei der roten Variante.

 

Weiter südlich reihen sich nun Lokal an Lokal, am Samstagabend ist hier einiges los.

 

Wir spazieren zum Tejo und geniessen die Ruhe am Wasser, wo in der Zwischenzeit aber ein rauher Wind weht. Nach einem Bummel über den Praça do Comercio entscheiden wir uns für die U-Bahn zurück zu Hotel.

 

Mit einem phänomenalen Blick auf Lissabon bei Nacht legen wir uns ins riesige Hotelbett.


Tag 2:


Das Intercontinental liegt im Norden der statt, direkt beim Parque Eduardo. Es ist hier oben sehr ruhig und wir schlafen wunderbar.


Ab 6.30 Uhr gibt es in der Lounge eine erste kleine Auswahl an Frühstück, bevor schliesslich das grosse Buffet stürmen.


Wir sind gerade rechtzeitig zum Sonnenaufgang zurück im Zimmer - wunderschön!



Wir starten unsere Besichtigungstour am Praça do comercio am Tejo, das Casa dos Bicos mit den spitzen Stacheln und die Kirche Sé Patriarcal sind unsere ersten Stationen.


Steil bergauf durch das Viertel Alfama gehen wir weiter in Richtung Castelo de São Jorge. Dabei kommen wir an den Aussichtsplattformen Santa Luzia und Largo das Portas do Sol vorbei. Auch gelbe Strassenbahnen fahren vorbei, jetzt sogar ohne Werbung oder Graffiti.



Die beste Weitsicht erhält man beim Castelo de São Jorge. In alle Richtungen kann man von hier aus blicken, sogar die Bauwerke in Belem sind sichtbar.


Die Schlossruine selber hat man schnell gesehen, die Anlage ist aber schön gemacht. Wir setzen uns mit einem Tee hin und beobachten die Pfaue und Katzen, bevor wir den Abstieg nach Baixa/Chaido in Angriff nehmen.

Auf dem Rückweg in die Stadt entdecken wir auffallend viele kreative Graffitis:


Wir spazieren vom Platz Rossio zu Fuss zu den Ruinen Igreja do Carmo und verzichten auf den Aufzug Elvador Sta. Justa.


In der Rua Garrett statten mir dem Schriftsteller vor dem Cafe A Brasileira einen Besuch ab. Chiado war früher bekannt für die vielen Cafés wo sich die Autoren trafen. Viele Strassen hier sind nach ihnen benannt.


Auf dem Rückweg zum Hotel machen wir einen kleinen Umweg über den Parque Eduardo VII. Von ganz oben hat man einen schönen Überblick und kann bis zum Tejo hinunter sehen.


Der Rückflug ist dann noch ein Fall für sich. Das Einsteigen verläuft im Schneckentempo in Einerreihe, der Abflug verzögert sich um eine halbe Stunde bis der hinterste und letzte Passagier sitzt und noch dreimal etwas aus der Ablage wieder hervorgekramt hat und die Flugzeit verlängert sich auf fast das Doppelte wegen starken Winden. Gute Nacht, ich schlafe erstmal eine Weile. Als ich aufwache meine ich, wir würden bald in New York landen. Ob wir Zürich heute mal noch erreichen werden?


Mit Lissabon haben wir nun eine Stadt besucht, die schon lange auf der Wunschliste war. Die Stadt hat eine ganz spezielle Ausstrahlung durch ihre hügelige und verwinkelte Bauweise, die bunten Fassaden bilden zusammen mit dem Tejo eine schöne Kulisse, die Lokale am Abend im Bairro Alto sind echt klasse. Auf der anderen Seite sind sehr viele Häuser baufällig, die Gehwege schlecht oder gar nicht gepflastert und viele Wände mit Graffittis versprayt. Der südlandische Einfluss ist hier stark bemerkbar, es fliesst wenig Geld in Unterhalt und Instandhaltung der Stadt.


Wir hatten ein schönes Wochenende mit bestem Wetter und sind nun wieder in der eisigen Schweiz angekommen.