Reisebericht Dubrovnik und Mostar Juli 2017

 

Tag 1:

 

Die kroatische Stadt Dubrovnik reizt mich schon ewig. Seit der Serie Game of Thrones ist die Destination immer weiter hochgerutscht in meiner Reise-Wunschliste.

 

Kurz nach dem Start der siebten Staffel fliegen wir nun südwärts.

 

Am Flughafen merkt man sofort, dass Sommer-ferien sind. Es hat sehr viele Leute, davon vor allem Wenigreisende. Gekonnt verlängern Sie jede Schlange locker um das Doppelte. Es kommt sogar soweit, dass der Pilot ausruft, es sollen bitte alle Passagiere schneller einsteigen und Platz nehmen.

 

Es nützt leider alles nichts, durch die Rumtrödlerei verpassen wir den Abflugspot und landen in der Warteschlange.

 

Als wir schliesslich doch noch ankommen, wartet glücklicherweise noch ein Atlas-Flughafenbus auf uns. Für ca. 6 EUR bringt er uns direkt zum Pile Gate, einem der Tore zur Altstadt. Das hat perfekt geklappt.

Im Dominus Little Palace wartet Mirela auf uns, sie erklärt uns trotzt unserer späten Ankunft geduldig die Stadt und gibt uns tolle Tipps. Das Hotel hat 5 schöne, neu renovierte Zimmer und liegt perfekt in der Old Town. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Wahl.

 

Wir sind im Süden, somit ist es auch kein Problem, noch etwas zum Essen zu finden. Im Domino Steakhouse hauen wir rein. Das Essen ist superlecker, aber hat auch seinen Preis.

 

Der Start war wegen der Flugverspätung etwas harzig, der erste Eindruck ist aber schon toll. Die kleinen Gässchen der Altstadt warten darauf, von uns erkundet zu werden. Heute wird das aber nichts mehr, geschafft steigen wir einige Treppen hoch und verziehen uns in unser schönes Zimmer.

 

 

Tag 2:

 

Im Café Festival können wir vergünstigt frühstücken, allerdings erst um halb Acht.

 

Also machen wir vorher einen Morgenspaziergang durch die Stadt. Noch ist es ziemlich leer in den Gassen, man kann sich schwer vorstellen, wie voll es hier später werden wird.

 

Pünktlich um Acht zur Öffnungszeit sind wir beim Eingang zu den Stadtmauern, je später je voller und heisser. Los geht's! Während rund einer Stunde heisst es nun Treppensteigen...dafür wird man aber mit einer Wahnsinnsaussicht belohnt. Um die mitgebrachten Wasserflaschen sind wir froh.

 

Zum Schluss erreichen wir den Turm, wo in Game of Thrones Daenerys und Jorah kreisend versucht haben, den Eingang zu finden um die Drachen zu befreien.

 

Mit dem Boot fahren wir nun auf die Insel Lokrum, wo es viel Schatten und tolle Badeplätze gibt.

 

Der Hauptgrund unserer Anreise ist allerdings der eiserne Thron von Game of Thrones. Ein in der Serie verwendetes und der Stadt Dubrovnik vermachtes Exemplar ist nämlich hier auf der Insel, man kann sich sogar draufsetzen. So cool!

 

Lokrum ist super, so richtig ruhig und wild. In Loungesesseln hängen wir mit Drinks und Meeresblick für eine Weile so richtig ab.

 

Später erfahren wir, dass heute Vormittag ein Rekordhoch an Touristen in der Innenstadt zu verzeichnen war. Wie gut, dass wir dem Rat von Mirela gefolgt sind und auf Lokrum eine entspannende Zeit hatten.

 

 

 

 

Bei der Rückfahrt ist der Blick auf Dubrovnik sensationell. Einfach WOW.

 

 

 

In der Pizzeria Oliva stillen wir unseren Hunger. Die Pizzen sind sehr fein und preislich auch in Ordnung.

 

Durch einen Minitunnel in der Stadtmauer gelangen wir zur Buza-Bar. Auf den Klippen hat man einen perfekten Blick aufs offene Wasser und Lokrum.

 

Es ziehen immer mehr Wolken auf, die Receptionistin wollte uns sogar Schirme mitgeben. Wir haben abgelehnt und fragen uns jetzt, ob das ein Fehler war. Das Meer ist plötzlich unruhig und wild, die Wellen sind richtig hoch und kräftig.

 

So schnell wie die Wolken gekommen sind, verziehen sie sich auch wieder.

 

Jetzt wollen wir ganz Dubrovnik überblicken, wir fahren deshalb mit den in der Schweiz hergestellten Cable Cars auf den Berg. Die Sicht auf die Stadt und die Inseln ist super. Dafür sind die teuren Cocktails im Panoramarestaurant etwas enttäuschend.

 

 

Als wir unten bei der alten Apotheke im Franziskanerkloster ankommen, ist leider gerade Einlassstop für die Ausstellung. Ich schlendere trotzdem einmal kurz um den Garten. In der Exit Rockbar läuten wir den Abend ein, bevor wir ihn im Gaffe Irish Pub abschliessen.

Tag 3:

 

Am Pile Gate werden wir frühmorgens von Adriatic Explore abgeholt, wir machen heute einen Ausflug nach Bosnien Herzegowina.

 

Mit 15 Minuten Verspätung hüpft Matteo aus dem Kleinbus und entschuldigt sich in aller Form. Zwei Kreuzfahrtschiffe sind angekommen und deren Busse haben den Verkehr lahm gelegt. Er macht deutlich, wie wenig erfreut die Einwohner rund um Dubrovnik sind über die Tatsache, dass die Kreuzfahrtschifftouristen die Altstadt fluten.

 

 

Der traumhaften Küste entlang fahren wir bis zur ersten Grenze.

 

Bosnien Herzegowina gehört ein schmaler Streifen an der Küste zwischen Nord- und Südkroatien.


In Neum machen wir einen Zwischenstop mit bester Aussicht.

 

Kurz darauf passieren wir die zweite Grenze und sind nun wieder in Kroatien. Es gibt konkrete Pläne, Kroatien mit einer Brücke zu verbinden. Die Grenzübergänge erschweren die Durchreise nämlich erheblich. Einwohner dieser Gegend fahren jetzt nämlich angeblich lieber den weiteren Weg nach Split, als die unberechenbaren Grenzübertritte in Kauf zu nehmen um nach Süden zu gelangen.

 

Am schönen Neretva-Delta fahren wir vorbei in Richtung Grenze Nummer drei.

 

Rund um den bedeutenden Fluss wird viel Gemüse und Obst angebaut, die Bedingungen sind hier ideal. Sogar Reis kann hier angebaut werden. Das Neretva-Tal ist auch unter den Namen "kroatisches Kalifornien" oder "Tal der Mandarinen" bekannt. Eine wunderschöne Gegend.

 

 

Wieder in Bosnien Herzegowina angekommen, erreichen wir das erste Ziel unseres Ausfluges: Mostar.

 

Eine Stadtführerin zeigt uns während einer knappen Stunde die schönsten Orte der Stadt. Danach können wir während zwei Stunden selber losziehen.

 

Auf der bekannten Brücke Stari Most sammeln Männer Geld. Wenn EUR 35 zusammengekommen sind, springt einer von Ihnen die gut 30 Meter von der Brücke in den Fluss hinunter. Nachmachen soll man das auf gar keinen Fall, wie Matteo uns einschärft. Vor 2 Jahren ist ein Passagier trotzdem gesprungen und dabei ums Leben gekommen.

 

 

Der Boden der Brücke ist aus Kalkstein, was das Gehen auf der gebogenen Brücke einer Rutschpartie gleichkommen lässt. Querstreben sorgen für etwas Halt.

 

Früher gab es hier viele Wassermühlen, nun säumen in den stillgelegten Räumen Bars, Cafes und Restaurants den Zubringerfluss zum Nerevta.

 

Auffallend sind die vielen Einschusslöcher in den Mauern.

 

Mostar ist ein hübsches kleines Städtchen, im Sommer aber locker mal über 40 Grad warm. Man benutzt hier den Spruch: Der Unterschied zwischen Mostar und der Hölle ist 1 Grad Celsius. Da waren wir heute mit rund 30 Grad noch gut bedient.

 

Wir kommen mit einer jungen Dame aus Peking ins Gespräch, welche uns sofort anbietet, da unseren Guide zu spielen. Wir tauschen Kontakte aus, Peking ist auf jeden Fall auf der Reisewunschliste. Auch sonst ist die kleine Gruppe für uns interessant, so sind mit uns zwei Japanerinnen, drei Japanischschüler/Innen und eine Japanischlehrerin im Bus. Lustiger Zufall.

Unseren zweiten Stop machen wir im Dorf Studenci, wir besuchen die Kravice Wasserfälle. Schön!

Auf dem Rückweg gilt es wieder drei Grenz-übergänge zu passieren, was einer Lotterie gleich kommt. Oft sind die Wartezeiten enorm, sämtliche Ausweise werden nämlich gescannt. Mitreisende waren in Montenegro und erzählen von mehrstündigen Wartezeiten vor wenigen Tagen. Wir rechnen mit dem schlimmsten und werden positiv überrascht, wir kommen überall gut durch.

Die Sicht auf das Mittelmeer ist wahnsinnig schön, ich lehne mich im bequemen Sitz zurück und geniesse die Fahrt zurück nach Dubrovnik.

 

In Dubrovnik erwarten uns nach einem langen aber tollen Tag eine schöne Abendstimmung und ein feines Nachtessen.

 

Gute Nacht!

 

 

Tag 4:

 

Die besten Erinnerungen an Geburtstage habe ich meist, wenn ich sie irgendwo auf der Welt feiere. In diesem Jahr schenke ich mir eine fast private Game of Thrones-Tour in Dubrovnik. Gleich geht's los!

 

Robert führt uns zuerst die Stufen hoch zum Fort Lovrijenac, welches als "Red Keep" genutzt wurde. Er war selbst in mehreren Staffeln als Statist am Set dabei und hat uns deshalb viele spannende Stories zu erzählen.

 

Ich lehne mich an eine Säule und bin plötzlich im Fokus, Tyrion wurde hier nämlich gefesselt. Die Aussicht vom Dach des Forts ist grandios, hat aber seine Tücken. Nach einiger Zeit hier oben an der Sonne wird einer aus der Gruppe ohnmächtig wegen der Hitze - und das gehört nicht als Szene zur Tour wie erst gemeint wird. Mit meinen Ingwerbonbons kriegen wir ihn wieder auf die Beine, es kann weitergehen.

Am "Blackwater Bay" legen heute Jet Ski-Fahrer und kleine Boote ab.

 

In der Altstadt wird es etwas eng, auch Robert betont ausdrücklich, wie mühsam die Kreuzfahrtschifftouristen sind. Da sie meist nur für wenige Stunden da sind, nützen sie der Wirtschaft nichts, sorgen aber für genervte Übernachtungsgäste und Einwohner.

Sobald man die Strada verlässt, wird es etwas weniger voll. Bei "Littlefingers Bordell", im Ethnologischen Rupe-Museum, sind nur wenige Leute anzutreffen.

 

Ganz anders sieht es dagegen bei der Treppe aus, wo der Walk of Shame stattfand. Diese Szenen kennen wohl auch die weniger eingefleischten Fans, unzählige Fototouristen knipsen hier was das Zeug hält. Das Foto ohne Menschen habe ich ganz früh am Morgen gemacht.

 

Auf dem Kirchplatz oberhalb der Treppe bringt Robert Requisiten und wir können mit Schwertern hantieren, Lannister Schutzschilder halten oder mit der Glocke den Walk of Shame nachstellen.

 

 

Im Rector's Palace aka "Palace in Qarth" erhalten wir einen kurzen Einblick in die schöne Halle.

 

Auf die Frage nach dem Lieblingscharakter will Robert natürlich seinen Namen hören. Jemand aus der Gruppe sagt Jon Snow, was er sofort unter allgemeinem Gelächter quittiert mit "Jon Snow!? What a lemonade of a Character". Haha.

 

Nach 2.5 Stunden endet die tolle Tour am Ploce Gate. 

 

Es war superspannend, ich würde auf jeden Fall empfehlen, diese etwas teurere Kleingruppen-Tour zu buchen. Selbstverständlich werden auch günstige Führungen angeboten, da sind die Gruppen aber sehr gross.

 

Am Pile Gate nehmen wir einen Bus zum grossen Kreuzfahrtschiffhafen und bestaunen die riesigen Kähne.

 

Da befindet sich der Hauptbusbahnhof, wo uns ein komfortabler Fernbus für eine kurze Strecke mitnimmt nach Trsteno. Ob das nur war, weil wir gefragt haben? Einen Fahrplan konnte ich nirgendwo finden. Und als wir Tresteno erreicht haben, hat er erst auf unsere Rufe hin an einer Weggabelung gestoppt.

 

Die Red Keep-Gartenszenen wurden hier im Arboretum Trsteno gedreht. Am bekanntesten ist der Pavillon, wo Sansa und Margaery mit Lady Olenna Tyrell so einige Gespräche geführt haben. Betreten darf man ihn leider nicht.

 

Direkt darunter ist der kleine Hafen von Trsteno, hier hat Bronn dem einhändigen Jamie Lannister den Schwertkampf gelehrt.

 

So ein richtiges Highlight war der verwilderte Garten jetzt nicht, aber wenn man genügend Zeit hat - interessant ist er allemal.

 

Zudem war es schön ruhig und einigermassen angenehm, heute hat nämlich hier die nächste grosse Hitzewelle begonnen. Es wird nun jeden Tag heisser werden, in Richtung 40 Grad.

 

Die Rückfahrt könnte noch etwas abenteuerlich werden, wir stellen uns mal auf gut Glück an die Bushaltestelle und warten. Schon nach kurzer Zeit gesellen sich immer mehr Einheimische zu uns und es wird klar, dass wir Glück haben. Tatsächlich, ein Bus nimmt uns mit direkt bis in die Altstadt zurück. Ich habe das System nicht durchschaut. Am grossen Hafen sehen wir einen Kahn auslaufen und hoffen dadurch auf eine ruhige Innenstadt.

Es ist jetzt drückend heiss entgegen der Prognosen immer noch voll in der Innenstadt. Es scheint so, als würde ein Kreuzfahrtschiff über Nacht bleiben oder spät auslaufen.

 

Mirela hat uns einen Tip gegeben, wo die Einheimischen zum Baden hingehen. Wir finden die kleine Bucht mit zwei Beach-Bars und plötzlich spricht uns jemand an, es ist lustigerweise unser heutige Guide Robert.

 

Das Wasser ist kristallklar und herrlich angenehm, eine wunderbare Erfrischung. Ebenso die Cocktails, welche hier echt fein sind.

 

Unzählige einladende Restaurants säumen die kleine Gassen, die Entscheidung fällt mmer schwer hier. Auch heute essen wir wieder super, hier lässt es sich echt aushalten. Dubrovnik hat den Ruf, eine sehr teure Stadt zu sein. Es sind keine Schnäppchenpreise, aber aus Schweizer Sicht nicht wirklich horrend.

Mit einem Abendspaziergang und einem Martini endet mein toller Geburtstag.

 

Tag 5:

 

Früh ziehen wir los zur Cable Car-Station, von da aus fährt der Flughafenbus gleich los. Ein letztes Mal geniessen wir den Blick auf den alten Hafen in der Morgenstimmung.

 

Dubrovnik, what a beauty.

 

 

Nun verstehe ich Camille Bloch ganz gut. Eine Freundin hat mir vor kurzem folgende Geschichte erzählt: Der Schokoladier Camille Bloch war vor Jahren in Dubrovnik im Urlaub und es hat ihm so gut gefallen, dass er seine neuste Kreation danach nach der Stadt benannt hat. Früher hiess Dubrovnik nämlich Ragusa. Damit ist ihm ein Meisterwerk gelungen - und die Adaption in weiss schmeckt noch viel besser. Wer diese göttliche Schokolade noch nicht kennt, unbedingt probieren!