Reisebericht Füssen/Schloss Neuschwanstein/Lindau/Feldkirch Juli 2013

Unser Zweitages-Trip führt uns nach Deutschland und Österreich. In aller Herrgottsfrühe verlassen wir die Schweiz, um Zürich und den Grenzübergang Au ohne grösseren Wartezeiten passieren zu können. Unser Plan geht auf, bereits nach zwei Stunden Fahrzeit kaufen wir in Österreich an der Agip-Tankstelle eine Autobahnvignette. Praktischerweise gibt es Kurzzeit-Vignetten für günstige EUR 8.30. In Lindau wollten wir eigentlich frühstücken, haben aber das Vorhaben aufgrund des heutigen Kinderfestes kurzerhand abgeblasen. Wir fahren direkt bis Füssen und erreichen das Hotel Sonne schon vor 09.00. Nach einer Brezel spazieren wir zum Busbahnhof um nach Schwangau zu gelangen. Taxis bieten einen Pauschalpreis von 10EUR und wir entscheiden uns für diese komfortable Variante.

Via Sommerweg erklimmen wir den Berg bis zur Marienbrücke, um den perfekten Blick auf das Schloss Neuschwanstein zu erhaschen. Wer nicht gut zu Fuss ist hat die Möglichkeit, sich in die Schlange für die Pferdekutsche oder den Bus zu stellen. Nach 40 Minuten bergauf haben wir es geschafft, ein Schild weist uns den Weg zur Brücke. Den Adrenalinschub gibts heute umsonst, ich habe alles erwartet, aber mit Sicherheit nicht diesen wackeligen Bretterübergang. Kurz gesagt, die Marienbrücke fordert mich extrem heraus. Unter den Holzbrettern geht es weit in die Tiefe, die Pöllatschlucht zeigt sich imposant. 

Ebenso das Schloss Neuschwanstein und die umliegenden Seen, von hier geniesst man den Postkartenanblick. Ich klammere mich ans Geländer und traue mich kaum, ein Foto zu schiessen. Auch ohne Tickets können wir den Eingangsbereich betreten, den eindrücklichsten Anblick geniesst man aber eindeutig aus der Distanz von der Brücke aus. Auf dem Talmarsch strömen uns Massen entgegen die erahnen lassen, wie voll es tagsüber hier wird. Nach einem Abstecher zum kristallklaren Alpsee spazieren wir die 15 Minuten zum Schloss Hohenschwangau, um uns auch da ein Bild aus der Nähe zu machen. Zurück am Alpsee setzen wir uns ins Restaurant Alpenrose, geniessen den Seeblick und einen Mittagssnack.

Das Zeitmanagement hätte optimaler nicht sein können, kaum sitzen wir im Bus zurück nach Füssen, fallen die ersten Regentropfen. Der Forggensee läuft nicht weg, vom Hotelbalkon aus beobachten wir stattdessen das starke Sommergewitter.

 

Stillhalten kann ich mich wie immer nicht lange. Während die anderen das bequeme Hotelbett vorziehen, erhalte ich vom freundlichen Receptionist einen Regenschirm, um das kleine Städtchen trotzt widrigen Wetterumständen zu erkunden.

Füssen ist geprägt von alten Gebäuden mit schönen aufwendigen Verzierungen, vielen Eisdielen, Cafés und Restaurants. Vor dem Schaufenster der Bäckerei Diller bleibe ich stehen, hier werden die berühmten Schneeballen gebacken und verkauft. Natürlich muss einer mit, ich entscheide mich für die Variante weisse Schokolade/Nougat. Eine sehr süsse und klebrige Angelegenheit, die man in dieser Gegend unbedingt ausprobieren sollte.

 

Der Regen hat sich vorerst verabschiedet, vollzählig setzen wir uns in das Stadtcafé in der Fussgängerzone und geniessen den Nachmittag mit weiteren Leckereien.

 

Das Hotel Sonne hat die perfekte Lage, je nach Ausgang ist man direkt in der Fussgängerzone, beim Tourist Office oder in wenigen Schritten am Bahnhof. Wir wollen uns den Einrichtungsmix aus Romantik, Kultur, Trend und Design etwas genauer anschauen und finden auf den Stockwerken viele alte Kostüme, moderne Bilder und Dekorationselemente.

Leider haben wir ein klassisches Zimmer gebucht, welches zwar sauber ist und ein gutes Bett hat, von der Einrichtung her allerdings in keiner Weise mit den Gemeinschaftsräumen mithalten kann. Die Mottozimmer wären es gewesen, jetzt sind wir schlauer.

 

An der hoteleigenen Bar Via geniessen wir einen Apéro, bevor wir uns im Maximilian's ein deftiges Nachtessen gönnen und den Schlemmertag damit beschliessen. Nach dem geeisten Kaiserschmarren mit Zwetschgen falle ich pappsatt ins Bett.

Perfekt starten wir in den zweiten Tag, am Frühstücksbuffet verwöhnen wir uns eine gute Stunde lang. Sämtliche Produkte stammen von lokalen Firmen und Höfen oder der spanischen Familie der Hotel-Marketingfachfrau Beatriz Pineda, auf Topqualität und Nachhaltigkeit wird hier grossen Wert gelegt. Der Verdauungsspaziergang führt uns zum Foggenssee, wo bereits reger Trubel herrscht. Die MS Füssen legt zur grossen Rundfahrt ab und die Passagiere drängen sich am Steg zum Einstieg. Dem Lech entlang gehen wir zurück in die Altstadt und werden dabei von Fahrradfahrern regelrecht abgedrängt. "Soll ich euch umfahren, oder was?" ist in etwa das netteste, was wir zu hören kriegen

Auf dem Rückweg holen wir den Lindaubesuch nach, nach einer guten Stunde Fahrzeit erreichen wir die Stadt am Bodensee. Hier kommt Sommerfeeling pur auf, Sonne, Blumen, Wasser, Eisdielen, Promenaden - einfach schön. Während wir dem schattigen Uferweg entlang spazieren stehen wir plötzlich im wunderschönen Dekogarten Wiedemann. Wie gut dass unser Auto so weit weg ist, mein Kontostand dankt es mir. Genialer Zufallstreffer!

Hungrig bummeln wir durch die Gässchen und halten Ausschau nach einer Gaststätte. Mit der Weinstube Frey finden wir den perfekten Ort für eine Erfrischungspause und Stärkung.

Unseren letzten Zwischenstop vor der Heimreise legen wir in Feldkirch ein, wir besuchen die Schattenburg. Im gemütlichen Innenhof schnappen wir uns einen Tisch und können es trotzt üppigem Mittagessen nicht lassen: Das 30cm-Schattenburgschnitzel ist ein MUSS. Zu Dritt schaffen wir es zwar, für einen Apfelstrudel reicht es nun leider aber auf keinen Fall mehr. Die beiden Tage waren die reinste Schlemmerei, gut dass wir nun die direkte Heimreise antreten.

 

Mit vielen Fotos und Eindrücken im Gepäck fahren wir via Fürstentum Liechtenstein in Richtung Heimat.