Reisebericht Singapur Mai 2013

Tag 1: Marina Bay Sands, ein grosser Reisetraum erfüllt sich :-)

 

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich eine Dokumentation über das neu erbaute Marina Bay Sands-Hotel in Singapur gesehen und mir war sofort klar, dass ich das baldmöglichst besuchen möchte. Obwohl ich so gut wie nie schwimmen gehe ist es vor allem der Infinity Swimming Pool auf dem Dach, der es mir dermassen angetan hat. Der Zufall wollte es, dass die Swiss wenige Monate später Singapur als neue Destination ab Mai 2013 ankündigte und Flüge zu einem Spitzenpreis anbot. Wir zögerten nicht und sicherten uns Flüge zum Tiefstpreis. Das Zimmer im Marina Bay Sands haben wir erst nach langem hin und her definitiv gebucht. Einerseits gab es für mich fast keine Alternative, ich wollte soo unbedingt dahin, andererseits lagen die Zimmerpreise weit über unserem Reisebudget.

Nach langen Diskussionen und in Anbetracht der Tatsache, dass wir wohl nicht so oft wieder nach Singapur fliegen werden gab ich mir einen Ruck und habe definitiv einen Deluxe Room gebucht. Die Vorfreude könnte jetzt kaum grösser sein.

Endlich ist es soweit, wir schreiben den 24. Mai 2013 und sitzen im Swiss-Flieger nach Singapur. Der Flug ist anstrengend, wir geraten in Turbulenzen und finden nicht die nötige Ruhe, um genügend Schlaf zu tanken. Die Passagiere erscheinen mir nervös, ständig klappern die Deckel der Gepäckablagen und die Cabin Crew rollt trotzt der späten Stunde mit den quietschenden Servierwagen durch den schmalen Gang. An Service und Kompetenz mangelt es aber - wie immer - nicht.

Tag 2: Dream on....welcome to Singapore

 

Einige Stunden Schlaf finde ich glücklicherweise dann doch, als ich aufwache bleiben noch vier Flugstunden bis zum Ziel. Meine Nervosität steigt an, ich mache mir Gedanken wegen der Einreise. Singapur hat wahnsinnig strenge Einreisebestimmungen, die Einfuhr von gewöhnlichen Dingen wie Kaugummi ist untersagt, Medikamente jeglicher Art sind anmelde- und kontrollpflichtig. Für Drogenbesitz gilt die Todesstrafe. Selbstverständlich führen wir nichts derartiges mit, trotzdem werde ich erst wieder ruhig sein, wenn wir im Taxi sitzen. Man hört so einige Horrorstories.

Der zweite Grund für meine Unruhe ist selbstauferlegter Termindruck. Nachdem die Reiseplanung eigentlich fertig war, habe ich diese vor 2 Wochen kurzerhand überworfen. Es grenzt auch wirklich an ein Wunder. Nachdem wir bereits im letzen Juni das riesige Glück hatten, Aerosmith in Chicago live zu erleben, kündigen diese für heute Abend ein Open-Air in Singapur an, direkt neben dem Marina Bay Sands! Die Tickets haben wir reserviert, diese sollten aber bis eine Stunde vor Beginn abgeholt werden. Das wird äusserst knapp, aber wie heisst es doch so schön: no risk, no fun!

Ich lehne mich jetzt noch etwas zurück und versuche mich mit der Komödie "this is 40" abzulenken. Der Landeanflug wird dann nochmal zur Nervenprobe, wir kreisen zwar über dem Flughafen, landen aber erst 30 Minuten später. Dafür läuft jetzt alles wie am Schnürchen - eine einzige Person steht vor mir an der Immigrationschlange, für unser Gepäck interessiert sich kein Mensch und da wir nur mit Handgepäck reisen sitzen wir bereits 5 Minuten später im Taxi. Der erste Eindruck ist äusserst positiv, die Flughafengegend erinnert an LAX. Nach 20 Minuten erreichen wir bereits die Gardens by the bay, den Austragungsort des Singapore Socials. 

Wir erfreuen uns an den warmen Temperaturen, schlendern durch die Gärten und holen unsere Tickets rechtzeitig ab.

 

In aller Ruhe und gelöst beziehen wir nun unser Zimmer im Marina Bay Sands  und nur wenige Minuten später erfülle ich mir einen meiner grössten Reiseträume: ich stürze mich in die Fluten des einzigartigen Infinity Swimming Pools auf der Dachterrasse im 57. Stock und koste jede Sekunde aus. Ein Wahnsinnsgefühl!

 

Das Zimmer ist schön, für den horrenden Preis allerdings nicht überragend. Immerhin gibt es - wie fast überall in Asien - wirklich alles. Zahnbürsten, Zahnpasta, Haarband, sämtliche Pflegemittel, Rasierzeugs, Kamm - letzteren kriegt unser Kater Slash als Souvenir ;-).

Erfrischt und mit einem Reisgericht gestärkt gehts nun zurück zur Konzertstätte und wir erleben abermals ein super Konzert von Aerosmith. Mein Freund neben mir, eine meiner Lieblingsbands aller Zeiten auf der Bühne, perfekter Blick auf das beleuchtete Marina Bay Sands-Hotel, Steven Tyler singt den schönsten Love-Song aller Zeiten, ein ganz ganz grosser Moment. *I could stay lost in this moment, forever*....

 

Nach einem Drink an der Hotelbar fallen wir erschöpft und happy in das teure Bett. Singapur meint es gut mit uns.

Tag 3: Animals, Flowers, Cocktails - Singapore

 

Um 6.00 in der früh hole ich mir mein Skydeck-Accessband und stürze mich ein zweites Mal in den Pool. Wahnsinn, Singapur aus dieser Perspektive aufwachen zu sehen! Allein deswegen macht sich der Aufenthalt hier bezahlt. Ich geniesse die Ruhe und den Sonnenaufgang. Perfekt!

 

Kurz nach 08.00 sitzen wir nach einem teuren Frühstück im Taxi in Richtung Singapore Zoo. Die Tickets haben wir bereits online gekauft, nötig wäre das aber nicht gewesen wenn man so früh hier ist.

Der Zoo ist wunderschön, die Tiere geniessen grosszügige natürliche Gehege. Um auch die Pandas zu Gesicht zu bekommen haben wir ein Kombiticket inkl. River-Safari gekauft. Leider sind die Boote aber ausser Betrieb, was den Besuch erheblich abkürzt.

 

Nun fahren wir zu den Singapore Botanic Gardens und picken uns den Ginger Garden und den National Orchid Garden zur näheren Begutachtung aus. Der Orchideengarten kostet zwar SGD 5.00 Eintritt, lohnt sich aber auf jeden Fall. Die seltenen Gewächse geniessen bestes Klima und werden aufwendig gehegt und gepflegt. So stelle ich mir das Paradies vor!

Ein unterhaltsamer Taxifahrer bringt uns nun ins Touristenmekka schlechthin, nach Sentosa Island. Die Beachgegend ist schön, zahlreiche Strandbars vermitteln Sommerfeeling. Von der begehbaren Kopie des berühmten Wahrzeichen Singapurs, dem Merlion, schiessen wir ein Foto und ziehen weiter zu den Universal Studios. Auch hier ist es nicht anders als in LA und Osaka, der kostenlose Eingangsbereich ist geradezu voll mit Verpflegungsmöglichkeiten. Der kurze Besuch reicht uns, dem Boardwalk entlang spazieren wir zurück aufs Festland. Am Himmel ziehen dunkle Wolken auf und noch während wir am Wasser spazieren ertönt lautes furchterregendes Donnergrollen gefolgt von ersten Blitzen.

Wir suchen Schutz in der U-Bahn und fahren nach Little India. Unzählige Schmuckläden, bunte Kleidershops, Restaurants und Obst- und Gemüsehändler säumen die Strassen im indischen Viertel der Stadt. Die Gehwegplatten sind durch den leichten Regen hier extrem rutschig und ich lege mich prompt hin. Nichts passiert, weiter gehts. Der Besuch einer Markthalle gibt mir dann aber den Rest, der Fischgeruch in Kombination mit der schwülen Hitze bekommt meinem Magen nicht. Wir ergreifen die Flucht in Richtung Orchard Road, dem Shoppingmekka Singapurs. Es gibt zwar gute Einkaufsmöglichkeiten hier, preislich sind diese aber alles andere als interessant.

Wir ziehen weiter zum Merlion Park und sehen uns das Originalwahrzeichen von Singapur an. Der Schutzpatron Merlion ist eine Mischung aus einem Löwen und einem Fisch.

 

In der Zwischenzeit ist der Regen stärker geworden, wir wählen für die Rückfahrt zum Hotel ein Taxi um da noch ein wenig durch die Shops zu schlendern und auszuruhen. Die Shoppes at the Sands erinnern mich an Las Vegas, durch das gehobene Einkaufszentrum kann man sich mit venezianischen Gondeln shippern lassen.

Das Gewitter ist von kurzer Dauer, wir nutzen die Gelegenheit um ein weiteres Mal den gigantischen Pool zu geniessen und lassen uns von der Poolfotografin ein teures Package aufschwatzen (und denken dabei an unsere Freunde in der Schweiz, die bereits ähnliche Erfahrungen gemacht haben).

 

In der Skybar Ku Dé Ta geniessen wir die Abendstimmung mit Cocktails und auch hier müssen wir tief ins Portemonnaie greifen. 28 SGD muss ich für meinen Drink berappen. Immerhin schmeckt er perfekt!

Einen weiteren Drink genehmigen wir uns in der New Asia-Bar im 70. Stock des Swissôtel the Stamford um die abendliche Lasershow des Marina Bay Sands zu sehen und die Aussicht zu geniessen. Diese Bar wird in jedem Reiseführer als Must Do erwähnt, die Perspektive von hier oben ist perfekt. Im Fahrstuhl wird mein Freund mal wieder für einen Rockstar gehalten, er fühlt sich geschmeichelt und hört nicht mehr auf zu grinsen. Für den Schlummertrunk kehren wir nun bestens gelaunt zurück aufs Marina Bay Sands Skydeck.

Tag 4: Good Bye 

 

Leider ist heute schon der Zeitpunkt unserer Weiterreise gekommen. Um nochmal das Maximum heraus zu holen, stehen wir bereits wieder um 6.00 in der früh auf dem Skydeck und sichern uns einen Whirlpool mit Blick auf  die Gärten und das Meer. Nach den letzten Bahnen im Pool kann nun ein ordentliches Frühstück nicht schaden. Im ersten Restaurant auf dem Deck werden wir gar nicht erst eingelassen als wir unsere Zimmernummer angeben - die "Holzklasse" hat hier nichts zu suchen.

Das zweite Restaurant will pro Person SGD 38.00 für das Frühstück, aber das wollen wir nicht bezahlen. Wir werfen einen letzten Blick zurück auf das paradiesische Dach bevor wir den Fahrstuhl in Richtung Lobby betreten. Hier gibt es sehr leckere frische Brötchen, mit Tee und Vitamin Water schaffen wir es immerhin für  SGD 21.00 zu zweit satt zu werden.

 

Bis zum Weiterflug bleibt noch genügend Zeit um die Gardens by the Bay etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Anlage ist liebevoll und informativ angelegt, die Bewirtschaftung ein Dauerjob. Der Aussenbereich ist frei zugänglich, der Flower Dome und Cloud Forest kosten Eintritt. Da letzterer heute leider zu hat, besichtigen wir zum Abschluss den Flower Dome.

Unser Deluxe-Zimmer kosten wir fast bis zur letzten Minute aus, erst kurz vor 11.00 Uhr stellen wir uns am Check-Out an. Es vergeht keine Minute, da steht schon ein Hotelangestellter mit seinem IPad neben uns und erledigt das Check-Out flugs. Good Bye Marina Bay Sands, es war traumhaft hier! Am Changi Airport bleibt uns genügend Zeit, um die Annehmlichkeiten zu geniessen. Liegesessel, Koi Ponds, Blumengärten und vieles mehr sorgen dafür, dass es nicht langweilig wird.

 

Wie gerne würde ich noch länger hier bleiben. Finanziell ist es uns aber definitiv nicht möglich, eine weitere Nacht im Marina Bay Sands zu verbringen. Alternative? NEIN! Wenn Singapur, dann nur im Marina Bay Sands. Definitiv.

 

Singapur ist eine tolle Stadt. Wenn man die Strafgesetze und Einreisebestimmungen ausblenden kann, gibt es hier viel Schönes zu entdecken. Die Infrastruktur und die Sauberkeit sind top.

Und hier gehts bald weiter nach Kuala Lumpur und Bangkok....