Reisebericht Kuala Lumpur Mai 2013

Wir befinden uns auf der Weiterreise von Singapur her, hier gehts zu den vorherigen Tagen.

 

Tag 4:

 

Kuala Lumpur ist nur einen Katzensprung von Singapur entfernt, der Flug mit AirAsia dauert keine Stunde. Nach dem Wellnessflughafen Changi werden wir bei der Ankunft in Kuala Lumpur wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Wir werden auf dem Rollfeld inmitten unzähliger anderer AirAsia-Maschinen ausgeladen und müssen nun zu Fuss in die Immigrationshalle marschieren. Dabei werden wir beinahe von Gepäcktransportern umgefahren, müssen einsteigende Passagierströme kreuzen und spazieren durch den Pausenraum vom Personal. Das Ganze ist so grotesk chaotisch, dass wir darüber nur lachen können. Die grimmigen Securitys und die Schlange am Einreiseschalter vertreiben unser Lachen, wir harren im stickigen Raum aus und warten...

Endlich sind wir in der Ankunftshalle und steigen ins vorbezahlte Taxi. Die einstündige Fahrt verläuft so ruhig, dass ich ein paar Minuten Schlaf tanken kann. Geweckt werde ich einerseits durch Donnergrollen und prasselnden Regen, andererseits durch meinen Freund, der mich rüttelt um mir die Ankunft in der Stadt zu signalisieren.

 

Im Traders Hotel werden wir ausserordentlich freundlich empfangen, das Personal ist zuvorkommend und sehr nett. Das Angebot, zum Zimmer Lounge-Zugang zu buchen, nehmen wir dankend an. So geniessen wir den ganzen Tag über freie Getränke und Snacks in Topqualität, vom Frühstücksbuffet über Afternoon Tea bis hin zu Cocktails.

 

Natürlich nutzen wir diese Möglichkeit sofort, wir sind hungrig und freuen uns auf einen Cocktail. Wir richten uns auf den bequemen Sofas ein und geniessen zum Essen den grossartigen Blick auf die Petronas Towers. Herrlich!

Direkt unter den Twin Towers befindet sich die moderne Suria-Mall. Wir schlendern durch die Etagen und betrachten die Towers aus nächster Nähe. Eindrucksvoll! Eine Passantin bleibt stehen und findet wohl mich interessant, sie schiesst dreist ein Foto von mir. Generell sind wir hier die Exoten, wir werden permanent angestarrt von allen Seiten. Von hier aus erhaschen wir einen guten Blick auf den Menara Kuala Lumpur Tower.

 

Um Tickets für die Skybridge zu ergattern, muss man sich früh morgens in die Schlange stellen. Das haben wir während unseres Besuches aber nicht vor, die Aussicht von unserem Hotelzimmer aus ist kaum zu toppen. Als wir den Rückweg zum Hotel antreten ist der Brunnen im Park farbig beleuchtet und animiert. Ein tolles Schauspiel. Zum Abschluss des Tages genehmigen wir uns in der Skybar einen Drink,  die Aussicht von hier aus ist aber nicht anders als aus der Lounge oder von unserem Zimmer. Kuala Lumpur hat heute eine tollen ersten Eindruck hinterlassen. Mit Blick auf die beleuchteten Towers schlafen wir ein.

Tag 5:

 

Bereits kurz nach Mitternacht werden wir wach, das Handy von meinem Freund vibriert unermüdlich. Da scheint sich jemand gehörig in der Nummer geirrt zu haben, zumindest erkundigt sich jemand auf französisch, wie der Besuch beim Gynäkologen gewesen sei. Lachend versuchen wir unseren Schlaf wieder zu finden und werden vom gleichen Anrufer eine Stunde später erneut geweckt. Prompt verschlafen wir am Morgen und fahren nach dem leckeren Frühstück in der Traders-Lounge erst gegen 08.30 in Richtung Batu Caves.

Die 272 Treppenstufen sind nur frühmorgens zu schaffen, das Klima setzt einem hier ordentlich zu. Motiviert nehmen wir den ersten Block in Angriff und wir können direkt zuschauen, wie der Schweiss aus allen Poren schiesst. Wir schwören uns, heute bei den Cocktails etwas kürzer zu treten...

 

Unzählige kleine Affen hüpfen über die Stufen und erleichtern einem den Aufstieg durch geschickte Ablenkungsmanöver. So schlimm war es schlussendlich gar nicht, und der Ausblick von hier oben ist auch nicht zu verachten. Die Schreine und Tempel sind im Innern der Höhlen frei zu besichtigen.

Für die Cave Villa zahlen wir 15 Ringgit Eintritt, dafür kriegen wir den Koi Pond und ganz viele bunt beleuchtete kitschige Statuen zu sehen. Mit etwas Musik wäre die Location für eine Disco perfekt.

 

Am Ende der Höhle gibt es einen kleinen Reptilienzoo bei dessen Anblick es mir trotzt der Hitze kalt über den Rücken läuft. Was für ein Schock nach dem wunderschönen Singapore Zoo, unglaubliche Tierquälerei hier. Einen Besuch in dieser Höhle kann man sich getrost schenken.

Mit dem modernen Zug fahren wir zur Station Bank Negara, um von da aus zu Fuss zum Merdeka Square zu gelangen. Ich blicke mich um und stelle fest, dass es hier ähnlich aussieht wie im Financial District von New York. Das überqueren der Strassen gestaltet sich schwierig, die Ampeln für die Fussgängerstreifen sind trotzt grossem Verkehrsaufkommen meistens ausser Betrieb. Wir kämpfen uns durch den Verkehr zum Square und sind etwas verwirrt. Absperrungen, Zelte und Umleitungen erwarten uns hier auf dem Platz der Unabhängigkeit.

 

Der Central Market hingegen ist echt super, viele kleine Shops bieten Kleinigkeiten zum Shoppen an. Ein Dach über dem Kopf kann ebenfalls nicht schaden, die Sonne brennt unermüdlich. Wir kaufen uns etwas Schmuck und kleine Bilder für das Wohnzimmer. Ein Shop bietet den teuersten Kaffee der Welt an, den Katzenkaffee Kopi Luwak. Hier zeigt sich deutlich, wie multikulturell die Stadt ist - sogar einigen Frauen in Burka begegnen wir hier.

 

Zu den Perdana Gardens lassen wir uns nun fahren. Eigentlich wollen wir den Kuala Lumpur Bird Park besuchen, der Hibiscus & Orchid Garden weckt aber auch unser Interesse. Der Eintritt ist frei, also starten wir mit diesem Park. Bald wissen wir weshalb er umsonst ist: es gibt fast nichts zu sehen hier.

 

Der Bird Park ist für Kuala Lumpur erstaunlich teuer, da erwarten wir etwas mehr. Tatsächlich gibt es hier viele schöne Vögel aller Gattungen zu beobachten, ganz nett mal gesehen zu haben. Der Eisstand vor dem Ausgang ist unsere Rettung, die kurze Abkühlung muss sein. Schon heute vermisse ich den Marina Bay Sands-Pool!

 

Wir lassen uns zum Hotel fahren und geniessen ein leckeres Mittagessen im edlen hoteleigenen Restaurant (und sehen dabei aufgrund des schweisstreibenden Vormittags nicht ganz so edel aus). Danach relaxen wir in der Lounge um der heftigen Mittagssonne auszuweichen.

 

Am Nachmittag nutzen wir den praktischen Skywalk um zur Pavilion Mall zu gelangen. Im 6. Stock befindet sich die Tokyo Street, diese wollen wir besuchen. Die Japan-Sehnsucht wird augenblicklich grösser, die Shops sind authentisch und wunderschön.

Nach einem kurzen Einkaufsbummel führt uns der Skywalk nun zum Kuala Lumpur City Walk, welcher sich aber als totalen Flop erweist. Der Schweiss tropft schon wieder, eine weitere Abkühlung kann nicht schaden.

 

Im Traders-Club gibts wieder Cocktails und Snacks bis 19.00 Uhr, also pausieren wir erneut im Hotel.

 

Nun wollen wir noch den Buggyservice vom Hotel ausprobieren, wir lassen uns zur Suria-Mall fahren. Das kleine Gefährt gondelt nonstop zwischen der Hotel und der Mall hin und her, natürlich auch mit dem Ziel, die Shopper in die Skybar zu bewegen.

Tag 6:

 

Für heute haben wir kein Sightseeing geplant für den Vormittag, ausschlafen und ausgiebig frühstücken stehen auf dem Programm. Das Buffet ist perfekt, massenhaft frisches Obst, asiatische Leckereien von Misosuppe, Dim Sum über Sushi bis hin zu Nudeln, Säften, Waffeln, Omeletten, Eiern, Brötchen jeglicher Art und vielen gemeinen Süssigkeiten. Wir beschliessen spontan, einen Verdauungsspaziergang zu den Petronas Towers zu unternehmen und nun doch zu versuchen, auf gut Glück Tickets für die Skybridge zu ergattern. Jeden Tag werden 1000 Tickets vergeben, first come, first serve. Für 11.00 Uhr gibt es noch Plätze, das wird für uns aber leider zu knapp.

Für den Weg zum Flughafen wählen wir ein Taxi, wir buchen es aus Sicherheitsgründen direkt im Hotel und zahlen dafür ordentlich Zuschlag. Unser malaiischer Bekannter hat uns dringend davon abgeraten, willkürlich in ein Taxi zu steigen. Es ist hier wohl Usus, dass die Fahrer in die nächste Nebengasse einbiegen und die Touristen ausrauben. Unser Chauffeur schlägt den Weg zum Flughafen ein und wir verlassen Kuala Lumpur. Die Agglomeration ist bedrückend, hohe hühnerstallähnliche alte Wohnblöcke. Die Gegensätze sind hier insgesamt extrem, von topmodernen Bauwerken bis zu heruntergekommenen Häusern findet man alles. Dafür wird es weiter ausserhalb richtig schön, endlose Palmenplantagen säumen die Strassen. Der Flughafen ist allerdings auch bei der Ausreise nicht schöner, immerhin ist es angenehm kühl.

 

Wieso Kuala Lumpur?

 

Diese Frage wurde uns im Vorfeld oft gestellt. Einerseits stammt ein Bekannter von uns aus Malaysia und hat uns viel darüber erzählt und unser Interesse geweckt, andererseits sind bei uns vor einigen Jahren viele Bilder von den Petronas Towers im Zusammenhang mit dem Formel 1-Rennstall Sauber Petronas in den Medien aufgetaucht, die beiden Türme haben mich seit jeher fasziniert. Nun lag es wunderbar auf der Route nach Bangkok, weshalb wir uns für den Stop entschieden haben. Und nein, wir bereuen es nicht!

 

 

Und hier geht es weiter nach Bangkok!