Reisebericht Hong Kong und Seoul April 2017

Tag 1:

 

Unsere Frühlingsferien führen uns nach Asien, die Städte Hong Kong und Seoul stehen auf dem Programm.

Am Bahnhof treffen wir uns mit Freunden, die ebenfalls heute in die Ferien fliegen. Die Fahrt zum Flughafen verläuft nicht ganz nach Plan, nach nur einem Stop müssen alle Passagiere aussteigen, Endstation. Wegen eines Personenunfalls gibt es massive Einschränkungen und Ausfälle im Bahnverkehr heute Vormittag. Ein Ersatzzug gabelt uns und unzählige andere Reisende auf und bringt uns trotzt allem rechtzeitig zum Flughafen.

 

Danke SBB!

 

Wir fliegen zum ersten Mal mit Cathay Pacific Airlines und sind gespannt auf den riesigen Flieger, beim Check-In wurde uns Sitzreihe 70 zugewiesen. Schon beim Start dreht es mir fast den Magen um, wie auf einer Achterbahn.

 

Schnell fühle ich mich aber wieder wohl, die Platzverhältnisse, der Service und das Essen sind gut. Wären da nicht die heftigen Turbulenzen, es wäre ein richtig angenehmer Flug.

Tag 2:

 

Am frühen Morgen landen wir in Hong Kong. Weder Fingerabdrücke noch Foto werden genommen, so gehts trotzt langer Schlange zügig vorwärts. In der Ankunftshalle steht ein Herr mit einem Schild mit meinem Namen, das Hotel Icon holt uns mit einem Tesla ab. Cool!

Im Hotel werden wir bereits erwartet und direkt in den 28. Stock zum Check-In gebracht, wo uns sofort eine Tasse Tee gereicht wird. Das Club-Zimmer zahlt sich aus. Bezugsbereit ist es allerdings noch nicht, hätte mich auch gewundert um 08:30 morgens.

 

An der Metrostation Hung Hom kaufen wir uns Tageskarten und fahren nach Won Tai Sin, um den Sik Sik Yuen Wong Tai Sin Tempel zu besichtigen. Er ist auffällig bunt, voll und eingeräuchert, viele Besucher beten und zünden Räucherstäbchen an. Auch der Garten wirkt unnatürlich und etwas "gebastelt", überall sieht man Rohre dazwischen.

 

Hier werden die drei Religionen Buddhismus, Taoismus und Konfuzionismus abgedeckt was wohl auch erklärt, weshalb er so überladen ist.

 

Eine Station weiter ist die Chi Lin Nunnery, das buddhistische Nonnenkloster. Das schlichte Holzgebäude mit den Seerosenteichen ist toll, ein sehr schöner Ort.

 

 

Dazu gehört der Nan Lian Garten, welcher uns ebenfalls gut gefällt.

 

In Tsim Sha Tsui bei der K11-Mall machen wir eine kurze Mittagspause und holen unsere Konzerttickets für morgen ab, bevor wir den Kowloon Park anschauen. Hier ist die bekannte Hong Kong Avenue of Comic Stars.

 

 


Gegenüber der Nathan Road sind viele Shops, auch einen der Tom Lee Music-Stores finden wir hier.

 

 

An der Promenade am Kowloon Public Pier beim Clock Tower hat man einen super Ausblick auf die Skyline.

 

Das Wetter meint es bisher nicht ganz so gut mit uns, leider ist die Sicht nebelverhangen. Es sind starke Schauern und Gewitter gemeldet für morgen.

 

Die Tsim Sha Tsui-Promenade wird momentan gross umgebaut. Die Avenue of Stars ist nicht zugänglich. Dafür gibt es jetzt temporär den Garden of Stars, wo die Statuen besichtigt werden können.

 

 

 

 

Nach dem obligaten Foto von Bruce Lee ist auch unser Zimmer bezugsbereit. Am Pool schnappen wir uns die Sitzlounge und blicken auf die Skyline.

 

Ab 15:00 gehts mit den Vorzügen des Clubzugangs los, in der Above and Beyond-Lounge wird Afternoon-Tea mit leckeren Süssigkeiten offeriert.

 

Diese hübsch präsentierten Köstlichkeiten lassen wir uns nicht entgehen.

 

Alle 20 Minuten fährt ein kostenloser Shuttlebus im Hotel los und fährt zwei verschiedene Stationen in Kowloon an.

 

Wir fahren zur U-Bahn Tsim Sha Tui, damit kommen wir unter dem Wasser durch nach Central Hong Kong. Den Wegweisern folgen wir nach Lan Kwai Fong und landen in der Partymeile.

 

Im Prince-Building befindet sich die Sevva-Bar, eine geniale Rooftop-Bar. Perfekt für einen kleinen Apero.

 

Für heute haben wir genug unternommen, seit mittlerweile 36 Stunden haben wir nicht mehr geschlafen. So langsam ist die Luft raus. Die hohe Luftfeuchtigkeit in Hong Kong trägt das übrige dazu bei.

 

Einen weiteren Vorzug des Club-Zimmers lassen wir uns aber selbstverständlich auch mit akutem Schlafmanko nicht entgehen, es gibt leckere Cocktails à discrétion umsonst...

 

Wo wir den Rest des Abends verbringen, ist somit auch gesagt. Cheers!

Tag 3:

 

Das Frühstück können wir wahlweise in der Club Lounge oder im hoteleigenen Market einnehmen. In der Lounge ist es so herrlich ruhig, wir gehen deshalb hoch. Wir lassen es uns richtig gutgehen und hoffen, dass der angekündigte heftige Regen noch etwas auf sich warten lässt.

Im Hong Kong Park drückt fast die Sonne durch und wir können Central Hong Kong weiterhin im Trockenen erkunden.

Im Bank of China-Tower wollen wir zum Aussichtspunkt fahren, werden aber an der Information darüber aufgeklärt, dass dieser dauerhaft geschlossen bleibt. Schade.

Den zweiten Anlauf nehmen wir im ICF-Tower und tatsächlich werden uns Besucherpässe ausgestellt. Im 55. Stock gibt es eine Ausstellung mit Blick auf Hong Kong.

 

Um nach SoHo zu gelangen wählen wir die praktischen Mid-Level-Escalators. Ohne Anstrengung erklimmen wir mit den bequemen Rolltreppen die Steigung.

 

In unmittelbarer Nähe besichtigen wir nun den Man Mo Tempel, es ist der älteste Tempel in Hong Kong. Hier knocken mich jetzt der Weihrauch und die Räucherstäbchen aus, es qualmt aus allen Ecken, sogar von der Decke. 

 

 

Nichts für Leute mit empfindlichem Näschen, benebelt und mit flauem Magen gehts zurück ins Zentrum. Der Kreislauf will gerade nicht mehr so richtig in Schwung kommen.

In Kowloon am Hafen ist wenig los, ein einzelnes Kreuzfahrtschiff steht angedockt da.

 

Wir ziehen weiter via King George V. Memorial Park zur Metro, wir wollen die Hot Toys Secret Base anschauen. Der Park ist voll, unzählige Bauarbeiter verbringen hier gerade ihre Mittagspause und relaxen.

 

Im 20. Stock des Sino Centers werden wir nach einigem Hin und Her fündig, Die Hot Toys-Figuren erwarten uns cool präsentiert zum Kauf.

 

 

 

 

Nun beginnt es leider zu Regnen, also setzen wir uns nach dem Mittagessen wieder in die Lounge zum Afternoon-Tea.

 

Mir ist immer noch unwohl, nach dem Tee lege ich mich deshalb noch etwas hin. Wettermässig verpasse ich gerade nicht all zu viel hier in Hong Kong. Das Abendprogramm hingegen will ich nachher auf keinen Fall verpassen!

 

Nach dem Power Nap geht es besser und nach einem bitteren Cocktail für den Magen eilen wir in die Lobby, um ein Taxi zu ergattern.

 

Wir geraten in die Rush Hour und stecken fest auf dem Weg zum Kowloon Bay.

 

In der Star Hall sind heute Generation Axe zu Gast, die fünf Gitarristen Steve Vai, Nuno Bettencourt, Yngwie Malmsteen, Zakk Wylde und Tosin Abasi.

 

Wir schaffen es glücklicherweise rechtzeitig und erleben ein supertolles Konzert. Was für ein Riesenglück, diese Formation im Rahmen ihrer Asien-Tour hier live sehen zu können.

Tag 4:

 

Social Media ist schon praktisch, so habe ich gesehen, dass eine Bekannte von Zuhause ebenfalls gerade in Hong Kong weilt. Wir verabreden uns mit ihr und ihren Mitreisenden zum Tee und tauschen uns etwas aus über unsere Erlebnisse hier. Die Welt ist doch ein Dorf!

 

Vor dem Museum of History wecken die Storm Troopers unser Interesse, aufgrund einer Sonderausstellung stehen die Plastiksoldaten rund um das Museum in Reih und Glied.

 

 

 

 

Für uns heisst es heute vorerst Good Bye Hong Kong, zur Mittagszeit checken wir aus und nehmen den kostenlosen Shuttlebus zur Kowloon Airport Express Station. In regelmässigen Abständen fahren die Busse einige Hotels in Kowloon an und holen und bringen die Gäste zu der Station.

 

An den Check-In Schaltern der Kowloon Airport Express Station kann man bereits die Boardingpässe beziehen und Gepäck aufgeben.

 

Mit dem Airport Express Train geht es dann direkt zum Flughafen.

 

 

 

 

Nächste Destination: SEOUL

 

 

 

 

Eine grosse Boeing der Thai Airways macht in Hong Kong einen Zwischenstop und lädt uns auf.

 

Auf dem auf gut dreistündigen Flug nach Seoul gibt es das volle Programm: Entertainment, Essen und Drinks. Ich nutze die Zeit auch, um etwas zu schlafen.

 

 

Es tut schon arg weh, auf der Karte zu sehen, wie nahe man gerade an Japan wäre, und dann doch nicht hinfliegt. Wir haben es uns ja so ausgesucht, trotzdem gerade echt fies.

 

Bei anderen Zielen dagegen wäre man aus anderen Gründen froh, sie wären weiter weg.

 

 

In Seoul ist es bereits dunkel als wir landen, zudem verlieren wir wegen der anderen Zeitzone eine Stunde.

 

Der Flughafen Incheon ist weit entfernt von Seoul, die Zuganbindungen sind aber super. Ein Taxifahrer preist sich für 70'000 KRW an, der Zug bringt uns beide für 9'500 KRW zum Hotel.

 

 

Wir decken uns mit etwas Proviant ein und machen einen Spaziergang im Quartier, bevor wir in unserem tollen Zimmer im Four Seasons Hotel den Blick auf Gwanghwamun geniessen.

 

Die Matchakekse und das hübsche Teeset sind richtig ansprechend präsentiert, da machen wir uns gleich den ersten Tee.

 

 

Tag 5:

 

Wir kaufen uns aufladbare Metrokarten und beginnen mit unserer Erkundungstour.

 

Das Metrosystem ist super, der Geruch am frühen Morgen allerdings etwas schwer zu ertragen. Auffallend viele Männer haben hier einen Ausdünstungsmix aus Alkohol und Knoblauch, was in der vollen U-Bahn sehr unangenehm ist.

 

Im Yeouido Hangang Park werden die letzten Kirschblüten der Saison gerade von den Bäumen geweht.

 

Quasi auf den letzten Drücker kommen wir an, um die Pracht noch zu geniessen.

 

Wunderschön!

 

 

 

 

Etwas weniger Glück haben wir am Seokchon Lake, da sind die Blüten ziemlich durch.

 

Dafür sehen wir den gerade eingeweihten 510 Meter hohen Lotte Tower aus nächster Nähe. Auf dem See zieht eine riesige Plastikschwanenfamilie ihre Bahnen, während sich auf der anderen Seeseite Kinder in der Lotte World inkl. Disneyschlosskopie amüsieren.

 

Im Gangnamviertel findet man viele grosse Shops und unzählige Restaurants, perfekt für die Mittagspause.

 

Seit dem nervtötenden Song Gangnam Style ist diese Gegend wohl jedem ein Begriff.

 

 

Schon mehrmals habe ich mich gefragt, was in den Paketen in den allgegenwärtigen Emergency Stationen ist.

 

Ich will es genauer wissen und studiere die Piktogramme und Instruktionen. Es sind Gasmasken. Hmm.

 

 

 

Als wir beim Dongdaemun Design Park aus der Metro kommen regnet es. Wir kaufen uns Schirme und wollen weiter, werden aber schnell von den heftigen Schauern und dem Wind ausgebremst.

 

Wir entscheiden uns für eine Zwangspause im Hotel.

 

Nach kurzer Zeit ist es besser und wir können weiter zum nahgelegenen Deoksugung Palace.

 

Im Starbucks geniessen wir ein Grüntee-Cherryblossom-Frappuccino und hoffen, das bald wieder die Sonne raus kommt.

 

Leider ist das Gegenteil der Fall, in Myeng-Dong regnet es wieder. Doch auf für schlechtes Wetter hat Seoul vorgesorgt, so können wir quasi eine Etage unter Boden im unterirdischen Shopping-Disctrict gemütlich im Trockenen bis zur Station Myeng-Dong spazieren.

 

Dass Koreanerinnen einen Hang zu plastischer Chirurgie und Beautyprodukten haben, ist ja bekannt.

 

Aber ein ganzes Quartier voller Läden, die ausschliesslich Gesichtsmasken und -produkte anbieten? Wer kauft das denn alles ein?

 

 

 

Auch im Namsangol Hanok Village ist das Wetter leider nicht besser, mit offenem Schirm besichtigen wir die Häuschen, was das Fotografieren etwas umständlich macht.

 

Im Parkteil sind erfreulicherweise noch einige Kirschblüten offen.

 

 

Die nächste Station heisst Ihwa-Mural Village, nur habe ich bei der Planung nicht gemerkt, dass man dies erst nach einem erheblichen Anstieg erreicht. Die Sicht ist nicht super, das Künstlerdörfchen etwas eigenartig, und ob sich der Weg für die Wandbilder lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

 

Besser auf jeden Fall nicht am Abend, wenn man schon müde ist.

Für den Rückweg zum Hotel nehmen wir den Entspannungspfad. Am Bach Cheonggyecheon entlang wurde auf über 10km eine schöne Stadtoase erstellt.

 

 

 

Als wir zurück zum Hotel kommen sehen wir ein riesiges Sprungkissen, Feuerwehr und Polizei. Wir sind aufgeschreckt, erfahren aber, dass es sich um eine Demonstration auf dem Dach des Nachbargebäudes handelt!?

Tag 6:

 

Am Morgen fühle ich mich nicht gut, ich habe schlecht geschlafen und die Freitagsnews der Medien sind nicht förderlich für die Stimmung. Der Zeitpunkt für unsere Reise nach Korea könnte kaum brisanter sein, ich würde am liebsten direkt zurück nach Hongkong. Die in Nordkorea angekündigte Militärparade und der erwartete Raketentest für heute machen mich unruhig. Auch mein Freund ist irritiert und befangen, ändern können wir jetzt so kurzfristig aber nichts.

 

 

 

Wir ziehen los zum Gyeongbokgung, dem grössten und ältesten Palast von Seoul. Die Anlage ist weitläufig und schön.

 

 

 

 

Am oberen Ausgang ist das Blue House, der Sitz des Präsidenten.

 

 

Unterwegs zum Bukchon Hanok Village schauen wir etwas suchend auf die Karte, was von zwei Angestellten der Tourist Info sofort bemerkt wird. Sie eilen uns nach und erklären uns den weiteren Weg. Wie nett!

 

Hunderte traditionelle koreanische Häuser reihen sich hier aneinander.

 

 

Mit dem Changdeokgung besuchen wir nun den dritten von fünf noch erhaltenen Palästen in Seoul und stellen fest, dass sie alle identisch aufgebaut und bemalt sind.

 

Wir haben nun genug Palaces gesehen, sie kommen den wunderschönen Bauten in Japan nicht gleich.

 

In einem Cafe probieren wir Tteok, koreanischen Reiskuchen. Richtig lecker ist es nicht, man kann es aber essen. Die Konsistenz ähnelt eher einem Schwamm als einem Feingebäck. Mit Spongecake hat es aber auch keine Ähnlichkeit.

 

Sieht auf jeden Fall sehr hübsch aus.

 

 

Wir ziehen weiter nach Insadong und bummeln etwas durch die Strassen bevor wir uns zum Mittagessen die koreanischen Reisrollen Kimbap schmecken lassen.

 

Die handgemachten Papierlämpchen gefallen mir mega gut, aber die filigranen Werke würde ich beim besten Willen nicht heil in die Schweiz zurückbringen. Vielleicht finde ich sie ja irgendwo im Internet. Einen Onlineshop gibt es leider nicht.

 

 

 

 

 

Zum Dessert darf es dann wieder richtig süss sein, Seoul ist ein Paradies für Schleckmäuler.

 

In der Zwischenzeit sind die Festivitäten im Norden anscheinend vorüber, wir studieren die neusten Pressemeldungen und hoffen, dass sich nun niemand einer Kurzschlusshandlung hingibt.

 

So richtig beruhigend sind die heutigen Aussagen von Nordkorea nicht, vor allem nicht wenn man gerade Mal 40km davon entfernt sitzt.

 

Morgen Mittag wird der amerikanische Vizepräsident hier erwartet, das lässt zumindest auf Ruhe von seitens USA her hoffen.

 

 

Unser erster Anlauf in Dongaemun gestern fiel voll ins Wasser, wir haben mehr als genug Zeit und fahren jetzt nochmal hin zum Market. Ich kaufe mir etwas Kosmetik und werde sofort eingedeckt mit Gratisproben.

 

Die Ware liegt hier in riesigen Haufen auf den Tischen, während im Lotte Avenuel diskret nur das Teuerste von Teuersten angeboten wird.

 

Am Samstagnachmittag shoppen die Seouler aber am liebsten in Myeong-Dong. Die Strassen sind im Vergleich zu gestern brechend voll.

 

Ebenso als wir zur City Hall kommen, hier aber mit Demonstranten. Zu Hunderten schwenken sie die südkoreanische Flagge.

 

Wir haben jetzt erstmal Hunger und gönnen uns so richtig untypisch eine Chicago Style Pizza. Diese sündhafte Köstlichkeit haben wir ausser in Chicago noch nirgendwo gesehen, wie cool dass sie in Seoul angeboten wird.

 

Zurück im Hotel wundern wir uns schon gar nicht mehr über die unzähligen Polizeibusse und Absperrungen...es wird wieder demonstriert. Auf dem Samsungdach, und nach Einbruch der Dunkelheit ist der ganze Gwanghwamun Square voller Leute, alle tragen ein LED-Licht auf dem Kopf und singen zu lauter Musik. Der Blick aus dem Hotelzimmer lässt Open-Air-Stimmung aufkommen. Na dann gute Nacht.

 

Ich lege meine Masken-Gratisprobe auf und kriege das schleimige Ding kaum richtig aufs Gesicht. Mein Freund lacht sich schlapp...

 

 

Tag 7:

 

Für den Weg zum Flughafen Incheon muss man einiges an Zeit einrechnen. Wir verlassen unser Hotel um 06:45 morgens und treffen um 09:20 am Gate ein, und das ohne Gepäck!

 

Einerseits ist die Anfahrt sehr lang, andererseits sämtliche Schlangen endlos. Ich kann mich nicht erinnern, jemals für den Security-Check so lange gebraucht zu haben. Zum Gate bringt uns schliesslich nochmal ein Zug.

 

 

Das Boarding beginnt pünktlich, nicht so der Abflug. Wir warten und warten und warten. Wegen ausserordentlich hohem Flugaufkommen verzögert sich unser Abflugsspot.

 

Wir verstehen weder die nuschelige Durchsage noch die Erklärungen der Crew. So langsam wären wir mal froh, wenn wir die koreanische Halbinsel verlassen könnten.

 

 

Es ist alles so zweischneidig hier, so kamen wir auf dem Weg zum Incheon Airport zwar in den Genuss von unzähligen wunderschön blühenden Kirschbäumen, andererseits aber auch wieder in ein enormes Sirenengeheul. Man wird hier echt paranoid.

 

Mit 45 Minuten Verspätung gehts los, La La Land hat mir die Zeit bis jetzt auch nicht wirklich verkürzt.

 

Es wird Zeit für einen Drink und Game of Thrones - Goodbye La La Land, Hello Mother of Dragons und Jon Snow! Schon die Titelmelodie beschert mir Gänsehaut, hach wie packt mich diese Serie. Mein Adrenalinspiegel war in Seoul wohl noch nicht hoch genug.

 

 

Wir sind erleichtert, dass wir uns nun langsam wieder Hong Kong nähern.

 

Seoul ist eine interessante Stadt, ohne Zweifel. Aber wenn man sich die ganze Zeit so fühlt, als ginge man auf einem Pulverfass, kann man es nicht ganz so unbefangen geniessen. Und jetzt kriegen wir mit, dass gestern doch wieder eine Testrakete abgefeuert wurde, allerdings erfolglos.

 

Hong Kong empfängt uns mit bestem Wetter, so wirkt die Stadt ganz anders.

 

Zum zweiten Mal checken wir im ICON-Hotel ein, diesmal ohne Clubzugang. Trotzdem freuen wir uns über einige Annehmlichkeiten: Die Mini-Bar ist gratis und es wird während dem ganzen Aufenthalt kostenlos ein Handy zur Verfügung gestellt. Das ist echt praktisch, so kann man unterwegs jederzeit etwas nachschlagen.

 

Das Wetter ist ideal für einen Ausflug auf den Peak, das hat auch so manch anderer festgestellt. Die Warteschlange zeigt 1.5h Wartezeit an für das Tram, da nehmen wir lieber das Taxi. Plötzlich piept es heftig, der Wassertank hat ein Problem. Der Fahrer stoppt und füllt Wasser nach, die Kühlerhaube dampft und raucht nur so. Mit Ach und Krach schaffen wir es hoch.

 

Auf der Skyterrace ist der Blick wirklich super, es hat einfach unglaublich viele Leute.

 

Nach der Dämmerung entscheiden wir uns spontan für Sushi einen Stock tiefer und geniessen dabei den super Ausblick. Auch hier ist es voll, so dass wir nicht lange allein am Tisch bleiben. Nachdem die Kellnerin mit der Aussage "looks like a doubledate" das Eis bricht, kommen wir mit dem Pärchen aus Mexico City ins Gespräch. Wir verbringen einen total lustigen Abend zu viert und geniessen dabei den perfekten Blick auf Hong Kong.

 

Tag 8:

 

Heute frühstücken wir im Market des Hotels und sind begeistert, das Essen ist megaschön präsentiert und angerichtet. Von chinesischen Dim Sum über Bacon, Würstchen und Rührei zu Obst, Brot und Cerealien - für jeden Geschmack ist mehr als genug dabei.

 

Im lauschigen Innenhof geniessen wir ein letztes ausgiebiges Frühstück in Hong Kong.

 

In Sha Tin wollen wir die 10'000 Buddhas Monestary besichtigen und machen uns auf den Aufstieg über die 431 Treppenstufen gefasst. Wir gehen etwas kreuz und quer über steile Wege und Hinterhöfe, Buddhas sehen wir aber keine.

 

Plötzlich hören wir lauten Gesang und sehen Mönche bei einer Zeremonie. Dem Wegweiser zufolge sind wir richtig und plötzlich sehen wir auch goldene Figuren und Treppenstufen.

 

 

Wir hoffen mal, dass die 431 Stufen nicht erst hier anfangen, platt und nassgeschwitzt sind wir nämlich schon jetzt. Kurz darauf sind wir erstaunlicherweise oben, da haben wir wohl einen Hintereingang genommen.

Die Anlage ist recht gross und speziell, mich wundert es, das darüber in Reiseführern nicht prominenter geschrieben wird. Im Haupttempel sitzen 12'800 kleine Buddhastatuen.

 

 

Nun sehen wir auch den Treppenaufgang, gesäumt von unzähligen Buddhas. Für uns ist es nun der Abstieg und wir haben Mitleid, mit den uns entgegenkommenden Touristen. Mehrmals werden wir gefragt, wie weit es denn um Himmels Willen noch sei...ich bin froh, haben wir diesen Weg vorher nicht gefunden. Ich hätte oben wohl keinen einzigen Buddha mehr anschauen wollen.

 

In der gekühlten New World Plaza erholen wir uns etwas und bummeln durch das schöne Center.

 

Hier gibt es für Kinder die Snoopy World, cool.

 

Ich werde mal wieder schwach und kaufe mir ein paar Schuhe, irgendwie werde ich die wohl noch verstauen können in meinem Rucksack. Freundlicherweise gewährt uns das Hotel Late-Checkout, so springen wir nach dem schweisstreibenden Morgen als erstes nochmal unter die Dusche, bevor wir dann tatsächlich mit dem Packen anfangen.

Weil wir nun nach Wan Chai wollen, komme ich auf die Idee, am letzten Tag doch noch mit der Star Ferry zu fahren. In jedem Reiseführer wird es als Muss angepriesen und sie fährt direkt nach Wan Chai - also los. Die Überfahrt dauert kaum 10 Minuten und kostet ca. 0.50 CHF.

 

Generell ist der Transport in Hongkong supergünstig, auch die Taxis sind preiswert.

 

Wir stöbern durch die Elektromärkte und Strassen und staunen wieder über die Tatsache, dass Baustellen hier mit Gerüsten aus Bambus abgestützt werden.

 

In der Timeless Lounge des ICON-Hotels schnappen wir uns zwei Relaxsessel, der Tag wird noch lang. Softdrinks, Kaffee, Tee und Salzmandeln gibts hier aufs Haus dazu, ein echt toller Service.

 

Auch im Poolbereich kann man sich herrlich entspannen, zu den Liegestühlen oder der Sitzlounge erhält man auf Anfrage auch nach dem Check-Out Zugang. Zudem kann man in den perfekt ausgestatteten Garderoben auch jederzeit nochmal duschen.

 

Abflugszeit 00:05 ist für mich alles andere als ideal. Man hat zwar nochmal einen ganzen Urlaubstag und im ICON-Hotel auch super Aufenthaltsmöglichkeiten, aber die letzten Stunden vor dem Abflug ziehen sich. Wir geniessen nochmal letzte Ausblicke auf die Skyline, bevor wir mit dem Airport Shuttle zur Kowloon Station fahren.

 

 

Wir sind schliesslich immer noch viel zu früh am Flughafen und ich schlafe schon mal am Gate eine Runde.

Tag 9:

 

Das Take-Off kriege ich gar nicht mehr mit, richtig wach bin ich trotzt einigen Durchsagen wegen ausserordentlich starken Schütteleien erst wieder nach gut 8 Stunden Flugzeit. OK, vielleicht ist Abflug 00:05 schlussendlich doch recht praktisch.

 

Hong Kong hat mir auf den zweiten Blick gut gefallen, es ist eine Stadt, die man einmal gesehen haben sollte. Gepackt hat es mich aber nicht, einen weiteren Besuch würde ich aber auf einer Durchreise nicht ausschliessen.

 

Seoul hat einen gewissen Charme und vor allem aktuell zur Kirschblütenzeit einige schöne Ecken. Die Infrastruktur ist super, eigentlich eine sehr komfortable Stadt. Eigentlich...wäre da nicht die Nähe zu Nordkorea und die allgegenwärtigen Demonstrationen.

 

Es war eine tolle Reise, die beide Städte sind sehr unterschiedlich und auf ihre Art interessant. 

 

Am Schluss sind wir aber auch froh, wieder heil in der Schweiz zu sein - so viel Nervenkitzel brauche ich dann im Urlaub doch nicht immer.