Reisebericht Bangkok Mai 2013

Wir befinden uns auf der Weiterreise von Singapur und Kuala Lumpur her. Die Berichte der vorherigen Tage findet ihr, wenn ihr auf die Städte klickt.

Tag 6:

 

Nach knapp 2 Stunden Flugzeit landen wir in Bangkok Don Muang. Der Flughafen ist zwar alt, im Gegensatz zu Kuala Lumpur aber sehr fortschrittlich. Die Einreise klappt zügig und das Taxi buchen wir direkt in der Ankunftshalle. Kaum sind wir unterwegs in die Innenstadt, beginnt der Fahrer mit mir in äusserst schlechtem englisch zu diskutieren. Zuerst will er mit uns einen Umweg fahren und eine Tour buchen, dann heisst es plötzlich "Madame pay, Madame pay"! Die Tollgebühren für den Highway müssen wir extra bezahlen. Als er kurz vor der Ankunft "Madame walk, Madame walk" sagt platzt uns der Kragen. Nichts walk, wir haben bezahlt, also hat er uns gefälligst auch vor dem Hotel abzuladen.

Da werden wir bereits erwartet, wir haben ein Zimmer im Dream Hotel gebucht. Der General Manager Robert Jaermann stammt ursprünglich aus unserer Gegend, wir haben das Zimmer direkt über ihn gebucht. Auf schweizerdeutsch erhalten wir von ihm persönlich und dem Resident Manager Miguel eine Hoteleinführung. Im sehr schönen Zimmer wartet bereits eine Fruchtschale auf uns, einige Minuten später folgen kühle Säfte, Cookies und eine kleine Snackplatte mit Fisch, Käse und Rohschinken. Was für ein Empfang, wir freuen uns sehr!

 

Für den Abend buchen wir eine Dinner Cruise auf dem Chao Phraya River. Angeblich ist es bereits zu spät, um im Hotel abgeholt zu werden, wenn wir aber selber zum Ablegedock gelangen, kann die Reservation erfolgen. Wir sagen zu und lassen uns den Weg erklären.

 

Der Skytrain BTS ist praktischerweise nicht allzuweit vom Hotel entfernt, der Fussmarsch gestaltet sich nämlich etwas schwierig. Kaum Bürgersteige, Löcher in den Strassen, dauernd ein Taxi im Nacken - und dazu die schweisstreibende Hitze. Wir fahren bis zur Station Saphan Taksin um hier ein weiteres Abenteuer zu beginnen: River Taxi. Ich will nicht so recht, aber es gibt wirklich kaum Alternativen. Der Einstieg ist etwas wackelig, vom Ausstieg ganz zu schweigen. Ich stelle mich so ungeschickt an, dass mir schon "hurry, hurry" zugerufen wird.

Eine gute Stunde zu früh treffen wir schliesslich am Ablegeort Rivercity ein. Kein Wunder fuhr der Hoteltransporter so früh los, denn jetzt steckt er wohl irgendwo im Stau fest. Wir haben so einige überfüllte Strassen gesehen vom Zug aus. Wir vertreiben uns die Wartezeit im Shoppingcenter, wo die Verkäufer bereits auf Touristen lauern. Um 19.oo fährt unser Schiff vor, die Tische sind romantisch gedeckt und das Buffet zum geniessen parat. Direkt neben unserem Tisch sorgt die Band für musikalische Unterhaltung. Wir degustieren uns vorsichtig durch die verschiedenen Gerichte, lauschen den schönen Stimmen der Sänger und erfreuen uns an den illuminierten Sehenswürdigkeiten. Wat Arun sieht wunderschön aus bei Nacht.

Mit der Wende des Bootes verändert sich auch augenblicklich die Stimmung, die Band dreht voll auf und Thai-Tänzerinnen geben alles. Bei einigen Songs können wir uns das lachen nicht verkneifen, was der Saxophonist wohl falsch deutet. Er kommt zu uns an den Tisch, will mit uns Fotos machen und posiert mit dem Saxophon. Ich kann nicht mehr, und spätestens als die Band Gangnam Style spielt und die Passagiere tanzen fliessen die Lachtränen in Strömen. Wenn meine Schwester jetzt hier wäre, ich denke wir würden vom Boot geschmissen ;-). Ein wirklich schönes und amüsantes Erlebnis.

 

Zurück zum Hotel werden wir mit dem Kleinbus befördert, was äusserst praktisch ist. Wir fahren dabei direkt an unserem nächsten Ziel vorbei, der Rooftopbar Above Eleven. Wir versuchen uns den Fussweg einzuprägen, fragen aber zur Sicherheit nochmal an unserer Hotelreception nach.

Mit der Skizze in der Hand marschieren wir los und ich muss an meinen Arbeitskollegen denken. Treffender hätte er mir die Strassen Bangkoks nicht beschreiben können: Taxi an Taxi, Rollerfahrer, Tuk-Tuks, mittendrin streunende Hunde und die Fussgänger können sich auf unebenem Boden unter herunterhängenden Stromleitungen und an Hawkern vorbeizwängen. Wir erreichen das Above Eleven heil und ich erlebe mal wieder einen dieser Gänsehautmomente. Die Aussicht ist der absolute Wahnsinn! Ach, wie liebe ich Rooftopbars. Von hier oben ist Bangkok einfach nur gigantisch. Der perfekte Abschluss dieses Tages.

Tag 7:

 

Kurz vor 7.00 lassen wir uns das reichhaltige Frühstücksbuffet schmecken um danach frühzeitig mit Sightseeing zu beginnen. Schon die Fahrt mit dem Skytrain wird kritisch, es hat hier dermassen viele Menschen im Zug, dass wir vorerst keine Einstiegschance haben. Irgendwie schaffen wir es zum Water-Taxi und lassen uns zum Wat Pho bringen. Tagsüber hatten wir im Zug allerdings nie mit Platzproblemen zu kämpfen. Der riesige liegende Buddha ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten Bangkoks. Schuhe aus, Ärmel an - sonst werden wir nicht eingelassen.

Der Buddha ist eindrücklich, die Steinfiguren ebenfalls. Der Rest der Tempelanlage ist mir zu kitschig. Immerhin gibt es free Drinking Water für Touristen, wohl damit keiner kollabiert hier. Zu Fuss gehen wir weiter zum Grand Palace What Phra und mal wieder versucht ein Typ uns auszunehmen. Er will uns weis machen, dass der Königspalast heute erst später öffnet wegen einer Zeremonie, wir aber mit ihm kommen sollen da er eine gute Alternative hätte. Zum Glück wurden wir auch von diesem Trick gewarnt, natürlich hat die Anlage ganz normal geöffnet.

 

Wir schaffen es nicht mal bis zu Ticketschalter ohne mal wieder forsch mit den Worten "Shirt, Shirt, Shirt" dazu aufgefordert zu werden, unsere Arme zu bedecken. Ob es an den Tattoos liegt? Wenn ich mich um blicke erscheint es mir, als wären sie mit uns besonders streng.

Am Ticketschalter des Grand Palace wird nur Cash akzeptiert, was uns Kartenmenschen vor ein weiteres Problem stellt. Zum Glück gibt es in der Nähe einen ATM.

 

Auch hier glitzert und glänzt alles goldig, zuviel für meinen Geschmack. Wir schiessen einige Fotos, aber Freude kommt hier nicht so richtig auf. Ich kann gar nicht sagen wo genau das Problem liegt, die überverzierten Bauwerke, die Menschenmassen wie vor Feiertagen im Einkaufszentrum, die brutale feuchte Hitze, meine langen Ärmel und Hosen oder die ausgetrocknete Kehle. Alt werden wir hier nicht, wir suchen die nächste Wassertaxi-Station.

 

Zig Stände bereiten alle erdenklichen Esswaren und Getränke hier direkt zu und bieten diese zum Verkauf an. Mir ist es ein Rätsel, wie man hier etwas konsumieren kann ohne danach mit einer Magenverstimmung flachzuliegen. Scheinbar funktionierts, auf dem Wackelboot tragen einige Touristen Markttüten mit sich herum.

 

Wir sind auch hungrig und fahren deshalb zum Siam Square. Der Curry-Mix schmeckt lecker, der Foodcourt hier in der MBK-Mall ist sehr ansprechend und macht seinem guten Ruf alle Ehre . 

Wir schlendern etwas durch die Stockwerke, werfen danach einen Blick in das schöne Siam Center, entscheiden uns aber dann für eine Pause im Hotel. Nach einem Drink an der Poolbar lege ich mich etwas hin und schlafe prompt ein. Immerhin ist jetzt die Energie zurückgekehrt für einen Shoppingbummel in der nahgelegenen Mall Terminal 21. Die Stockwerke sind in Städte aufgeteilt und liebevoll mit deren Sehenswürdigkeiten dekoriert.

 

Für den Abend haben wir einen Chinatown-Bummel mit anschliessendem Besuch des Patpong Nightbazaars geplant. Als wir uns gerade auf den Weg machen wollen klingelt das Telefon in unserem Zimmer und Robert Jaermann, der General Manager des Hotels lädt uns zur Jazz Night mit Food & Drinks ein. Wir freuen uns sehr über die Einladung und ändern kurzerhand unsere Pläne.

Chinatown verschieben wir auf morgen, aber das Patpong-Viertel wollen wir uns vorher noch kurz anschauen. Aus im Nachhinein unerklärlichen Gründen begehen wir den fatalen Fehler und wählen für den Weg ein Taxi. Wir stehen, und stehen, und stehen - neben uns Arbeitertransporter, Roller und unzählige andere Taxis. Mir reisst der Geduldsfaden und an der nächsten Skytrain-Station steigen wir aus. Nun kommen wir auch vorwärts und stehen einige Minuten später in den berüchtigten Strassen Patpongs Soi 1 und 2. Wie erwartet versuchen geschäftstüchtige Clubbetreiber uns herein zu locken mit Anpreisungen wie "SM, Topless" oder "PingPong".

Der Night Bazaar ist überschaubar und die Neonschilder der Clubs haben wir schnell fotografiert. Auf die Einladung zur PingPong-Show verzichten wir dankend. Nun beeilen wir uns mit der Rückfahrt, um uns vor der Jazz-Night im Dream Hotel noch frisch zu machen.


Die amerikanische Sängerin Cherryl Hayes sorgt mit ihrer ausdrucksstarken Stimme für Gänsehaut. In  äusserst angenehmer Atmosphäre geniessen wir tolle Musik, Wein und Leckereien aller erster Güte. Ein wunderbarer Abend, danke Robert!

Tag 8:

 

Heute gehen wir es locker an, den letzten Tag wollen wir uns Zeit lassen und Bangkok nochmal auf uns wirken lassen. Nach dem ausgedehnten Frühstück geben wir einer weiteren Sehenswürdigkeit eine Chance, wir wählen Wat Traimit, den goldenen Buddha aus. Nach den Treppenstufen sind wir schon wieder platt und ignorieren die Verbotsschilder. Lange Ärmel ziehe ich heute nicht mehr an. Und siehe da, keiner da um uns aufzuhalten. Nach einigen Fotos haben wir es gesehen und suchen auf der Karte die Strasse zum Chinatown.

 

Sofort sind wir wieder im Fokus der Betrüger  und werden angesprochen mit dem Ziel, uns vom Weg ab zu bringen. Wir ignorieren sie alle und finden den Weg trotzt der Grossbaustelle rund um den Hauptbahnhof auf eigene Faust. Chinatown ist irgendwie Chinatown, egal in welcher Stadt man sich gerade befindet. Viele Teeläden, Restaurants, Gold- und Deko-Shops sind hier zu finden, ebenso einige Tempel. Hier in Bangkok ist das chinesische Viertel allerdings besonders gross und lebendig.

 

Die Hitze ist bereits wieder so heftig, dass wir uns zur Abkühlung und Erholung am Siam Square ein leichtes Mittagessen und literweise Flüssigkeit genehmigen. Den restlichen Nachmittag wollen wir in den Shopping Malls verbringen. Wir schauen uns noch die gehobenere Mall Siam Paragon sowie das riesige CentralWorld-Center an. Hier stehen wir plötzlich vor einem riesigen Multiplex-Kino und beschliessen ganz spontan, uns Hangover III anzuschauen.

Zwischen den Werbungen und den Trailern erscheint ein Text auf der Leinwand und plötzlich erheben sich alle Kinobesucher. Es folgt ein Videoclip über den thailändischen König, dazu wird die Nationalhymne gespielt. Wir schauen uns verdattert um, sowas sieht man auch nicht alle Tage.

Auf dem Weg zur Skytrain-Station passieren wir zur Abwechslung wieder eine Sehenswürdigkeit, es handelt sich hier um den Erawan-Schrein.

Bevor wir zum Hotel zurückkehren, durchforsten wir noch ein letztes Mal die Terminal 21-Mall und gönnen uns ein Grüntee-Eis.

Wir geniessen das Privileg, unser schönes Zimmer bis zu unserer Abreise am Abend bewohnen zu dürfen. So können wir nun in aller Ruhe nochmal duschen und unser Gepäck sortieren. Die Sekretärin von Robert druckt für uns die Boardingpässe aus und warnt uns vor den langen Schlangen an den Schaltern bei der Ausreise. Wir beeilen uns und verlassen das uneingeschränkt empfehlenswerte Dream Hotel zu Fuss in Richtung Skytrain-Station.

Taxifahrten in Bangkok würde ich nichtmal meinem ärgsten Feind empfehlen, die Strassen hier sind die Hölle. Vom Zug aus erhaschen wir mehrere Blicke auf die Autobahnen, mehrspurig stehen die Fahrzeuge im Stau. Der Zug ist zwar auch so übefüllt, dass sich kaum die Türen schliessen lassen, trotzdem ist dies die weitaus angenehmere Variante. Am Flughafen läuft alles speditiv, von langen Schlangen ist nichts zu erkennen. Beim Securitycheck muss mein Freund seinen Rucksack öffnen weil die Grösse der Sonnencremetube (50ml) überprüft werden soll, mich hingegen lassen sie mit einer ganzen im Rucksack vergessenen Wasserflasche passieren.

Tag 9:

 

Um Mitternacht verlassen wir den riesigen Flughafen Suvarnabhumi in Richtung Schweiz. Wir sind so müde, dass wir einen Grossteil der 11h Flugzeit verschlafen. In der Schweiz ist es ziemlich genau 25 Grad kälter als in Bangkok, schlimmer könnte der Alltag uns nicht empfangen. Wie gut, dass wir ordentlich Wärme und Sonne getankt haben in diesem Urlaub!

Bangkok muss man erleben, man kann es schlecht in Worten wiedergeben. Es ist unglaublich voll, andauernd heiss und feucht, laut und es riecht immer und überall nach Essen. Bangkok in der Nacht vom Fluss aus, Bangkok in der Nacht von oben, Bangkoks Shoppingmalls - wunderbar. Bangkok bei Tag? Anstrengend, chaotisch. Wir waren sehr froh, dass wir uns für das Dream Hotel entschieden haben, so hatten wir jederzeit einen perfekten Rückzugsort zum Ausruhen, Entspannen und Erfrischen. Bangkok MUSS man defintiv erlebt haben.